Fußball: Dado Sekic führt die DJK-VBRS von der Kreis- in die Landesliga
Sektdusche für den Meistermacher

Coesfeld. In den Genuss einer Dusche mit alkoholhaltigen Getränken kam er gleich zwei Mal. Anno 2006, kurz vor dem WM-Sommermärchen, spritzten die Sektfontänen im Sportzentrum West, um den Aufstieg in die Bezirksliga gebührend zu feiern. Drei Jahre später floss der Schampus erneut in Strömen, diesmal sogar inklusive Weißbier – Daniel „Dado“ Sekic musste einiges aushalten, aber so einen Landesliga-Aufstieg gibt es nicht alle Tage. „Das war eine irre Zeit“, schüttelt der heute 44-Jährige den Kopf. Von 2002 bis 2010 war er als Spielertrainer für die DJK Coesfeld-VBRS verantwortlich, führte den Club von der Kreis- bis in die Landesliga – „diese Entwicklung war sicher nicht vorherzusehen.“

Samstag, 06.06.2020, 12:12 Uhr aktualisiert: 06.06.2020, 12:50 Uhr
Ein Sekt in Ehren – großzügig verteilte Dado Sekic den Schampus, als am 28. Mai 2006 mit dem 3:1-Sieg gegen Adler Buldern der Meistertitel eingesackt war. Fotos: Archiv Foto: az

Wertvoll war jeder der beiden Titel. Wenn er aber ein Ranking machen müsste, würde er gewiss dieses Meisterstück 2006 in der Kreisliga A auf Platz eins setzen. „Weil wir eine unfassbare Quote holen mussten, um es zu schaffen“, erinnert er sich noch gerne an den heißen Zweikampf mit Adler Buldern, den sie erst am vorletzten Spieltag im direkten Duell endgültig für sich entschieden haben. „Buldern hat eine überragende Saison gespielt“, lächelt Sekic. „Aber wir haben sie in beiden Spielen geschlagen.“

Wenn er „unfassbare Quote“ sagt, dann übertreibt er gewiss nicht. 27 Siege in 30 Spielen und keine einzige Niederlage bei 120:21 Toren standen am Ende zu Buche. Drei Unentschieden haben sie sich nur erlaubt: zunächst ein 2:2 bei Vorwärts Hiddingsel am achten Spieltag, dann eine Woche später ein 4:4 gegen DJK Dülmen, womit sie die Tabellenführung, die sie sich schon zum Saisonauftakt mit einem 8:0 gegen DJK Rödder geschnappt hatten, an Buldern abgeben mussten. Am 14. Spieltag kehrten sie auf den Thron zurück und gaben diesen Platz nicht mehr her – „auch wenn wir später in einem legendären Spiel auf Asche gegen FSV Gescher II nur 1:1 gespielt haben“, berichtet Sekic. „Da hat es so geregnet, dass wir bis zu den Knöcheln im Wasser standen.“

So überragend sie auch auftraten, Adler Buldern ließ sich nicht abschütteln. Vor dem Showdown am 29. Spieltag hatte die DJK-VBRS drei Punkte Vorsprung – und machte das ersehnte Meisterstück mit einem 3:1-Heimsieg im direkten Duell durch Tore von Jörg Paas (2) und Arne Häusler perfekt. 84 von 90 möglichen Punkten lagen letztlich auf dem Konto: „Verdienter geht es wohl nicht, denn so eine Bilanz dürfte vorher und nachher niemand hingelegt haben.“

Im vierten Jahr gelang das ersehnte Meisterstück. Schon im Sommer 2002 hatte Dado Sekic bei den Eintrachtlern angeheuert – im zarten Alter von 26 Jahren. „Trödel hatte mit mir Kontakt aufgenommen“, erinnert der Rekener sich gerne an den mittlerweile verstorbenen Wolfgang Klein. „Ein toller Wegbegleiter, dem ich viel zu verdanken habe.“ Das Wagnis Spielertrainer ist Sekic eingegangen, weil ihm schnell klar war, mit der DJK-VBRS einen schlafenden Riesen vorzufinden. „In der Saison zuvor hatte die Mannschaft nur den 13. Platz belegt“, erzählt er. „Aber ich wusste, dass dieser Verein viel Potenzial hat.“ Daran hat er gearbeitet, auch wenn er zugibt, dass die ersten Spielzeiten „bitter“ gewesen seien: 2003 mussten sie als Sechster dem Ortsrivalen ESV zum Bezirksliga-Aufstieg gratulieren, ein Jahr später als Fünfter den Rasensportlern. 2005 kletterte die DJK-VBRS bis auf Rang drei, diesmal aber hatte der VfL Billerbeck vier Punkte mehr auf dem Konto. „Wir haben uns aber kontinuierlich gesteigert.“

Den Lohn haben sie im Mai 2006 eingefahren – und damit war die Erfolgsstory Dado Sekic und DJK noch längst nicht abgeschlossen. „Wir haben immer weitergemacht, das hat total Spaß gebracht – auch wegen des tollen Betreuerstabes“, denkt er an Helfer wie Christian Pier. Schon in der ersten Bezirksliga-Saison schafften sie es als Aufsteiger auf Rang fünf, danach auf Platz vier. Und in der Spielzeit 2008/09 gelang erneut der große Wurf: Schon am viertletzten Spieltag machten die Eintrachtler mit dem 1:0-Heimsieg gegen Union Lüdinghausen durch ein Tor von Hajro Jusufovic den Aufstieg in die Landesliga perfekt. Der Grundstein zu diesem Erfolg sei schon drei Jahre vorher beim Rückflug von der Mallorca-Mannschaftsfahrt im Gespräch mit seinem Co-Trainer Oliver Glaser gelegt worden. „Wir haben als Aufsteiger auf die Viererkette umgestellt. Das war damals noch völlig ungewöhnlich“, erzählt Sekic. Diese Entwicklung sei aber der Schlüssel gewesen. „Im Meisterjahr waren andere Mannschaften wie SG Borken sicherlich individuell besser besetzt“, gibt er zu. „Aber wir waren dadurch taktisch weiter.“

Das Ziel Landesliga-Klassenerhalt setzte er in der Saison 2009/10 um, auch wenn das Team zu Beginn viel Lehrgeld habe zahlen müssen. „Wir haben aber die richtigen Schlüsse gezogen und es gepackt“, sagt Dado Sekic, für den dann aber nach acht erfolgreichen Jahren Schluss war. Der Kampf um den Klassenerhalt hatte Spuren hinterlassen. „Aber es ging ja mit Olli Glaser und später Erdal Dasdan sehr erfolgreich weiter.“ Bis in die Westfalenliga führte der Weg, ehe die DJK-VBRS in der jüngsten Saison aus freien Stücken wieder in der A-Liga auflief – in der Klasse, aus der Sekic sie 2006 geführt hatte. „Jetzt geht es ja direkt wieder rauf, das freut mich“, verweist Sekic auf den prompten Wiederaufstieg. „Dieser Verein gehört auch dauerhaft in die Bezirks- oder Landesliga!“

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