Coesfeld
Elfer 13 bringt die Entscheidung

Coesfeld. Ausgerechnet Elfmeter Nummer 13 brachte die Entscheidung – keine Unglückszahl für die SG Coesfeld 06, sondern der Schuss zum ersten Titel der Saison 2019/20. „Das eigene Turnier zu gewinnen, hat den Jungs richtig gut getan“, sah Zoui Allali ausgelassen feiernde Kicker der SG Coesfeld 06. Die waren froh über den 5:4-Sieg nach Elfmeterschießen (2:2 nach 90 Minuten) im Finale gegen Westfalia Osterwick, den Tim Herbstmann mit drei gehaltenen Versuchen gesichert hatte, aber auch mächtig platt. „Wir haben heute nicht so gut gespielt“, gab der Trainer zu. „Die Mannschaft wirkte sehr müde.“

Montag, 22.07.2019, 08:12 Uhr aktualisiert: 22.07.2019, 08:20 Uhr
Das Duell der Kapitäne: Westfalia-Abwehrmann Johannes Sicking (links) bremst SG-Torjäger Lucas Jacobs in letzter Sekunde aus. Foto: Frank Wittenberg

Das hatten die Coesfelder allerdings mit den Westfalia-Spielern gemeinsam, die nach 50-minütiger Gewitter-Verzögerung zu ihrer dritten Partie binnen weniger Tage aufgelaufen waren. „Für uns war es sogar die fünfte Einheit in Folge“, zeigte Spielertrainer Tobias Paschert Verständnis. „Da wurden die Beine richtig schwer.“

Da wunderte es nicht, dass alle vier Treffer schon in der ersten Halbzeit fielen, und von denen auch kein einziger aus dem Spiel heraus. Das 0:1 besorgte Florian Richters mit einem blitzsauberen 25-Meter-Freistoß, der vom Innenpfosten des SG-Tores ins Netz klatschte (11.). Dann wurde es kurios – mit gleich drei Elfmetern innerhalb von nur sechs Minuten. Zunächst traf Davide Recker beim Versuch, den Ball zu klären, den heranstürmenden Jannis Pier. Den fälligen Strafstoß von Lucas Jacobs wehrte Westfalia-Torwart Dominik Chmieleck ab, gegen „Luckys“ Nachschuss war er aber machtlos (25.). Nur vier Minuten später gab den nach einem Kontakt zwischen Chmieleck und Jan Kröger den nächsten Elfer für die SG, den Jan-Frederik Tendiek sicher zum 2:1 verwandelte. Gerade einmal weitere zwei Minuten waren vergangen, schon kam auf der anderen Seite der Pfiff – sicherlich etwas glücklich für die Westfalia, denn Dominik Deitert war wohl vor Luis Lammers am Ball, was der Schiri aus seiner Position aber anders bewertete. Tobias Paschert war‘s egal, er besorgte den 2:2-Ausgleich (31.).

Mit der Schlagzahl ging es nicht weiter. „Besonders in der zweiten Halbzeit haben wir nicht gut gespielt“, musste Zoui Allali mit seinem Trainerkollegen Christoph Klaas viele Fehler und Fehlpässe registrieren. „Wir sind auch vorne nicht gut angelaufen.“ Denn immer wieder gelang es den Osterwickern, sich mit mehreren kurzen Pässen aus der Umklammerung zu befreien. Dennoch bot sich der SG 06 die Chance, das Ding in der regulären Spielzeit zu entscheiden – „natürlich“ erneut vom Elferpunkt, denn wieder war Jannis Pier gefoult worden. Erneut scheiterte Lucas Jacobs an Dominik Chmieleck, diesmal kam er auch nicht zum Nachschuss.

So musste das Elfmeterschießen her, und das geriet zur Show von Tim Herbstmann. Nur die Versuche von Lars Knipper und Hannes Grams musste er passieren lassen, dafür wehrte er die Elfer von Johannes Sicking, Tobias Paschert und Leon Eggemann ab – da reichten der SG die verwandelten Versuche von Cedric Schürmann, Henrik Mauermann und Florian Weber, um bei einem Fehlschuss von Jan-Frederik Tendiek zum ersten Mal seit 2014 den Getränke Seifer-Cup zu gewinnen. 7 SG Coesfeld 06 – Westfalia Osterwick 5:4 n. E.; Tore: 0:1 Florian Richters (11.), 1:1 Lucas Jacobs (25.), 2:1 Jan-Frederik Tendiek (29., FE), 2:2 Tobias Paschert (31., FE), im Elfmeterschießen treffen Cedric Schürmann, Henrik Mauermann und Florian Weber für die SG 06 sowie Lars Knipper und Hannes Grams für Westfalia.

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