Handball: Klare Niederlage im Spitzenspiel
Einseitiger Nichtangriffspakt

Coesfeld. Die Suche nach Lösungen gegen diese schwarze Wand blieb weitgehend erfolglos. Quer, nochmal quer, kaum Tempo, zu wenig Aggressivität, um tatsächlich Lücken zu reißen – „da fehlte heute alles“, schüttelte Dirk Haverkämper den Kopf. „Das fühlte sich an wie ein Nichtangriffspakt.“ Ein einseitiger Pakt allerdings, denn die Gäste des Lüner SV nutzten ihrerseits die Chancen eiskalt und ließen das Spitzenspiel vor allem in der zweiten Halbzeit zu einer eindeutigen Angelegenheit werden: Beim 23:32 gegen den Spitzenreiter war für die DJK/VBRS-Handballerinnen nichts zu holen.

Montag, 02.12.2019, 08:50 Uhr
Abgewatscht vom Tabellenführer: Christel Daldrup und die DJK/VBRS-Handballerinnen mussten gegen den Lüner SV eine klare 23:32-Niederlage einstecken. Foto: Frank Wittenberg

Um es deutlich zu sagen: Die Coesfelderinnen spielen bislang eine gute Saison. Auch das Publikum belohnte die Bemühungen nach der Schlusssirene mit Applaus. Allerdings wussten die Spielerinnen selbst, dass sie gegen diesen zugegeben sehr starken Gegner nicht an ihr Leistungsniveau gekommen waren. „Irgendwie ging heute nix“, musste der Trainer feststellen, dass diesmal auch sein Einfluss von der Bank begrenzt blieb. Die Vorgaben mögen angekommen sein, doch wussten die DJK-Damen nicht, wie sie das umsetzen sollten.

Nach dem 1:1 in der vierten Minute gelang den Coesfelderinnen nur noch ein einziges Mal der Ausgleich, als Diana Waning und Magda Hemker mit zwei Treffern das 11:11 besorgten (26.). Als es gut vier Minuten später in die Kabine ging, lagen die Gäste aus Lünen wieder mit 15:12 vorne. Ohnehin hinterließ der Tabellenführer das Gefühl, jederzeit noch eine Schippe drauflegen zu können, während der DJK-VBRS die Leichtigkeit abhanden ging. „Uns ist es zu selten gelungen, in die Lücken zu stoßen oder aus dem Rückraum zu treffen“, musste Dirk Haverkämper zusehen, wie sein Personal vergeblich versuchte, die sehr defensive und höchst konzentriert arbeitende Deckung des Lüner SV zu knacken. Weil sie dann die Bälle leichtfertig weggaben, hatte der Gegner immer wieder den Freiraum, Gegenstöße zu laufen und zu treffen.

Der Moment, in dem solche Spiele noch einmal kippen können, blieb aus. Nach dem 17:21 durch Juliana Hüls blieben mehrere Chancen liegen, weil die Torhüterin der Gäste stark hielt, die DJK-Damen aber oft auch zu unvorbereitet abgeschlossen hatten. Beim 17:25 in der 50. Minute war das Ding endgültig gelaufen. „Nachher gingen die Köpfe runter“, gab der Trainer zu. „Da fehlte die komplette Körpersprache.“ Was ihn wurmte, war weniger die verdiente Niederlage an sich, sondern die Höhe. So ein 23:32, das fühlte sich doch arg nach Klatsche an. „Da müssen wir zum Ende noch mehr Dampf machen“, erklärte Haverkämper. Denn auf das „Friedensangebot“ der DJK-Damen ließ sich Lünen tatsächlich nicht ein. 7 DJK Coesfeld-VBRS – Lüner SV 23:32; Maike Kreikenberg und Jule Bömer (im Tor), Christel Daldrup (10), Juliana Hüls (4), Magda Hemker (3/1), Diana Waning (2), Lea Hemker (2), Britta Reckers (2), Christin Thiery, Lea-Sophie Schneider, Maike Dieker, Lu Ann Dirks, Melanie Moersig.

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