Volleyball: Hauchdünne 2:3-Niederlage gegen Tabellenführer
Beste Werbung mit bitterem Ausgang

Coesfeld. Unentschieden. Gibt’s im Volleyball nicht, wäre hier aber die logische Konsequenz gewesen angesichts des Punkteverhältnisses von 103:103 nach fast zweieinhalb Stunden Spielzeit. „Gerecht wäre sogar ein Sieg für uns gewesen, das hat selbst der gegnerische Trainer bestätigt“, schüttelte Philipp Heuermann den Kopf. Aber die SG 06 ließ gleich drei Matchbälle aus, verlor im Tiebreak hauchdünn mit 14:16 und das Spiel mit 2:3 gegen den Tabellenführer Rhein-Sieg-Volleys Much & Buisdorf – einmal mehr allerbeste Werbung für den Sport, wenn auch für die Coesfelder, die absolut auf Augenhöhe agierten, mit einem bitteren Ausgang.

Montag, 02.03.2020, 06:35 Uhr aktualisiert: 02.03.2020, 07:01 Uhr
Auf Augenhöhe mit dem Spitzenreiter bewegten sich die SG-Volleyballer: Thomas Wittkowski legt den Ball übers Netz, seine Teamkollegen sehen staunend zu. Foto: Frank Wittenberg

So richtig fassen konnten es die Akteure um Trainer Iraj Shir Ali nicht. Da hatten sie den wahrscheinlichen Drittliga-Aufsteiger im vierten Durchgang an die Wand gespielt und waren auch im entscheidenden fünften Satz Herr der Lage. Als aber der Sieg auf dem Präsentierteller lag, griffen sie wie schon eine Woche zuvor in Essen nicht zu. Beim 14:11 fehlte nur noch ein einziger Zähler. „Aber dann hatten wir irgendwie nicht die Eier, auch das abzurufen, was wir können“, ärgerte sich Heuermann. Trotz des frenetisch anfeuernden Publikums im Rücken.

Das hatte schon von Beginn an eine mutig aufspielende SG gesehen, bei denen vor allem Erik Kerp immer wieder für spektakuläre Punkte sorgte. „Der hat fast alles getroffen und ist auch zurecht wertvollster Spieler geworden“, lobte Heuermann seinen Teamkollegen. Beim 11:4 für die Coesfelder zog Much schon die zweite Auszeit. Die wirkte zunächst, denn die Gäste kamen heran, glichen zum 18:18 und 20:20 aus. Aber die SG 06 knickte nicht ein: Phillip Heuermann platzierte den Ball zum 24:21 ins Feld, der nächste Angriff des Tabellenführers flog ins Aus.

In den Sätzen zwei und drei zeigten die Rhein-Sieg-Volleys dann, warum sie ganz oben stehen. „Die sind richtig gut, besonders im Zuspiel“, berichtete Heuermann mit Blick auf die 19:25- und 20:25-Endstände, die auf einen Sieg der Gäste hindeuteten. Doch die Gastgeber schlugen zurück – und wie! Tolle Angriffe, etliche Blockpunkte, gute Aufschläge, dazu die Fans auf der Tribüne, diese Mischung führte zu einem dominanten 25:16 im vierten Satz und zum 2:2-Ausgleich.

Auch im Tiebreak knüpfte die SG nahtlos an – bis zu diesem besagten 14:11-Zwischenstand und den drei Matchbällen. Dann kam beim RSV Ex-Nationalspieler Tim Elsner an die Angabe, und der schaffte tatsächlich eine Serie zum 14:16. „Natürlich schlägt der druckvoll auf, wir haben uns aber in dieser Phase auch einige Fehler erlaubt“, schüttelte Philipp Heuermann den Kopf. Ein Netzroller, der ins Coesfelder Feld tropfte, besiegelte das 2:3, für das Erik Kerp anschließend klare Worte fand: „Das war die ärgerlichste Niederlage in meinem Leben!“ 7 SG Coesfeld 06 – RSV Much & Buisdorf 2:3 (25:21, 19:25, 20:25, 25:16, 14:16).

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