Coesfeld
Turbulente Achterbahnfahrt

Coesfeld (uh). Mario Popp kriegte sich kaum wieder ein. „War das ein geiles Spiel“, äußerte er sich begeistert nach dem 5:3-Preisschießen gegen den Tabellendritten Union Wessum, „ich bin jetzt noch ganz geschafft.“ Der scheidende Trainer des Landesligisten SG Coesfeld 06 verglich das Treffen mit einer Bulette. „Da war alles drin“, sagte er und lachte, „die Zuschauer waren hin und weg.“ Dieser turbulente Schlagabtausch war in keiner Sekunde langweilig.

Montag, 01.04.2019, 16:04 Uhr aktualisiert: 02.04.2019, 11:04 Uhr
Janine Heuer (2. von links) bereitete den 2:2-Ausgleich von Johanna Sommer vor. Foto: Stephan Sommer

Nach Foul an Svenja Pölling gleich in der Anfangsphase haute Carolin Gorsler (6. Minute) den Strafstoß mit aller Wucht zum 1:0 mittig ins Tor. Amelie Große Ahlert (9. und 17.), die Ex-Gescheranerin, sorgte mit einem Doppelschlag für lange Gesichter im Coesfelder Lager. Allerdings dauerte es nur kurze Zeit, dann passte Johanna Evers den Ball in die Tiefe. Janine Heuer, die Adressatin dieser Maßvorlage, umkurvte Torfrau Anna Zeiske, warf rasch einen Blick zur Seite und bediente Johanna Sommer (21.), die mitgelaufen war und den 2:2-Pausenstand erzielte.

Im zweiten Durchgang bekamen die Gäste einen Elfer zugesprochen. O-Ton Mario Popp: „Kann man geben.“ Lena Gödde und Lisa Laukamp hatten eine Wessumer Spielerin in die Zange genommen und zu Fall gebracht. Dörthe Nienhaus (57.) verwandelte sicher zum 3:2 für das Union-Team, das in der Folge fast auf 4:2 und 5:2 weggezogen wäre. Torfrau Pia Schemmer verhinderte jedoch bravourös eine Vorentscheidung und ließ keinen weiteren Gegentreffer zu.

Die Coesfelderinnen starteten nun ihre Generaloffensive. Mit dem Knie glich Johanna Evers (75.) nach Ecke von Svenja Pölling zum 3:3 aus. Lisa Laukamp hatte großes Pech, denn ihr Schuss krachte an die Latte und von da ins Feld zurück. Mehr Glück hatte Svenja Pölling (82.) bei ihrem Freistoß, der rechts oben im Winkel einschlug. Marina Engelmann (90. + 2) setzte den Schlusspunkt mit dem 5:3.

Als der Schlusspfiff ertönte, gab es kein Halten mehr. Mario Popp stürmte auf den Kunstrasen und lobte seine Damen für ihren höchst eindrucksvollen Auftritt. „Das war ein super Zeichen nach den letzten Spielen“, sagte er und schüttelte sein Haupt, „ich kann’s noch gar nicht fassen, was hier abgelaufen ist.“ Auch seine Spielerinnen brauchten einige Zeit, bis sie sich von dieser emotionalen Achterbahnfahrt erholt hatten. 7 SG Coesfeld 06 - Union Wessum 5:3; Tore: 1:0 Carolin Gorsler (6., FE), 1:1, 1:2 Amelie Große Ahlert (9., 17.), 2:2 Johanna Sommer (21.), 2:3 Dörthe Nienhaus (57.), 3:3 Johanna Evers (75.), 4:3 Svenja Pölling (82.), 5:3 Carolin Tüns (90. + 2)

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