Coesfeld
Sie bleiben der Jäger

Coesfeld. Als einige Minuten nach dem Abpfiff die Kunde vom 3:3-Unentschieden des Ortsrivalen SG 06 die Runde machte, schmerzte der eigenen Punktverlust noch mehr. Denn ein Sieg gegen Westfalia Osterwick, der angesichts der 1:0-Führung in der zweiten Halbzeit auch möglich gewesen wäre, hätte der DJK Coesfeld-VBRS die Tabellenführung in der A-Liga beschert. „Das wäre eine schöne Momentaufnahme gewesen“, gibt Denis Koopmann ehrlich zu, der seinen Jungs das Gefühl, von ganz oben zu grüßen, gerne gegönnt hätte. An der Zielsetzung, betont der Trainer, hätte sich dennoch nichts geändert: „Wir wollen uns weiter stabilisieren und im oberen Drittel mitmischen.“

Dienstag, 01.10.2019, 10:30 Uhr
Die beiden Dampfmacher: Tobias Hüwe (links) feuert den Ball aufs Tor, diesmal kommt Timo Mevenkamp einen Bruchteil zu spät. Foto: Frank Wittenberg

Die Rolle des Verfolgers kommt ihnen nicht ganz ungelegen. Selbst Druck ausüben, den Favoritenjäger spielen, das sorgt für Laune im Sportzentrum West. Zumal der Saisonstart gut gelaufen ist. „Die Mannschaft hat sich schneller als erwartet entwickelt“, sieht Koopmann einen positiven Trend. Aus zwei Teams eins machen, das ist seine Aufgabe. Und das funktioniert bislang prächtig. Sechs Siege aus acht Spielen stehen zu Buche, nach der unnötigen Niederlage bei GW Hausdülmen am dritten Spieltag folgte jetzt mit dem 1:1 gegen Westfalia Osterwick das erste Unentschieden. Was kein Beinbruch ist, betont der Trainer: „Auch wenn Osterwick in der Tabelle aktuell nicht ganz vorne dabei ist, zählt die Mannschaft zu den Besten der Liga.“

Was Denis Koopmann allerdings wurmte: Die Chance, auch diese Partie zu gewinnen, lag auf dem Präsentierteller. Denn nach einer ausgeglichenen ersten Halbzeit machten die Eintrachtler Dampf, gingen fast folgerichtig durch Malte Elkemann in Führung (56.) – und hätten dann nachlegen können und vielleicht sogar müssen. „Der Gegner war in dieser Phase ziemlich verunsichert“, spielte er auf eine wacklige Westfalia an. Eine Großchance zum 2:0 bot sich, als Marius Borgert eine Hereingabe von Malte Elkemann haarscharf verpasste, weil Johannes Sicking noch eine Fußspitze dazwischen bekommen hatte (68.). „Ansonsten haben wir es teilweise nicht gut ausgespielt.“

Und sie brachten die Gäste leichtsinnig zurück ins Spiel, als Torwart Johannes Kasnatscheew seinen Vordermann Jonas Berding mit einem hohen Anspiel in Bedrängnis brachte. Berding verlor den Ball an Luis Lammers, der bediente Tobias Paschert, das war das 1:1. „Solche Tore haben wir leider schon häufiger bekommen“, schüttelte der Trainer den Kopf. In seiner Brust schlagen zwei Herzen – denn nicht einfach zu „löschen“, sondern aus der Abwehr heraus das Spiel wieder aufzubauen, ist ja grundsätzlich lobenswert. „Aber wir dürfen das nicht so risikoreich machen“, betonte er.

Es bleibt eben noch Luft nach oben. Sie wollen dranbleiben, nicht zuletzt der Konkurrenz aus der eigenen Stadt im Nacken sitzen. Aber Denis Koopmann weiß, dass sie sich immer wieder beweisen müssen. Schon in der englischen Woche wird sich zeigen, ob sie das Zeug dazu haben: Am Donnerstag (3. 10.) folgt das Rückspiel gegen die Hausdülmener, die ihnen bislang die einzige Niederlage verpasst haben. Dann folgt am Sonntag das schwere Auswärtsspiel beim punktgleichen Tabellendritten SuS Legden – Tage der Wahrheit bei den „Blauen“.

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