Coesfeld
Keine Lust auf kleine Brötchen

Coesfeld. Ein Aufsteiger, der erst einmal kleine Brötchen backt, wollen sie nicht sein. Natürlich gehen sie mit dem gebotenen Respekt in das Abenteuer Regionalliga, aber Iraj Shir Ali hat keine Lust darauf, vorsichtig das Ziel Klassenerhalt zu formulieren. „Mein Ziel ist immer, aufzusteigen“, betont der Trainer – deshalb möchte er auch in der neuen Saison, die am Sonntag (15. 9.) um 17 Uhr mit dem Auswärtsspiel beim TuS Iserlohn beginnt, mit den Volleyballern der SG Coesfeld 06 eine gute Rolle spielen. „Wir wollen angreifen, denn ich blicke immer nach oben.“

Mittwoch, 11.09.2019, 12:15 Uhr aktualisiert: 11.09.2019, 12:20 Uhr
Der Aufsteiger SG 06 will eine gute Rolle in der Regionalliga spielen: (von links) Timo Plate, Yannick van Dijk, Fabian Röttgering, Lukas Messing, Jannik Gröning, Dominik Vieth, Sebastian Förster, Philipp Heuermann, Sven Schmitz, Thomas Wittkowski, Trainer Iraj Shir Ali; es fehlen Henri lammerding und Erik Kerp. Foto: az

Der 39-jährige Iraner ist erfahren genug zu wissen, dass viel davon abhängt, wie gut sein Kader durch die Spielzeit kommt. Verletzungen von Schlüsselspielern lassen sich nur schwer verkraften, zumal schon der Mittelangriff der Meistermannschaft wegbricht: Jens Kollenberg pausiert wegen anhaltender Probleme mit der Patellasehne, Henri Lammerding muss heute in Köln wegen eines Knorpelschadens im Knie operiert werden und wird für längere zeit ausfallen. „Wir haben deshalb in der Vorbereitung mit Thomas Wittkowski in der Mitte gespielt“, hat Iraj Shir Ali seinem Außenangreifer eine neue Rolle zugeteilt. Wittkowskis Stammposition soll wiederum Yannick van Dijk, einer von fünf Neuzugängen, übernehmen.

Wenn sie komplett sind, ist eine Menge möglich. Iraj Shir Ali ist ein akribischer Arbeiter. Einer, der nur schwer zufrieden zu stellen ist und schon mal selbst nach Siegen den Auftritt seines Personals mit der Konsistenz eines Tellers Suppe vergleicht. „Vielleicht muss ich hin und wieder mehr loben“, lächelt der 39-Jährige, der in seinem Heimatland sein Sportstudium mit dem Master abgeschlossen und im Profibereich trainiert hat, ehe er als Verfolgter flüchten musste. Er ist halt ehrgeizig, will seine Spieler immer besser machen – Stillstand ist nicht sein Ding.

Nach dem Meistertitel in der Oberliga dürfen sie SG-Volleyballer erstmals in der Geschichte in der Regionalliga antreten. Dort bekommen sie es nicht nur mit einem neuen Ball mit anderen Flugeigenschaften zu tun. „Wir werden sicherlich mit mehr erfahrenen Spielern zu tun haben, die oft die richtigen Entscheidungen treffen“, vermutet der Trainer. Manche Gegner wie Mitaufsteiger TuS Iserlohn und Telekom Post SV Bielefeld, Gast bei der Coesfelder Heimpremiere am Samstag (21. 9.) um 20 Uhr, sind ihnen bekannt, viele andere Teams aber nicht. „Der Brühler TV scheint einer der Favoriten auf den Meistertitel zu sein“, spekuliert Abteilungsleiter und Außenangreifer Philipp Heuermann. „Allerdings gibt es gerade in den Studentenstädten viele Wechsel.“ Prognosen im Vorfeld seien nur schwer möglich.

Wobei die SG 06 ohnehin in erster Linie auf sich blicken will. „Unsere Jungs sind wirklich gut“, betont Iraj Shir Ali. „Sie müssen es aber auch aufs Feld bringen.“ Sein größtes Problem ist die Trainingsbeteiligung, die aufgrund von Beruf und Studium zu selten eine Arbeit mit dem kompletten Kader ermöglicht. „Auf dem Papier haben wir viele Leute, aber tatsächlich wirkt das manchmal eher wie eine Tischtennis-Mannschaft“, bedauert er. Alles begründbar, aber für ihn als Trainer gewiss kein Fest.

Dennoch: Die Redewendung „wir werden die Flinte nicht ins Korn werfen“ beherrscht der Iraner perfekt, und danach lebt er auch. Der Trainer traut seinem Team eine gute Rolle zu, zumal es gelernt habe, flexibel und variantenreich zu spielen. „Das macht uns schwer berechenbar.“ Gerade im Angriff mit den langen Kerls wie Thomas Wittkowski, Jannick van Dijk, Erik Kerp oder Philipp Heuermann werden sie so manchen Gegner vor große Probleme stellen.

Und noch ein dickes Pfund soll zum Erfolg verhelfen: das tolle Publikum in Halle 1 des Schulzentrums. Die Resonanz ist in den vergangenen Monaten immer größer geworden – und auch da sieht Iraj Shir Ali noch Luft nach oben. „Im ersten Heimspiel gegen Bielefeld hoffe ich auf 300 Zuschauer“, freut sich der Trainer auf die Premiere. Die Coesfelder Sportfans sollen ihre Teil zu einer erfolgreichen Regionalliga-Saison beitragen.

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