Voltigieren: Volti Zoo in Lette gestaltet Online-Ersatzprogramm
Fit und athletisch zurück aufs Pferd

Lette. Seit November sind sämtliche Trainingseinheiten vor Ort eingefroren. Das bedeutet jedoch nicht, dass auf der Anlage des Letteraner Volti-Zoos nichts zu tun ist. „Im Gegenteil“, schüttelt 1. Vorsitzende Moni Hamsen den Kopf. „Seitdem unsere Voltigierer nicht mehr kommen dürfen, bleibt viel Arbeit an Wenigen hängen.“ So kümmern sich die Mitglieder im Normalbetrieb eigentlich mit um das Säubern der Ställe oder das Rein- und Rausholen der Pferde. „Um den Kontakt untereinander zu verhindern, fällt das in meinen Aufgabenbereich“, erklärt Moni Hamsen.

Freitag, 19.02.2021, 06:50 Uhr
Foto: Leon Eggemann

Dabei können die Aufgaben schon einen Großteil des Tages beanspruchen. „Morgens geht es für mich zur Anlage, um die Pferde zu füttern. Anschließend bringe ich sie aus ihren Boxen in unseren Paddock-Trail“, erzählt sie. Wenn sich die acht Tiere dann an der frischen Luft auf circa 800 Meter Auslauf frei bewegen können, steht für die 1. Vorsitzende die nächste Aufgabe an. „Dann werden die Boxen gesäubert und anfallende Arbeiten auf der Anlage erledigt“, schildert sie. Dazu zählt auch das Führen der Pferde in die Voltihalle. „Dort lassen wir sie regelmäßig Freispringen. Hinzukommen Bodenarbeit und Arbeit unterm Sattel, um die Kondition, Geschicklichkeit und Tragkraft der Pferde zu erhalten“, zählt die 1. Vorsitzende auf. Bevor die Tiere abends wieder in ihre Boxen gebracht werden, werden die Ställe noch mit Futter für den Abend aufgefüllt. „Die Zeit, die für das Reinholen der Pferde benötigt wird, unterschätzt man“, betont Moni Hamsen. Schließlich sind es sonst acht Personen, die sich jeweils um ein Pferd kümmern. „Es dauert für mich allein also achtmal so lang“, fügt sie hinzu.

Was noch viel schwerer wiegt, als das Schuften auf der Anlage, ist das Herunterfahren des Trainingsprogramms. „Normalerweise ist hier jeden Tag in der Woche was los“, schildert Anna Nichisch, 2. Vorsitzende des Voltigiervereins. Die sechs Gruppen, allesamt nach Tieren benannt, trainieren sonst mindestens eine Stunde pro Woche. Von Angesicht zu Angesicht haben sich die insgesamt 130 Mitglieder, davon überwiegend Kinder und Jugendliche, lange nicht mehr gesehen. Abhilfe schaffen soll das seit Anfang des Lockdowns eingeführte Online-Training, in dem die Kinder, von der Panda- bis hin zur Känguru-Gruppe, gemeinsam vor dem Bildschirm schwitzen. Aber online Voltigieren, ist das überhaupt möglich? „Keine Angst, da steht dann kein Pferd im Flur“, lacht Moni Hamsen. Die komplette Palette des Voltigierens, darunter die Athletik, Kraft oder Akrobatik, könne auch mit Trockenübungen zu Hause trainiert werden. „Mit diesem Angebot wollen wir unseren Mitgliedern, die weiter die Beiträge zahlen, ein kleines Wochen-Highlight bieten“, ergänzt Anna Nichisch. Besonders in den Fokus genommen werden beim Training Übungen aus dem Pflichtprogramm bei Wettbewerben. „Es ist wichtig, diese weiter in Erinnerung zu behalten“, so Hamsen. „Dann haben unsere Voltigierer nichts verlernt, wenn sie nach dem Lockdown wieder auf die Pferde dürfen.“ Wann genau das sein wird, wagt sie nur eine grobe Prognose: „Zuallererst sind Kitas und Schulen dran, der Sport hängt da noch etwas nach.“ Bis es so weit ist und sich die Voltigierer wieder auf der Anlage tummeln dürfen, gilt für Moni Hamsen, den Betrieb weiter aufrechtzuerhalten. In der Hoffnung, dass die Anlage bald wieder mit Leben gefüllt werden darf.

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