Coesfeld
Martin Grösbrink hält die Daumen hoch

Kreis Coesfeld. Im Ziel war er fix und alle. Martin Grösbrink schnappte nach Luft wie ein Fisch auf dem Trockenen. „Puh! War das anstrengend“, sagte er und krallte sich ein Weizenbier, natürlich alkoholfrei, das gratis von fleißigen Helfern ausgeschenkt wurde, „ich hab’ ich einen tierischen Brand.“ Hastig nahm der Mann mit der Nummer 2028 einen großen Schluck, dann noch einen, bis der Becher im Nullkommanix leer war.

Mittwoch, 19.06.2019, 11:15 Uhr aktualisiert: 19.06.2019, 11:20 Uhr
Spaß auf den Backen: Martin Grösbrink freute sich kurz vorm Ziel schon auf die „dritte Halbzeit“ im Festzelt, wo er es richtig krachen ließ. Fotos: uh Foto: az

Martin Grösbrink, einer von 319 Schiedsrichtern vom Westfälischen Verband, die beim Referees Run über 10 km in Borgholzhausen angemeldet waren, hatte die schwierige und sehr wellige Strecke in 48:39 Minuten bewältigt. „Habe fertig“, machte er den Trapattoni und meinte ehrlich: „Ich wollte eigentlich schneller sein. Egal! Beim nächsten Mal läuft’s besser.“

Mit seiner Endzeit war der treue Schalke-Fan hinter Holger Derbort (38:08 Minuten) und Sven Wensing (42:32 Minuten) der drittbeste Teilnehmer aus dem 18-köpfigen Aufgebot, das der Fußballkreis Ahaus/Coesfeld in die Lebkuchenstadt am Rand des Teutoburger Waldes entsandt hatte.

Die „Nacht von Borgholzhausen“ ist eine Kult-Veranstaltung, die bereits ihre 44. Auflage feierte. Schon zum 15. Mal war der Referees Run in den Hauptlauf integriert. Start ist immer abends um 21.30 Uhr. „Dann geht’s zur Sache“, erzählte Martin Grösbrink, hauptberuflich Kfz-Mechatroniker beim Autohaus Marpert in Legden und in seiner Freizeit begeisterter Schiri. „Das ist ein geiles Hobby“, schwärmte der Jung-Schiri, „ kann ich allen nur empfehlen.“ Er habe schon „tolle Freundschaften“ geschlossen.

Klemens Lembeck, der Ehrenvorsitzende von DJK Eintracht Coesfeld-VBRS, hatte ihn im März 2011 gefragt, ob er nicht einen Schiedsrichter-Lehrgang besuchen wolle. Martin Grösbrink, der nach Borgholzhausen von seinem Klubkollegen Rafael Steinkamp (57:52 Minuten) begleitet wurde, hatte Lust, er packte mühelos die Prüfung und leitete alsbald die ersten Begegnungen. „Anfangs hab’ ich auch noch bei den A-Junioren mitgekickt.“ Doch dann musste eine Entscheidung fallen: Spielen oder pfeifen? „Denn beides ging auf Dauer nicht.“ Er entschied sich spontan für die Pfeiferei.

Mittlerweile wird Martin Grösbrink in der Bezirksliga eingesetzt – und er will noch höher. Seine Vorbilder sind Deniz Aytekin („Der hat Ausstrahlung und Ruhe“) und Knut Kircher („Allein mit seiner Mimik hat er viele Situationen gelöst“), der 2016 nach Erreichen der Altersgrenze seine Karriere beenden musste. Davon ist Grösbrink weit entfernt. „Ich möchte auch gar nicht aufhören.“ Er ist gerade mal 24 und hat die Schiri-Rente noch lange nicht durch. 0 Am 21. August findet wieder ein Schiedsrichter-Lehrgang in Seppenrade statt.

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