Beachvolleyball: Erik Kerp und Thomas Wittkowski wollen zu den Westdeutschen Meisterschaften
Lange Kerls im feinen Sand

Coesfeld. Die erste gemeinsame Spielzeit haben sie sich gewiss anders vorgestellt. Zumindest die Vorbereitung darauf, die umso wichtiger ist, wenn ein Team erstmals Seite an Seite im Sand unterwegs ist. „Wir konnten erst kurzfristig loslegen“, zuckt Erik Kerp mit den Schultern. Trotzdem hat er mit Thomas Wittkowski das Ziel klar vor Augen: die Westdeutschen Beachvolleyball-Meisterschaften am letzten August-Wochenende in Düren. Dafür wollen sich die beiden Akteure der SG Coesfeld 06 qualifizieren – und für diesen Traum gilt es, Woche für Woche Punkte einzusammeln.

Donnerstag, 25.06.2020, 07:30 Uhr
Geballte Power im Oranje-Trikot: Erik Kerp, der Niederländer im Team der SG Coesfeld 06, baggert in diesem Sommer an der Seite von Thommy Wittkowski im Sand. Foto: az

Im Sand gespielt haben sie beide in den vergangenen Jahren schon, allerdings nie in einer festen Konstellation. Das soll sich jetzt ändern. „Wir wollen es gemeinsam durchziehen“, betont der 23-jährige Kerp. Sie kennen sich sehr gut aus dem Regionalliga-Team der SG 06, auch wenn das spielerisch auf dem Beach-Feld nicht unbedingt weiterhilft. „In der Halle nehmen wir uns ja eher die Bälle weg“, verweist Thomas Wittkowski darauf, dass sie als „lange Kerls“ mit mehr als zwei Metern Körpergröße zur Kategorie der Angriffsspieler zählen. „Aber menschlich wissen wir uns dadurch besser einzuschätzen.“ Ein nicht unwesentlicher Faktor in einem Duo, das gemeinsam sportliche Erfolge erreichen will.

Mit dem regelmäßigen gemeinsamen Training ist das so eine Sache. Beide studieren – Thommy Wittkowski Bio-Ingenieurwesen in Dortmund, Erik Kerp Niederlande-Deutschland Studien in Münster. Da geht es nicht mal „eben so“ auf das Feld, vielmehr müssen die Einheiten mit der Mannschaft in Coesfeld genutzt werden. „Udo Jeschke gestaltet das Training aber oft so, dass wir davon profitieren können“, freut sich Kerp über die Unterstützung des neuen SG-Coaches. Auch nach den eigentlichen Einheiten legen sie bisweilen ein paar Übungen nach.

Den Aufwand nehmen sie gerne auf sich. Denn bei schönem Wetter nicht in der Halle ackern zu müssen, sondern unter freiem Himmel, empfinden sie als schönen Vorteil. Zudem bringt es Abwechslung, lächelt Erik Kerp: „Nach der Hallensaison freue ich mich auf den Sand, am Ende des Sommers ist es dann umgekehrt.“ Spaß bereitet beides – allerdings sei der Beachvolleyball anspruchsvoller. „Da ist mehr Übersicht und Vielseitigkeit gefragt“, erklärt Thomas Wittkowski. Eine Spezialisierung, wie es in der Halle auf bestimmten Positionen möglich sei, gebe es hier zwangsläufig nicht. „Im Sand musst du alles können“, sagt der 21-Jährige. Athletisch härter sei es obendrein, was aber wiederum ein Vorteil für die folgenden Hallensaison sei, ergänzt Kerp: „Wir bleiben den ganzen Sommer über topfit.“

Müssen sie auch, wenn sie das große Ziel erreichen wollen. Für rund zehn Turniere haben sie gemeldet, bei denen sie für möglichst gute Platzierungen entsprechende Punkte kassieren. Nur acht waren es beim ersten gemeinsamen Auftritt bei eigenen A-Cup in Coesfeld, als Kerp/Wittkowski nach zwei knappen Niederlagen früh die Segel streichen mussten. Am vergangenen Freitag beim B-Cup in Münster-Gievenbeck reichte es immerhin zu Rang vier und zwölf Punkten für die Ranglistenwertung. Bereits am morgigen Freitag (26. 6.) steigt der nächste B-Cup in Gievenbeck, bei dem Erik Kerp einmal mehr die Organisation übernimmt.

Wenn alles gut läuft, werden sie zum Saisonhöhepunkt am 29./30. August im Dürener Sand stehen und um die Westdeutsche Meisterschaft mitmischen. Das sogar als internationales Team, denn das Oranje-Trikot, das Erik Kerp gerne mal trägt, hat seine Bedeutung. „Meine Eltern sind vor 30 Jahren nach Deutschland gekommen“, lächelt er. „Ich bin hier geboren, habe aber die niederländische Staatsbürgerschaft.“

Wobei sein Kollege Thommy Wittkowski bisweilen noch ungewöhnlicher daher kommt, denn er trägt tatsächlich das Emblem der TSG 1899 Hoffenheim auf der Hose – und dürfte damit die Zuneigung zu diesem Fußballclub im Münsterland ziemlich exklusiv ausleben. „Die haben mich begeistert, als sie damals in die Bundesliga aufgestiegen sind“, zuckt er mit den Schultern, „Daraus ist eine Liebe entstanden . . .“

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