Coesfeld
Ein Held, aber kein Sieger

Coesfeld. Der Jubel über das vermeintliche Führungstor für die SG 06 in dieser 79. Minute war noch nicht verklungen, als sich Schiedsrichter Timo Ebbing noch einmal vergewisserte. Heftig hatten die DJK’ler protestiert, auf ein Handspiel hingewesen, das diesem Kopfballtor von Cedric Schürmann vorausgegangen sein sollte. Ebbing suchte den „Vorbereiter“ Tobias Sendfeld auf, hakte nach – und erhielt vom SG-Abwehrmann tatsächlich die Bestätigung: „Ich war mit der Hand dran.“ Kein Tor, es blieb beim 2:2 in diesem hochklassigen Duell vor der fantastischen Kulisse von 1200 Zuschauern – und die Geschichte eines Derbyhelden war geschrieben.

Montag, 18.11.2019, 11:11 Uhr aktualisiert: 18.11.2019, 11:20 Uhr
Der Torschütze zum 2:2-Ausgleich: Cedric Pollmeier (links), hier im Duell mit Henrik Mauermann, schloss einen blitzsauberen Angriff mit dem Treffer ab. Foto: az

Nach den 95 intensiven Minuten wussten die Trainer, wem sie ihren Respekt zollen mussten. „Eine große Aktion von Tobi Sendfeld“, betonte Denis Koopmann. „Das macht nicht jeder.“ So sah sein SG-Kollege Christoph Klaas die Sache auch und schob zugleich hinterher, dass er sich über diese faire Geste nicht wundere: „Das ist Teil unserer Philosophie, die wir hier verfolgen.“

So rückte fast in den Hintergrund, dass die SG 06 dieses Spitzenspiel schon fast in trockenen Tüchern hatte. Denn nach 19 Minuten und bei einer 2:0-Führung dürfte der Großteil der Zuschauer nicht mehr an ein Comeback der „Blauen“ geglaubt haben. „Wir haben besonders in der ersten Halbzeit ein Riesenspiel gemacht und fast jeden Zweikampf gewonnen“, lobte Klaas, der gemeinsam mit Zoui Allali für die SG 06 verantwortlich ist. Für die Führung sorgte Tim Püttmann, der nach einer Flanke von Dominik Deitert per Kopf traf. „Die Flanke haben wir nicht verhindert, den Kopfball nicht bekommen“, bedauerte Denis Koopmann. „Das war unglücklich.“ Fünf Minuten später legte Jannis Pier nach einer Ecke aus gut 22 Metern einen Sonntagsschuss vom Feinsten ins Netz – 0:2 hieß es aus Sicht der DJK-VBRS, die in der Anfangsphase mit einem doppelten Lattentreffer von Marius Borgert und Lucca Rensing Pech hatte.

In der Nachspielzeit der ersten Halbzeit kamen die Eintrachtler zurück, weil Timo Ebbing nach einem Luftduell zwischen Marius Borgert und Cedric Schürmann auf Elfmeter entschied. „Sehr zweifelhaft“, urteilte Klaas, während Koopmann von einer absolut vertretbaren Entscheidung sprach: „Er springt Marius mit den Händen voraus in den Rücken.“ Tobias Hüwe war’s egal, er verwandelte humorlos unter die Latte zum 2:1-Anschlusstreffer.

Nur sieben Minuten nach der Pause stand wieder alles auf Anfang. Mit einem blitzsauberen Konter über Kai Hemsing, der den Torschützen Cedric Pollmeier bediente, glichen die DJK’ler zum 2:2 aus. Dabei blieb es bis zum Ende trotz einiger guter Möglichkeiten für die SG 06, die in der 79. Minute auch besagtes Tor erzielte – aber eins, das Derbyheld Tobias Sendfeld ehrlich zurücknahm. So gab es nur einen Punkt für beide Teams, aber viel Lob für den Fairplayer. 7 SG Coesfeld 06 – DJK Coesfeld-VBRS 2:2; Tore: 1:0 Tim Püttmann (14.), 2:0 Jannis Pier (19.), 2:1 Tobias Hüwe (45.+1/FE), 2:2 Cedric Pollmeier (52.).

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