Handball: DJK Coesfeld stellt den Betrieb schon vor dem Lockdown-Montag ein
Training nur noch online

Coesfeld. Trainiert wird weiter, allerdings nicht mehr auf dem Hallenparkett, sondern online. „Alle waren sich einig, dass wir etwas tun wollen, um unseren guten Fitnessstand zu halten“, berichtet Dirk Haverkämper. An Spiele ist vorerst nicht zu denken, an gemeinsame Einheiten nur noch auf Distanz – vom sportlichen Lockdown bleiben auch die Handballer der DJK Coesfeld nicht verschont.

Freitag, 30.10.2020, 07:35 Uhr aktualisiert: 30.10.2020, 07:40 Uhr
Ein einziges Heimspiel war Nino Adler und den DJK-Handballern bisher vergönnt. Jetzt müssen sich die Sportler wieder in Geduld üben. Foto: Frank Wittenberg

Bis gestern hatte der Handballverband Westfalen noch offen gelassen, ob die für das Wochenende angesetzten Meisterschaftsspiele ausgetragen werden, ehe dann doch die endgültige Absage kam. „Für uns war aber schon vor der Entscheidung der Ministerpräsidenten klar, dass wir vorerst nicht mehr spielen und auch nicht mehr gemeinsam trainieren werden“, erklärt Haverkämper, für dessen Verbandsliga-Damen laut Plan am morgigen Samstag noch ein Auswärtsspiel bei der TG Hörste angestanden hätte. „Beide Mannschaften waren sich aber schon im Vorfeld einig, dass wir darauf verzichten wollen“, sagt Haverkämper.

Gleiches gilt für die Bezirksliga-Herren, die zwei Tage vor dem Lockdown noch ihr Auswärtsspiel beim BSV Roxel austragen sollten. Der Gegner habe aber schon rechtzeitig mitgeteilt, wegen einer Quarantäne-Situation im Verein nicht auflaufen zu wollen. „Unser Handballvorstand hat dann am Mittwoch entschieden, den Betrieb sofort einzustellen“, teilt Trainer Sven Holz mit. Ab sofort gehen alle DJK-Mannschaften in den Wartetstand – mit der Hoffnung, im Dezember in irgendeiner Form wieder loslegen zu können.

Denn die Notbremse trifft die Handballer hart. Während in den Fußballligen bereits acht Spieltage über die Bühne gegangen sind, haben die DJK-Herren nur zwei Partien ausgetragen, die Damen sogar nur eine. Von Anfang März bis Anfang Oktober mussten sie warten, jetzt beginnt die Hängepartie erneut. „Wir müssen es hinnehmen und mittragen“, zuckt Sven Holz mit den Schultern, der die Vorgaben „sehr schade“ findet: „Denn ich bin persönlich nicht der Meinung, dass der Sport der Treiber bei den Infektionszahlen ist.“ Natürlich sei die DJK-Handballabteilung kein Wirtschaftsunternehmen, und die Lockdown-Maßnahmen treffen die Beteiligten in diesem Fall nur im Privaten. „Die Gesundheit geht vor, daran gibt es keinen Zweifel“, betont der Trainer. „Dennoch meine ich: Wenn wir alle vernünftig damit umgehen, wäre sicherlich mehr möglich.“

Was bleibt, ist die Hoffnung, dass die Zwangspause tatsächlich nur bis Ende November dauern muss. Bis dahin werden sie versuchen, sich fit zu halten. „Wir wollen zu festen Zeiten Übungseinheiten durchführen, nur dann jeder für sich“, kündigt Dirk Haverkämper für die DJK-Damen an. „Ich werde die Mannschaft dafür mit Material unterstützen.“ Für die Herren hofft Sven Holz, dass er kleinere Challenges anbieten kann. Ansonsten liege wieder vieles in der Eigenverantwortung der Spieler, zumal ja nicht einmal in der Gruppe gemeinsam gelaufen werden dürfe.

Beide Trainer verbindet die Hoffnung, im Dezember tatsächlich wieder in den Trainingsbetrieb einsteigen zu können. Auf Anhieb Meisterschaftsspiele ohne vernünftige Vorbereitung seien allerdings schwierig, betont Dirk Haverkämper, der jetzt schon gespannt ist, welche alternativen Konzepte der Verband ausarbeiten wird, um eine Wertung der Saison gewährleisten zu können. „Das wird sicherlich nicht einfach“, vermutet er. „Aber wichtig ist, dass es dann für alle gemeinsam entschieden wird.“

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