Coesfeld Bulls haben seit eineinhalb Jahren kein Ligaspiel mehr absolviert
Endloses Warten auf die nächste Saison

Coesfeld. So schön der Super Bowl auch anzuschauen ist, so langsam wollen sie selbst wieder auf den Platz zurückkehren. „Es juckt schon sehr in den Fingern“, gibt David Baumeister, Teamsprecher der Coesfeld Bulls, zu. Der gebürtige Münsteraner wechselte nach sieben Jahren bei den Münster Mammuts im Januar 2019 in die Kreisstadt, um gemeinsam mit den Bulls in ihre erste Saison seit der Gründung im Sommer 2017 zu gehen. „Ein super Auftakt, bei dem wir nicht nur neue Mitspieler und Zuschauer gewonnen haben, sondern uns auch einen guten Namen gemacht haben“, bilanziert Baumeister die erste Spielzeit der Bulls. Ihre Debüt-Saison schlossen die Spieler in den rot-schwarzen Trikots mit einem zweiten Tabellenplatz in ihrer Division ab. „Da waren wir natürlich heiß, im nächsten Jahr einen weiteren Schritt nach vorne zu machen“, erinnert sich der 25-Jährige.

Freitag, 12.02.2021, 06:04 Uhr
Lang ist es her, dass die Coesfeld Bulls ihr letztes Spiel absolviert haben. Da die Saison 2020/21 vom Verband gestrichen wurde, standen die American Footballer aus der Kreisstadt zuletzt im September 2019 bei einem Liga-Spiel auf dem Platz. Foto: Archiv

Diese Chance blieb den Bulls allerdings verwehrt. Dass sie im September 2019 vorerst das letzte Mal bei einem Ligaspiel auf dem Platz standen, konnte zu diesem Zeitpunkt niemand ahnen. In Folge der Corona-Pandemie hatte der American-Football-und-Cheerleading-Verband die Spielzeit 2020/21 komplett gestrichen. „Eine nachvollziehbare Entscheidung, wenn man bedenkt, dass pro Team 50 Spieler auf dem Platz und an der Seitenlinie stehen“, bewertet Baumeister die Entscheidung. Seither geht nicht viel bei den Bulls. „Zwischenzeitlich hatten wir im Sommer noch die Möglichkeit, dank eines Hygienekonzepts zu trainieren“, schaut Baumeister zurück.

Seit dem November-Lockdown ruht das braune Ei allerdings wieder. Trotz des Corona-Stillstands hat sich hinter den Kulissen dennoch einiges bewegt. „Neue Trikots, neues Equipment, neue Trainer“, zählt der Teamsprecher auf. Sportlich hat das Team auf das Absolvieren selbstständiger Workouts gesetzt. „Nach so langer Zeit ohne Mannschaftstraining und eineinhalb Jahre ohne Spiel reicht es dann auch irgendwann mit den Online-Videos von Pamela Reif“, betont Baumeister.

Einen ersten Ausblick auf Besserung liefert der aufgestellte Athletik-Plan, der die Footballer seit einer Woche wieder zum Schwitzen bringt. „Der umfasst das ganze Programm, von Laufen und Sprints ist bis hin zu Kraft und Koordination alles dabei“, erzählt Baumeister. Einen weiteren Hoffnungsschimmer stellt der Fünf-Stufen-Plan des Landessportsbunds NRW dar. Dieser hat ein Modell zum Wiedereinstieg in den Vereinssport entwickelt, das vom Inzidenzwert und den Entscheidungen aus der Politik abhängt. Während die erste Stufe noch den Sport- und Trainingsbetrieb draußen ohne Kontakt beinhaltet, könnte es für die Bulls ab Stufe zwei interessant werden. „Dann wäre auch wieder der kurzzeitige Körperkontakt erlaubt, ohne den American Football nicht funktioniert“, schaut Baumeister voraus. Wann genau das sein soll, vermag er keine präzise Prognose abzugeben. „Die Hoffnung ist natürlich, vielleicht ab Juli eine halbe Saison absolvieren zu können“, sagt der 25-Jährige. Dann hätten die Bulls nach langer Durststrecke endlich die Gelegenheit, wieder in der Liga anzugreifen und an ihren hochgesteckten Zielen zu arbeiten.

https://event.yoochoose.net/news/705/consume/10/2/7815607?categorypath=%2F2%2F798623%2F798631%2F947787%2F947821%2F
Nachrichten-Ticker