Reiten: Greta Reinacher siegt in Coesfeld – Franzisco Brüggen feiert Comeback
Gute Gefühle im Parcours

Coesfeld. Klaus Reinacher verspürte ein gutes Gefühl. „Greta ist super drauf“, sagte er mit Blick auf seine Tochter, die sich auf die M**-Springprüfung beim Profiturnier des ZRFV Coesfeld-Lette vorbereitete. Und dieser Optimismus sollte ihn nicht täuschen, denn nachdem die 29 Starter den Parcours in diesem schwierigsten Wettbewerb des Tages absolviert hatten, leuchtete der Name der Osterwickerin tatsächlich ganz oben auf der Siegerliste auf.

Montag, 19.04.2021, 07:14 Uhr aktualisiert: 19.04.2021, 07:20 Uhr
In bestechender Form: Greta Reinacher vom RV Osterwick legte in der Springprüfung Kl. M** in Coesfeld eine fehlerfreie Runde in der absolut schnellsten Zeit hin. Foto: Archiv

Als Greta Reinacher im Sattel von Cadeau fehlerfrei und mit der absolut schnellsten Zeit von 55,67 Sekunden die zehn Hindernisse absolvierte, machte sich der Lokalmatador bereits auf den Heimweg. Eigentlich hatte Franzisco Brüggen auch für das M**-Springen gemeldet, sich dann aber noch anders entschieden – aus verständlichen Gründen. „Es ist besser, behutsam loszulegen“, erklärte er vor dem Hintergrund, dass Caramel gerade eben erst ihr Comeback gefeiert hatte. Und das nach gut eineinhalb Jahren Zwangspause. Denn zunächst hatte die neunjährige Stute mit einer Augenverletzung zu kämpfen, dann brachte sie ein Fohlen zur Welt. „Seit dem Herbst sind wir wieder im Training“, berichtete Brüggen. Jetzt nutzte er das „Heimspiel“ in Coesfeld zum ersten Turnierstart. Und damit zeigte er sich absolut zufrieden. Zwar reichte es in der Springprüfung Kl. M* nicht ganz für eine Platzierung unter den Besten, aber mit dem Auftritt war der Reiter des ZRFV Coesfeld-Lette sehr gut zufrieden.

Zumal Brüggen nicht nur wegen des Ausfalls seiner Stute den Aufwand in den vergangenen Monaten deutlich zurückgefahren hatte. „Ich habe mich als Schornsteinfegermeister selbständig gemacht“, blickte er zurück. Da war für den gelernten Pferdewirt auch außerhalb des Sports genug zu tun. Jetzt läuft der Betrieb gemeinsam mit einem Gesellen – wobei Brüggen froh wäre, wenn er künftig auch noch Unterstützung von einem Azubi bekommen würde. „Den suche ich noch“, sagte er mit einem Augenzwinkern. „Der Beruf lässt auch auch gut mit dem Reitsport verbinden.“

Darin will er künftig wieder mehr Zeit investieren. In Lienen und Bocholt stehen in den nächsten Wochen weitere Turniere an, für die er startberechtigt ist. Dann will Franzisco Brüggen sehen, wie Caramel Schritt für Schritt wieder zur alten Form zurückfindet. Da ist Geduld gefragt, und die bringt er auf. „Das eine Springen heute ist sicherlich etwas wenig, wenn es darum geht, wieder Routine zu sammeln“, gab Brüggen zu. „Aber ich muss aufs Pferd achten.“ Und nicht gleich zu früh zu viel wollen. Wichtiger sei es gewesen, mit einem guten Gefühl auf die Heimreise zu gehen.

Geduld brauchte Greta Reinacher derweil nicht. Sie drückte gewaltig aufs Tempo: Unter den 13 Startern, die fehlerfrei durch den Parcours gegangen waren, legte sie mit Cadeau die absolut schnellste Zeit hin und siegte vor Peter Duitz (Ländl. RFV Kichhellen) mit Cordia und Juliane Rölfing (RV Gestüt Forellenhof) mit Chikita. Auch auf Rang fünf platzierte sich die Osterwickerin mit Coralie, die ihre tolle Form zudem mit Platz zwei in der zweiten Abteilung der Springprüfung Kl. M* ebenfalls mit Cadeau unter Beweis stellte – insgesamt der nächste herausragende Auftritt nach dem Sieg Anfang April mit Galmé in einer Zwei-Phasen-Springprüfung Kl. S* in Münster-Handorf.

Ein echter Lichtblick in einer schwierigen zeit für den Reitsport, das gibt Klaus Reinacher unumwunden zu. Denn die gravierenden Einschränkungen durch die Corona-Pandemie, dazu jüngst das gefährliche Herpes-Virus, das unter den Pferden grassierte, all das setze dem Sport gewaltig zu. „Das ist hart für die Züchter und vor allem auch für die vielen Reitschulen“, schüttelt der Osterwicker den Kopf. Dass der ZRFV Coesfeld-Lette um den Vorsitzenden Marcus Voss und sein Team ein solches Turnier für Berufsreiter auf die Beine stelle, sei sehr wichtig. Reinacher richtet seinen Blick aber ebenso auf die vielen Amateursportler, die nach wie vor in der Warteposition verharren müssen: „Ich hoffe, dass sie bald wieder loslegen dürfen, denn gerade die vielen Amateure benötigt unser Reitsport auch!“

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