Fußball: Nils Berding ab Sommer wieder im DJK-Trikot
Zurück zu den blauen Wurzeln

Coesfeld. An seinen letzten Auftritt im DJK-Trikot kann er sich noch gut erinnern. „Da habe ich mir ein Gegentor aus 35 Metern gefangen“, schüttelt Nils Berding den Kopf. Am Ende stand eine 0:2-Niederlage beim TuS Haltern, der anno 2012 den Landesliga-Meistertitel feiern durfte, während die Eintrachtler den Triumph knapp verpassten. „Trotzdem war es eine tolle Zeit.“ Und nur in Erinnerungen schwelgen muss der 32-Jährige nicht, denn künftig kann er den Weg „seiner Blauen“ wieder aktiv mitgestalten: Nach neun Jahren kehrt der Torwart im Sommer zu seinem Heimatverein zurück.

Montag, 15.02.2021, 07:15 Uhr aktualisiert: 15.02.2021, 07:20 Uhr
Starker Rückhalt in Landesliga-Zeiten: Bis 2012 trug Nils Berding das Trikot der DJK Coesfeld. Foto: Marco Steinbrenner

Nach der Saison 2011/12 unternahm Berding den Schritt zum Westfalenligisten 1. FC Gievenbeck, damals vermittelt von Sven Martin. „Ein Jahr später bin ich zu Wacker Mecklenbeck gekommen“, erzählt der 2,06 Meter große Schnapper – und daraus wurde eine lange Geschichte, denn bei dem Münsteraner Club steht er mittlerweile im achten Jahr zwischen den Pfosten. Und jetzt geht es zurück zu den Wurzeln. „Ich ziehe wieder nach Coesfeld, das war auch immer der Plan“, erzählt Berding. Dann sei auch der Weg kurz gewesen bei der Frage, welchem Verein er sich anschließen will, zumal er schon vor einem Jahr in Gesprächen über eine Rückkehr war. „Damals hatte ich aber gerade in Mecklenbeck für diese Saison zugesagt.“

Jetzt klappt es aber, sehr zur Freude der Verantwortlichen bei der DJK um den Sportlichen Leiter Hendrik Schemmer sowie dem Trainerduo Karsten Erwig und Claus Heinze. Die sehen sich auf der Torwartposition künftig noch besser aufgestellt. „Wir sind mit unseren beiden Torhütern sehr zufrieden“, richtet Heinze ein Lob an Johannes Kasnatscheew, der schon lange auf hohem Niveau spiele, und Youngster Justin Weiner, der seine Chance bekommen werde. Aber mit dem dritten Schnapper im Bunde steige die Qualität noch einmal – wobei er die Qual der Wahl eher als Luxusproblem ansehe. „Diese Situation nehmen wir gerne an“, betont er und erhält die volle Zustimmung seines Trainerkollegen Karsten Erwig, der schon von 2010 bis 2012 gemeinsam mit Nils Berding im DJK-Trikot gespielt hat. „Wir werden das gemeinsam mit unserem Torwarttrainer Björn Grun anpacken“, kündigt Erwig an. „Und wir scheuen uns natürlich nicht vor Entscheidungen.“

Wer letztlich das Rennen macht, ist völlig offen. Viel wichtiger findet Hendrik Schemmer ohnehin den Mehrwert für den Verein. „Wir hatten immer ein gutes Torwart-Team innerhalb der Mannschaft“, erklärt er. Dieses Kompetenzteam werde nun noch erweitert – und davon könne jeder profitieren. „Auch für Johannes Kasnatscheew und Justin Weiner ist das cool, weil sie von Nils lernen können.“ So wie die Schnapper in der Jugendabteilung der DJK, um die sich Berding ohnehin schon kümmert. „Mein Vater Jörg und mein Bruder Arne sind ja noch als Jugendtrainer und Betreuer im Verein aktiv“, berichtet er. „Da haben sie die kurzen Wege genutzt und mich zur Unterstützung dazu geholt.“

Jetzt wird er wieder das Trikot überziehen, das er schon 18 Jahre getragen und in dem er zwei Aufstiege gefeiert hat. „2006 von der Kreisliga A in die Bezirksliga war ich noch A-Jugendlicher“, blickt er zurück. 2009 gelang dann ebenfalls unter Dado Sekic der Sprung in die Landesliga, wozu Nils Berding seinen maßgeblichen Anteil leistete. „Einmal abgestiegen bin ich allerdings auch“, denkt der 32-Jährige ungern an die Spielzeit 2015/16 zurück, als er mit Wacker Mecklenbeck aus der Bezirksliga runter in die Kreisliga A musste. Das würde er vor seinem Abschied aus Münster noch gerne korrigieren. „Dafür sieht es ganz gut aus“, sagt er mit Blick auf die Tabelle, die sein Team punktgleich mit der Warendorfer SU ausweist, allerdings mit einem Spiel weniger auf dem Konto. Mit dem Meistertitel würde er die Wacker-Ära gerne beenden: „Ich hoffe sehr darauf, dass wir nach Ostern wieder auf den Platz können.“

Und dann ist er wieder zurück an den Wurzeln, wo er im Sportzentrum West die letzte Station seiner aktiven Zeit anpacken will. Als Torwart, aber auch als Typ wird er bei den Eintrachtlern mit offenen Armen empfangen, versichert Hendrik Schemmer: „Gerade ehemalige Blaue sind bei uns immer willkommen.“

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