Fußball: Allgemeines Verständnis für die Entscheidung des Verbandes
Kein Torjubel vor dem 1. April

Kreis Coesfeld. Die ganz große Überraschung war es eher nicht. „Ich war sowieso nicht davon ausgegangen, dass wir vor April wieder spielen“, zuckt Christoph Klaas mit den Schultern. Seit gestern haben der Trainer der SG Coesfeld 06 und alle Fußballer aber die Gewissheit: Frühestens am 1. April werden im Bereich des Fußball- und Leichtathletikverbandes Westfalen (FLVW) wieder offizielle Spiele stattfinden – ein Cut für diese komplette Saison 2020/21, wie ihn die Handballer in dieser Woche vollzogen haben, steht aber nach wie vor nicht zur Debatte. „Würden wir bereits jetzt die Saison abbrechen, obwohl der Wettkampfbetrieb zum Beispiel im Frühjahr wieder möglich ist, wäre der Verband rechtlich angreifbar“, teilt der FLVW mit.

Samstag, 30.01.2021, 07:45 Uhr aktualisiert: 30.01.2021, 07:50 Uhr
Das Warten geht weiter: Frühestens ab dem 1. April werden Lukas Zumbülte (VfL Billerbeck, links) und Matthias Horstick (SV Gescher) wieder um Meisterschaftspunkte kicken. Foto: Frank Wittenberg

Eine Entscheidung, der sich der Fußballkreis Ahaus-Coesfeld selbstverständlich anschließen werde, erklärt Willy Westphal. Das Ziel, unter dem Strich 50 Prozent der Spiele absolviert zu haben, bleibe fest im Blick. „Mit Wiederaufnahme des Spielbetriebes werden zunächst die Hinrunden-Spieltage und die ausgefallenen Spiele nachgeholt“, kündigt der Kreisvorsitzende an. Auch der Krombacher-Kreispokal-Wettbewerb, in dem bislang zwei Runden absolviert sind und der mit dem Achtelfinale fortgesetzt werden muss, solle auf jeden Fall bis zum Ende der Saison regulär abgeschlossen werden. Sicher sei, dass bis mindestens zum 30. Juni keine Turniere oder ähnliche Sportveranstaltungen im Kreis genehmigt werden: „Zumal die Corona-Schutzverordnung derartige Veranstaltungen mit vielen Menschen nicht zulässt.“ Der Fußballkreis Ahaus-Coesfeld werde den Verantwortlichen des Fußballbereiches seiner Vereine beziehungsweise den Vereinsvorsitzenden anbieten, im Rahmen von Videokonferenzen die aktuelle Sachlage zu erörtern.

Ob der Zeitplan tatsächlich funktioniert? Im März ins Training zurückkehren, im April wieder spielen – ob das realistisch ist, kann Tobias Paschert nicht einschätzen. Der Spielertrainer von Westfalia Osterwick geht davon aus, dass nach dem harten Lockdown die Rückkehr in den Alltag nur schrittweise erfolgen werde: „Und da steht der Amateursport wohl nicht an erster Stelle.“ Möglicherweise werde wie nach dem ersten Lockdown im vergangenen Frühjahr zunächst ein Training in Kleingruppen wieder machbar sein. Allerdings hält Paschert eine Rückkehr in den Spielbetrieb ohne eine umfangreiche Vorbereitung für wenig sinnvoll. „Die angedachten zwei Wochen sind jedenfalls viel zu wenig“, betont er. „Da wäre das Verletzungsrisiko zu groß.“

Die besagten 50 Prozent der Saison noch über die Bühne zu bringen, das könnte nach Ansicht des Westfalia-Trainers in den heimischen Ligen klappen: „Wir sind ja hier gut aufgestellt und haben schon viele Spiele hinter uns.“ In der Oberliga mit insgesamt 21 Mannschaften oder in der Landesliga, wo die IG Bönen-Fußball bislang nur drei Partien ausgetragen hat, könnte das inklusive der Pokalwettbewerbe schon schwieriger werden. „Ich finde auf jeden Fall gut, dass es weitergehen soll“, ist Christoph Klaas froh, dass ein Saisonabbruch vorerst kein Thema zu sein scheint. Gut für alle Fußballer und nicht zuletzt für die ambitionierten Mannschaften, die sich berechtigte Hoffnungen auf den Aufstieg machen, erklärt der SG-Trainer: „SuS Stadtlohn in der Bezirksliga zum Beispiel oder auch unsere eigene zweite Mannschaft in der Kreisliga B würde es sonst hart treffen.“

Für die Fußballer bleibt vorerst nur die Warteschleife – wie bereits im Frühjahr 2020 und wie schon ununterbrochen seit Ende Oktober. „Wir kennen das ja schon“, verweist Christoph Klaas auf Online- und Distanz-Training im Dauermodus. In den vergangenen drei bis vier Wochen hat er gemeinsam mit seinem Trainerkollegen Zoui Allali das Pensum wieder angezogen, zudem Aufgaben mit dem Ball eingestreut: „Wichtig ist ja auch, die Motivation oben zu halten.“

Daran arbeiten sie auch bei Westfalia Osterwick. Nach einer „offiziellen“ Winterpause haben Tobias Paschert und Mario Worms ihr Personal wieder ins Lauftraining geholt, dazu gibt es einmal in der Woche ein Online-Workout. „Wir sorgen aber auch dafür, dass wir Spaß miteinander haben können“, lächelt Paschert und verweist auf den teaminternen Wettbewerb vor einer Woche – auf Abstand und „nur“ an der Konsole: Beim FIFA-Turnier setzte sich Schnapper Julian Wensky vor Mario Worms durch.

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