Handball: Dirk Haverkämper geht in seine fünfte Saison als Trainer der DJK-Damen
Verjüngungskur mit Erfahrung

Coesfeld. Die ersten Einheiten mit Ball haben schon wieder stattgefunden. Keine Würfe, keine Dribblings – „es gibt ja auch Spielerinnen, die zur Miete wohnen“, lacht der Trainer über die Übungen im Homeoffice. Aber ein bisschen Gewöhnung, das Gefühl für die Kugel bekommen, das darf schon sein. Alles im Hinblick auf die neue Saison 2021/22, die ab dem Spätsommer endlich wieder normal ablaufen möge. Auf eine Sache ist jedenfalls Verlass bei den Handballerinnen der DJK Coesfeld: Dirk Haverkämper wird auch in der nächsten Spielzeit verantwortlich an der Seitenlinie stehen.

Montag, 08.03.2021, 07:25 Uhr aktualisiert: 08.03.2021, 07:30 Uhr
Sie zählt zu den jungen Spielerinnen, die durch diese kurze und abgebrochene Saison noch nicht richtig zum Zuge kam: Lea Preckel (links). Fotos: fw Foto: az

Komplizierte Gespräche hatte Thomas Bücking nicht erwartet. Und die wurden es auch nicht, denn beide Seiten waren sich sofort einig, die in dieser Konstellation schon seit 2017 währende Zusammenarbeit fortzusetzen. „Wir haben großes Vertrauen in Dirk“, betont der Abteilungsleiter, der dabei auch auf die langjährige Arbeit des 51-Jährigen im Herren- und Jugendbereich verweist. „Er hat schon viel nach vorne gebracht und einen hervorragenden Blick für das Entwicklungspotenzial“, freut sich Bücking. Haverkämper sei genau der richtige Mann, um den begonnenen Verjüngungsprozess in der Verbandsliga-Mannschaft erfolgreich fortzuführen. Denn auch diesmal sollen Spielerinnen aus der A-Jugend herangeführt werden und möglichst ein fester Bestandteil werden.

Der Trainer selbst hat natürlich zunächst abgeklopft, ob der Rückhalt im Team weiter gegeben ist. Daran besteht kein Zweifel – „und dann war wichtig zu erfahren, ob die Mannschaft auch in der Konstellation weitermacht.“ Danach sieht es in den allergrößten Teilen aus. Folglich steht einer weiteren Zusammenarbeit nichts im Wege. Zumal sich Haverkämper ohnehin nur schwer hätte vorstellen können, sich an dieser Stelle zu verabschieden. „Wir stehen an der identischen Stelle wie zu Saisonbeginn“, verweist er darauf, dass seinem Team nach dem 7. März 2020 nur ein einziges Meisterschaftsspiel gegönnt war. „So kann man ja nicht aufhören.“

7. März 2020 – genau gestern vor einem Jahr haben die DJK-Damen hauchdünn im 29:30 beim TuS Bommern verloren. Dann kamen die erste Corona-Zwangspause und anschließend der Saisonabbruch. In der neuen Spielzeit gab es Anfang Oktober eine weitere knappe 29:30-Niederlage bei der Ahlener SG, dann war schon wieder Schluss. Die Einschränkungen durch die Pandemie hat die Handballer besonders hart getroffen. Ob es in diesem Frühjahr noch zurück aufs Parkett geht, vielleicht sogar mit freiwilligen Aufstiegsrunden, wie der Verband sie in Aussicht gestellt hat? Nein, Dirk Haverkämper mag sich nicht an Spekulationen beteiligen, es hält sich lieber an Fakten: „Wir müssen realistisch sein.“ Schön wäre es, zumindest draußen wieder gemeinsam trainieren zu können.

Immerhin: Eingerostet sind sie nicht. Regelmäßig treffen sie sich zu Online-Trainings, absolvieren je einmal in der Woche Yoga- beziehungsweise Fitnessübungen. „Oder auch nur so, um uns zu sehen und zu unterhalten“, setzt Dirk Haverkämper darauf, den Teamgeist trotz der schwierigen Situation zu erhalten. Die Beteiligung ist sehr gut, was ihn besonders freut. Und wenn hier und da der Ball hinzukommt, fühlt sich das schon wieder gut an. „Meines Wissens ist bisher in den Wohnungen auch nichts kaputtgegangen“, lächelt er.

Auf kleine Schritte hoffen sie, immer mit dem Ziel, in der Saison 2021/22 wieder durchstarten zu können. Unter freiem Himmel zu trainieren, so wie nach dem ersten Lockdown im vergangenen Frühjahr, das wäre ein erster Lichtblick. „Die Laufpläne liegen fertig“, sagt der 51-Jährige. Dann irgendwann die Rückkehr in die Halle, möglichst mit ausreichend Verlauf, um nach der langen Pause wieder richtig in die Gänge zu kommen. „Hoffentlich bleiben die Hallen so wie im vergangenen Jahr auch während der Sommerferien offen“, blickt der Trainer voraus.

Sicher ist schon: Die inoffizielle Münsterland-Meisterschaft, die die Coesfelderinnen im vergangenen Sommer gegen Westfalia Kinderhaus und Vorwärts Wettringen für sich entschieden haben, soll es in der Vorbereitung erneut geben. Und dann soll der nächste Anlauf in der Verbandsliga starten. Wie die Staffeln künftig aussehen, ob es wie vom Verband geplant Ende August losgehen kann, alles noch offen. Die DJK-Handballerinnen und ihr Trainer sehnen sich nach einer Rückkehr in die „Hölle 1“ am Schulzentrum. „Diese Events in der Halle an den Wochenenden fehlen uns allen total“, sagt Dirk Haverkämper. „Da geht es ja um viel mehr als nur den Sport.“

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