Handball: Neue Saison mit zwei kleinen Staffeln inklusive Auf- und Abstiegsrunde
Kein Jubel über geteilte Liga

Coesfeld. Die Begeisterung hält sich in Grenzen, daraus macht Sven Holz kein Geheimnis. „Es ist genau das eingetreten, was ich mir nicht gewünscht hatte“, schüttelt er den Kopf – auf zwei Mini-Bezirksligen muss sich der Trainer mit seinen DJK/VBRS-Handballern in der neuen Saison 2020/21 einstellen, eine Achter- und eine Neuner-Gruppe, am Ende eine Aufstiegs- und Abstiegsrunde. Auf der Grundlage des Saisonabbruchs wegen der Corona-Pandemie müsse eine Lösung gefunden werden, weiß er: „Aber diese Regelung ist nicht schön.“

Freitag, 10.07.2020, 07:50 Uhr aktualisiert: 10.07.2020, 08:00 Uhr
Norden (blau) und Süden (grün) sauber aufgeteilt: In zwei Staffeln wird die Bezirksliga spielen. Anschließend gibt es eine Auf- und Abstiegsrunde. Grafik: Handballkreis Münsterland/Stepmap Foto: az

Nicht schön, aber sie war zu befürchten. „Das kommt dabei heraus, wenn so viele Wildcards verteilt werden“, ist Holz kein Freund der Aufstiegsregelung, die vorsah, dass alle Mannschaften in die höhere Klasse dürfen, die zum Zeitpunkt des Saisonabbruchs im März auf der Grundlage einer Quotientenwertung noch eine theoretische Chance dazu hatten. Das hat das Gesicht der Bezirksliga Münsterland gehörig verändert: Sechs Konkurrenten der DJK-VBRS sind nach oben in die Landesliga gewechselt, dafür kommen gleich neun Teams neu aus der Kreisliga rauf in die Bezirksliga – was diese Klasse auf 17 Mannschaften wachsen lässt. „Eine geringere Anzahl an Wildcards hätte es vielleicht auch getan“, zuckt Sven Holz mit den Schultern. „Aber wir müssen das Beste daraus machen.“

Das bedeutet für die Eintrachtler: Sie müssen sich auf einige neue und unbekannte Gegner einstellen. In der Neuner-Gruppe bekommen sie es mit fünf Aufsteigern zu tun – ASV Senden II, BSV Roxel, HSG Preußen/Borussia Münster, Westfalia Kinderhaus II und HSG Angelmodde/Gremmendorf. Aus der vergangenen Saison sind lediglich DJK Hiltrup, SG Sendenhorst und TV Friesen Telgte II erhalten geblieben. Weitere Konkurrenten wie TV Borghorst oder HSG Hohne/Lengerich sind in die andere Staffel eingruppiert worden. Hier hat der Handballkreis Münsterland eine scharfe Linie gezogen, den Kreis Steinfurt in Staffel 1 zusammengefasst, die Teams aus den Kreisen Coesfeld und Warendorf sowie aus Münster in Staffel 2. Auch das findet der DJK-Trainer schade: „Ich hätte es lieber gesehen, wenn gelost und durchgemischt wird.“

Zumal der Modus dazu führen wird, dass die Coesfelder gegen einige Bezirksliga-Konkurrenten gar nicht antreten werden. Denn nach der „normalen“ Saison mit Hin- und Rückrunde werden die jeweils ersten vier Teams aus den beiden Staffeln eine Aufstiegsrunde spielen, während die anderen Mannschaften in die Abstiegsrunde müssen. Gespielt wird dann nur noch gegen die Gegner aus der anderen Staffel, die Punkte gegen die eigenen Konkurrenten werden mitgenommen.

Wohin die Reise gehen soll, steht für Sven Holz fest. Als beste Mannschaft 2019/20, die nicht in die Landesliga aufgestiegen ist, soll der Anspruch sein, oben mitzuspielen. „Ich werde aber sicher nicht behaupten, dass wir der Topfavorit sind“, weiß er um die vielen Unwägbarkeiten und die Erfahrung aus dem schwachen Saisonstart vor einem Jahr. „Dennoch wollen wir ganz klar die Aufstiegsrunde erreichen.“ Und das mit möglichst wenigen Minuspunkten, um bis zum Ende die Chance zu erhalten, um einen der beiden Aufstiegsplätze zu kämpfen.

Geplant ist der Saisonstart für das Wochenende 3./4. Oktober, sofern die Corona-Vorgaben, die für den Hallensport noch streng sind, es zulassen. Seit einigen Wochen befinden sich die Eintrachtler wieder im Training, zunächst draußen, mittlerweile auch in der Halle. „Das allerdings noch nicht in kompletter Besetzung, weil nur zehn Spieler gleichzeitig trainieren dürfen“, erläutert Sven Holz. Wenn sich mehr Akteure einfinden, müsse die Halle geteilt werden. Einige Testspiele sind ins Auge gefasst, unter anderem gegen Friesen Telgte – wann die stattfinden können, sei nicht sicher: „Wir müssen sehen, was wann wieder erlaubt ist.“

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