Volleyball: SG 06 biegt erneut 0:2-Rückstand in 3:2-Sieg um
Nervenkitzel in der Dauerschleife

Coesfeld. Die Bitte, nicht erneut einem Nervenkitzel erster Güte ausgesetzt zu werden, blieb nicht mehr als ein frommer Wunsch. Vielmehr wurde Udo Jeschke das Gefühl nicht los, die Wiederholung eines Krimis eingeschaltet zu haben, die von den Programmplanern nach nur einer Woche erneut auf den Sender gesetzt wurde. „Das darf uns nicht passieren“, schüttelte der Trainer der SG-Volleyballer nach dem Déjà-vu den Kopf: Auch bei ART Düsseldorf lagen die Coesfelder 0:2 hinten, um die Partie nach über zwei Stunden doch noch in einen 3:2-Sieg zu biegen.

Montag, 19.10.2020, 06:59 Uhr
Steigerte sich im Spielverlauf uns setzte die Angreifer immer wieder punktgenau ein: Fabian Röttgering. Foto: Frank Wittenberg

Immerhin: Der Verlauf dieses Spiels hielt ein besonderes Schmankerl parat, auch wenn das dem Trainer überhaupt nicht schmeckte. Denn nach dem mit 20:25 verlorenen ersten Satz, in dem die SG nicht richtig in die Gänge kam, schien in Durchgang zwei die Spur gefunden: 17:6 lagen die Coesfelder vorne, kurz darauf 20:10. Alles gelaufen? Von wegen? „Was dann passiert ist, kann man kaum erklären“, musste Jeschke von außen zusehen, wie sein Personal die Zügel komplett aus der Hand gab. „Der Gegner war mental gut drauf. Das hat uns beeindruckt und eine Fehlerserie erzwungen.“ Auf 20:23 verkürzte Düsseldorf, dennoch besaß die SG 06 dann vier Satzbälle, die aber allesamt ungenutzt blieben – sodass sich die Gastgeber den Satz mit 28:26 doch noch holten. „Das hat uns alle entsetzt“, gab Jeschke ehrlich zu.

Dann aber folgte das, was sie schon eine Woche zuvor gegen Germania Windeck aufs Parkett gelegt hatten. Die Coesfelder steigerten sich mit dem 0:2-Rückstand im Nacken, legten immer mehr drauf, während der Gegner nach und nach abbaute. „Wir haben dann endlich Druck über die Aufschläge gemacht und den Gegner nicht mehr so sehr in den Spielaufbau kommen lassen“, berichtete der Trainer, der ein Sonderlob an Fabian Röttgering verteilte: „Er hat unsere Angreifer sehr gut in Szene gesetzt.“ Über 13:5 und 21:10 holten sie sich Satz drei mit 25:16 und setzten sich auch im vierten Durchgang nach ständiger Führung mit 25:20 durch – der 2:2-Ausgleich war geschafft.

Wieder ging es in den Tiebreak, und hier setzte sich die SG nach einem 6:7-Rückstand auf 9:7 und 13:9 ab. Der zweite Matchball saß zum 15:11 und damit zum 3:2-Sieg, der immerhin zwei Zähler bescherte. „Dennoch haben wir einen Punkt verschenkt“, sprach Udo Jeschke Klartext. Mit 70 Prozent seien eben in der Regionalliga keine Spiele zu gewinnen. „Wir haben nicht von Beginn an die richtige Einstellung gezeigt, das ärgert mich.“ Auch wenn sie erneut mit einer überragenden Moral beeindruckt haben. 7 ART Düsseldorf – SG Coesfeld 06 2:3 (25:20, 28:26, 16:25, 20:25, 11:15).

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