Fußball: Aufsteiger SG Coesfeld 06 holt viele Punkte in der Schlussphase
Volldampf bis zur letzten Sekunde

Coesfeld. Die Qualität, hellwach zu sein bis zur letzten Sekunde. Noch einmal zuschlagen, wenn der Gegner sich schon in Sicherheit wiegt – einfach nie aufgeben. Fleiß wird eben belohnt, das ist der beste Beweis. „Die Jungs arbeiten auch im Training bis zum Ende und lassen es nie vorher ausklingen“, sagt Christoph Klaas. „Das zahlt sich dann im Spiel aus.“ Und wie: Nicht zuletzt dank einiger später Treffer hat sich der Aufsteiger schnell in der Bezirksliga etabliert. Platz fünf nach acht Spielen, das kann sich sehen lassen für die SG Coesfeld 06.

Mittwoch, 11.11.2020, 10:25 Uhr aktualisiert: 11.11.2020, 10:40 Uhr
Skeptische Mienen sind bisher nur selten nötig: (von links) Trainer Christoph Klaas, Sportlicher Leiter Dirk Lowak und Trainer Zoui Allali dürfen mit dem Saisonverlauf sehr zufrieden sein. Foto: az

Die Premiere bot gleich ein Schlüsselerlebnis. Lange rannte die SG im ersten Bezirksligaspiel der Fusionsgeschichte gegen den TuS Wüllen einem Rückstand hinterher und schaffte in Minute 90.+5 den 2:2-Ausgleich. „Da ist der Knoten geplatzt“, lächelt Zoui Allali. „Die Mannschaft hat daraus Kraft und Selbstvertrauen geschöpft.“ Und den Glauben daran, dass immer noch etwas geht. 3:2 gegen ASV Ellewick, 3:1 beim FC Epe, 1:1 gegen Vorwärts Epe, immer wieder erzielten die Coesfelder späte Tore. Fünf Treffer ab der 82. Minute, die insgesamt sechs Punkte bescherten. Charaktertest bestanden!

Aus vielen kleinen Schritten kann Großes entstehen. „Wir haben uns immer wieder einzelne Ziele gesetzt“, erzählt Allali. Der erste Bezirksligapunkt, Check am ersten Spieltag mit dem 2:2 gegen Wüllen. Der erste Auswärtspunkt eine Woche später mit dem 2:2 bei Adler Weseke. Der erste Sieg am dritten Spieltag mit dem 3:2 gegen den VfL Ramsdorf. Der erste Auswärtssieg (3:1 beim FC Epe), zuletzt das erste Spiel ohne Gegentor beim 3:0 bei der SpVgg Vreden II – es läuft bei der SG 06. „Wir sind sehr zufrieden“, betont Zoui Allali, der im zweiten Jahr gemeinsam mit Christoph Klaas für die Mannschaft verantwortlich ist. An der Zielsetzung, die sie vor der Saison ausgegeben haben, wird sich aber nichts ändern: nichts mit dem Abstiegskampf zu tun haben, möglichst im einstelligen Bereich ansiedeln. „Daran arbeiten wir“, versichert Klaas. „Aber ganz oben auf der Agenda steht ohnehin die Weiterentwicklung der einzelnen Spieler.“

Nein, auf Erfolgen ausruhen, das war von Beginn an nicht angesagt. Denn für die SG sei der Aufstieg ein großes Abenteuer, erklärt Zoui Allali. „Wir haben nur sehr wenige Spieler mit Bezirksliga-Erfahrung im Kader“, sagt der 39-Jährige. „Wir wissen, dass das Niveau vorhanden ist, es lässt sich aber nur mit Fleiß abrufen.“ Daran arbeiten sie, das Kollektiv wird immer stärker. Natürlich getragen von einem Kapitän und Torjäger Lucas Jacobs, der bislang in jedem der acht Spiele getroffen hat. Aber Allali kann noch viele weitere Beispiele nennen: „Mika Rotthäuser zum Beispiel kommt aus der zweiten Mannschaft und spielt eine super Rolle.“ Oder die bisherigen A-Jugendlichen Christian Thier und Theo Dittmar, die schon ihre Einsätze von Beginn an hatten. Überhaupt spiele die Breite des Kaders eine große Rolle. „Gut, dass wir daran etwas getan haben“, sieht sich der Sportliche Leiter Dirk Lowak bestätigt. „Wir sehen uns gut aufgestellt.“

Es läuft – umso bitterer kommt die Vollbremsung durch den sportlichen Corona-Lockdown. Lamentiert wird deshalb nicht. „Wir haben die Situation ja schon zum zweiten Mal, also gehen wir gelassener damit um“, macht Lowak deutlich. Trainiert wird weiter, denn die Spieler bekommen Aufgaben im Bereich Ausdauer und Kraft gestellt. Nicht einfach in der dunklen Jahreszeit, aber notwendig, betont Zoui Allali. Sie wollen gewappnet sein für alle möglichen Szenarien. „Selbst wenn nur eine Woche Zeit bleibt zum nächsten Spiel, werden wir bereit sein“, versichert Dirk Lowak.

Wann das tatsächlich sein wird, steht in den Sternen. „Natürlich würden wir gerne noch vor Weihnachten spielen“, sagt Christoph Klaas. „Aber so richtig glaube ich nicht daran.“ Ziel müsse wohl vor allem sein, die 15 Spiele und damit zumindest eine Halbserie hinzubekommen, ergänzt Zoui Allali. Je früher, desto besser – „ich gehe davon aus, dass wir eine zählbare Saison hinbekommen.“ Bis dahin wollen sie mit den vielen kleinen Schritten das große Ziel erreicht haben. Und darauf anstoßen. Die Aufstiegsfeier im vergangenen Sommer mussten sie abblasen. „Wir haben gesagt, dass wir die Feier nachholen, wenn wir bestätigt haben, dass wir verdient aufgestiegen sind“, lächelt Dirk Lowak. „Es würde mich freuen, wenn das am Saisonende klappt.“

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