Bundesliga
Mainz siegt wieder: Hertha nach Heimpleite in der Krise

Hertha BSC kommt nicht aus dem Tabellenkeller der Bundesliga heraus und rennt weiter den eigenen Ansprüchen hinterher. Beim 1:3 gegen den FSV Mainz 05 läuft kaum etwas zusammen. Dafür jubelt Robin Quaison bei den Gästen über gleich Treffer und den ersten Sieg des Jahres.

Samstag, 08.02.2020, 18:43 Uhr aktualisiert: 08.02.2020, 18:46 Uhr
Torwart Robin Zentner von Mainz 05 hält sich nach einem Zusammenstoß den Kopf. Foto: Andreas Gora

Berlin (dpa) - Nach dem nächsten Rückschlag im Abstiegskampf der Fußball-Bundesliga verordnete Jürgen Klinsmann den Profis von Hertha BSC zwei freie Tage. «Die Jungs sollen sich die Köpfe frei machen, mit ihren Frauen ein bisschen rausgehen und das verdauen. 

Danach gehen wir am Dienstag wieder in die Vorbereitung Richtung Paderborn», sagte Klinsmann nach dem 1:3 (0:1) der Berliner gegen den FSV Mainz 05. Während den Rheinhessen nach zuvor vier Niederlagen der erste Sieg des Jahres 2020 gelang, laufen die erschreckend mut- und ideenlosen Berliner weiter den eigenen Ansprüchen hinterher.

«Für uns ist das enttäuschend, aber irgendwo auch nachvollziehbar», sagte Ex-Bundestrainer Klinsmann und ergänzte: «Das war eine sehr intensive Woche. Das war alles ein bisschen viel, soll aber keine Ausrede sein.» Die 120 Minuten im Achtelfinale des DFB-Pokals beim FC Schalke 04 (2:3 n.V.) am Dienstag und die Diskussionen um die Rassismus-Debatte um Hertha-Profi Jordan Torunarigha hätten demnach für Unruhe im Team und dem Umfeld des Clubs gesorgt. Kurz nach Spielschluss entschied Klinsmann deswegen in der Kabine, das für Sonntag angesetzte Training zu streichen und dem Team frei zu geben.

Gelöst hingegen war die Stimmung bei den Mainzern - vor allem bei Dreifachtorschütze und Hertha-Spezialist Robin Quaison. «Es war ein guter Tag für mich. Nach den Niederlagen der letzten Spiele war der Sieg wichtig für unser Selbstvertrauen», sagte der Schwede. Erstmals seit Mitte Dezember konnte Mainz wieder siegen. Vor allem dank der Treffer des 26-Jährigen (17./81. und 90.+4/Foulelfmeter). Vor zwei Jahren sorgte er beim Mainzer 2:0-Sieg im Olympiastadion schon für beide Tore, auch beim 2:1 in der Hinrunde war er einmal erfolgreich.

«Wir sind richtig froh, dass wir diese drei Punkte einfahren konnten», sagte Mainz-Coach Achim Beierlorzer: «Die Mannschaft hat alles investiert, alles reingeschmissen. Die drei Punkte tun uns wahnsinnig gut.»

Vor 35.049 Zuschauern gelang Berlin durch ein Eigentor des Mainzers Jeffrey Bruma (84.) nur der zu späte Anschluss. Zu allem Überfluss sah auch Marius Wolf in der Schlussphase noch Gelb-Rot (89.).

Vier Tage nach Herthas Pokal-Aus zeigte die Abwehr große Schwächen. Niklas Stark ließ sich früh zu leicht verladen und konnte bei Quaisons erstem Streich nur zuschauen. Auch offensiv enttäuschten die Gastgeber und wurden mit einem lauten Pfeifkonzert in die Kabine verabschiedet. Eine Spielidee war zu lange nicht zu erkennen.

Vor dem Beginn hatten die Berliner Fans Torunarigha demonstrativ den Rücken gestärkt. Initiiert vom harten Kern in der Ostkurve gab es eine Fanaktion mit Plakaten, auf denen Torunarighas Rückennummer 25 und sein Name zu sehen waren. Torunarigha hatte auf Schalke in der Verlängerung die Gelb-Rote Karte gesehen. Zuvor war er laut eigener Aussage rassistisch beleidigt worden.

Die Mainzer, bei denen Neuzugang Bruma debütierte, blieben bis zum Ende gefährlich. Zwar hatte Hertha zum Schluss mehr Spielanteile, trotzdem war Quaison erneut erfolgreich und ließ die mitgereisten Fans jubeln. Der Anschlusstreffer der Hausherren kam zu spät, das Foul von Dedryck Boyata im Strafraum und Quaisons folgendes Elfmetertor besiegelten die Niederlage endgültig.

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