Coesfeld
Dämpfer vor dem Derby

Coesfeld. Die Emotionen schlugen immer höher, je näher das Spielende rückte. Jeder Ballgewinn, jede Rettungsaktion wurde von Spielern und Fans frenetisch gefeiert – der Underdog schnupperte nicht nur am Punktgewinn, er biss sogar zu. Und es hätte sogar noch ein größeres Stück von der Wurst sein können. „Etwas ruhiger und mutiger hätten wir spielen müssen“, lächelte Sascha Peters nach dem 0:0 bei der DJK Coesfeld-VBRS. Aber beschweren wollte er sich über den einen Punkt beim Tabellenführer gewiss nicht.

Montag, 11.11.2019, 11:05 Uhr aktualisiert: 11.11.2019, 12:00 Uhr
Alles reingeworfen – sinnbildlich versucht David Vennemann (rechts), den DJK/VBRS-Offensivspieler Lucca Rensing zu stoppen. Foto: Frank Wittenberg

Ein paar Meter weiter schlug der Gute-Laune-Zeiger nicht gerade weit nach oben aus. Im Gegenteil! „Ganz schwach“, schüttelte Denis Koopmann den Kopf. „Das war viel zu wenig.“ 49 Gegentore hatten die Letteraner in dieser Saison schon bekommen, diesmal aber gelang es dem DJK-Prunksturm nicht, das Vorwärts-Bollwerk zu überwinden. „Weil wir uns zu sicher gefühlt haben“, analysierte der Trainer. Dieses Gefühl, dass es schon irgendwie klappen werde, erwies sich aber als trügerisch.

12:1 lautete die Bilanz zur Pause – allerdings nicht nach Toren, sondern nur nach Ecken. Ein Standard nach dem nächsten segelte durch den Letteraner Strafraum und sorgte für Gefahr, aber der Ball wollte nicht über die Linie. Am dichtesten dran war Marius Borgert, der einen Eckball von Ron Barenbrügge per Kopf auf die Latte setzte (8.). Ansonsten verpufften die Gelegenheiten – „da fehlten der Wille und die Überzeugung“, kritisierte Koopmann, der lautstark von außen zu wenig Bewegung monierte. Borgert war es auch, der in der 39. Minute nach Steilpass von Ron Barenbrügge haarscharf am langen Pfosten vorbeizielte.

Was sich ab der Mitte der ersten Halbzeit schon angedeutet hatte, griff nach der Pause immer mehr um sich im Spiel der DJK-VBRS. „Da fehlte das Feuer“, gab Denis Koopmann zu. „Lette konnte sich immer mehr hochziehen.“ Und der Außenseiter hatte Chancen. Sascha Peters hatte eigens seinen Sohn Philip, eigentlich Abwehrmann, in den Sturm beordert. „Wegen seiner Schnelligkeit“, erklärte er. „Er sollte den Gegner beschäftigen.“ Und das tat er, als er in der 48. Minute einen Steilpass von Nick Richter vor dem herausstürzenden Torwart Johannes Kasnatscheew erwischte, den Ball aber am Kasten vorbeischaufelte. Mit einer weiteren Chance scheiterte er an Kasnatscheew (64.), nachdem Julien Balzer zwei Minuten zuvor eine Peters-Hereingabe nur haarscharf verpasst hatte. „Jeder hat einen super Job gemacht“, strahlte Sascha Peters. „Das war eines der besten Spiele der vergangenen Jahre.“

Und die DJK-VBRS? Die hatte noch eine Chance durch Marius Borgert (76.), sonst kam nicht viel. Eine Woche vor dem großen Derby müssen sie die Spitze wieder der SG 06 überlassen. „Immerhin sind wir noch punktgleich“, stellte Denis Koopmann fest. „Wenn Lette etwas cleverer gewesen wäre, hätten wir das sogar verlieren können.“ 7 DJK Coesfeld-VBRS – Vorwärts Lette 0:0.

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