Fußball: Gabriel Cavar läuft erstmals im kroatischen Nationaltrikot auf
Premiere mit bewegenden Momenten

Coesfeld. Das Einlaufen ins Stadion, die Hymne vor dem Anpfiff, das offizielle Mannschaftsfoto – allesamt Eindrücke, die selbst einen Bundesliga-Jugendfußballer mächtig beeindrucken. „Das war ein tolles Erlebnis“, schwärmt Gabriel Cavar, der in den vergangenen Tagen eine besondere Reise unternommen hat: Zunächst nach Zagreb, dann weiter nach Szombathely in Ungarn, wo der Coesfelder, der bis zur D-Jugend bei der SG 06 aktiv war, sein erstes offizielles Länderspiel im Trikot der kroatischen U 19 bestritten hat. Mächtig kaputt war er anschließend, aber auch irre stolz.

Montag, 22.02.2021, 07:10 Uhr
Erst die Hymne, dann das offizielle Mannschaftsfoto – und mittendrin Gabriel Cavar (hinten 3. von rechts), der seine Premiere feierte. Foto: dragosopta

Ende Januar war die Einladung des kroatischen Fußballverbandes ins Postfach geflattert. In der vergangenen Woche ging es dann los für den 18-Jährigen, der sonst als Kapitän in der U 19 des VfL Bochum in der Jugend-Bundesliga West aufläuft: Vom Flughafen Köln/Bonn aus machte er sich auf den Weg nach Zagreb, wo er am nächsten Vormittag mit seinen Teamkollegen zusammentraf. „Groß aufgehalten haben wir uns da nicht“, lächelt Gabriel Cavar. „Es ging mit dem Bus gleich weiter nach Ungarn.“ Nach dreieinhalb Stunden war die Stadt Szombathely in der Nähe der österreichischen Grenze erreicht, wo am Nachmittag noch eine und am nächsten Tag zwei Trainingseinheiten auf dem Programm standen.

Und dann kam die Partie im sonst 10 000 Zuschauer fassenden Haladás Sportkomplexum gegen Ungarn – „nur“ ein Freundschaftsspiel, und doch sein erstes echtes Länderspiel für Kroatien, nachdem er im vergangenen Jahr schon ein Trainingslager mit der U 18 absolviert hatte. „Wir haben zweimal 60 Minuten gespielt und zur Pause komplett gewechselt“, erzählt der Liebfrauenschüler, der verständlicherweise stolz darauf war, zur ersten Elf zu gehören: „So stand ich bei der Nationalhymne auf dem Platz.“

Wie beim VfL Bochum durfte Gabriel Cavar im defensiven Mittelfeld auf der Sechserposition auflaufen. Und das funktionierte prima: 1:1 hieß es zur Pause, 2:2 dann nach den insgesamt 120 Minuten. „Das Tempo war irre hoch, noch einmal ganz anders als in der U 19-Bundesliga“, staunt er. „Aber ich fand es gut, und auch mein Trainer war mit mir zufrieden.“ Und der ist kein geringerer als Josip Simunic, der selbst insgesamt 105 Länderspiele für Kroatien sowie unter anderem in den Jahren 2000 bis 2009 satte 222 Bundesligaspiele für Hertha BSC Berlin bestritten hat.

Eine weitere Besonderheit: Der Coesfelder war der einzige Kicker im 23-köpfigen Kader der U 19, der nicht in Kroatien spielt. „Trotzdem bin ich sofort super aufgenommen worden“, berichtet der 18-Jährige, der die kroatische Sprache durch seine Eltern Andelko und Sandra gut beherrscht. „Zumal der deutsche Fußball in Kroatien gut angesehen ist.“ Natürlich habe er sich in die Abläufe auf dem Feld ein bisschen einfinden müssen, weil viele Teamkollegen sich schon länger kennen. „Das hat aber alles gut geklappt.“

Jetzt ist der Coesfelder zurück im Alltag mit Schule und Fußballtraining – denn nach wie vor darf Gabriel Cavar in der Trainingsgruppe der Profis beim Zweitligisten VfL Bochum mitmischen, während der Betrieb im Jugendbereich coronabedingt weiterhin ruht. „Das ist für mich natürlich ein großer Vorteil“, sagt der Mittelfeldmann, der regelmäßig Corona-Tests durchführen lassen muss. Genossen hat er den Auftritt in Ungarn umso mehr, weil er zuvor im November zum letzten Mal in einem Spiel auf dem Platz gestanden hatte.

„Wenn es gut läuft, könnten schon bald einige Partien folgen“, blickt der Coesfelder voraus – erneut im kroatischen Nationaltrikot. Denn geplant ist, dass vom 24. bis 30. März in Karlovac die Qualifikationsrunde zur U 19-Europameisterschaft ausgespielt wird, in der seine Mannschaft auf Kasachstan, Lettland und Georgien trifft, wenn die Corona-Situation es zulässt. Dort könnte Gabriel Cavar dann mit seinen Teamkollegen einen großen Schritt Richtung Endrunde machen, die im Juli in Rumänien ausgetragen werden soll.

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