Vertraute der Stars
Bayerns-Teammanagerin schmunzelt und schweigt

Kathleen Krüger gehört zur Schattenmannschaft des FC Bayern. Die ehemalige Fußballerin ist Teammanagerin der Münchner. Uli Hoeneß hat sie einst selbst eingestellt. Krüger ist die Vertraute der Stars - und damit eine wichtige Frau im Männergeschäft.

Mittwoch, 04.03.2020, 09:08 Uhr aktualisiert: 04.03.2020, 09:12 Uhr
Kathleen Krüger ist die Teammanagerin des FC Bayern. Foto: Angelika Warmuth

München (dpa) - Kathleen Krüger ist beim FC Bayern Teil einer sehr exklusiven WhatsApp-Gruppe. Als einzige Person außerhalb der Mannschaft nutzt sie den Zugang zu der Kommunikationsplattform der Münchner Stars.

«Ich schmunzle und schweige, denn natürlich werden viele lustige Fotos und Sprüche herumgeschickt», sagte die Teammanagerin des deutschen Fußball-Rekordmeisters im Vereinsmagazin «51» über die durchaus sensiblen Inhalte. Trainer und Betreuer wiederum erhalten alle nötigen Informationen in einer eigenen Chat-Gruppe, wie der FC Bayern einmal preisgab.

Krüger ist die Vertraute der Stars. Öffentlicher Äußerungen enthält sie sich. Sie gehört zum Schattenteam des Meisters, auch wenn sie bei Pflichtspielen am Spielfeld durchaus auch auffällt. Denn im Stadion ist die 34-Jährige unter anderem dafür verantwortlich, bei Auswechslungen dem Vierten Offiziellen die Anzeigetafel mit den Spielernummern zu übergeben. Über ein Headset ist Krüger zudem in den Münchner Informationsfluss während der Partien eingebunden, etwa wenn ein Spieler behandelt wird.

Aber wie wird man zu einem festen Bestandteil des FC Bayern? Nicht zuletzt in einem von Männern dominierten Verein? Krüger war früher selbst Fußballerin. Als 18-Jährige wechselte sie im Sommer 2003 zum FC Bayern. In der Bundesliga absolvierte Krüger jedoch nur 33 Partien. «Ich habe mit 24 Jahren aufgehört, weil es damals für den enormen Aufwand nur ein nettes Taschengeld gab. Wir haben neben dem Spielbetrieb alle gearbeitet oder studiert», erzählte Krüger.

Sie war in der Organisation bei den Frauen des FC Bayern tätig und widmete sich dem Fach «International Management» - aber nur ein Semester lang. Denn zu der Zeit suchte der damalige Sportdirektor Christian Nerlinger eine Assistentin. Vereinspatron Uli Hoeneß kam dann auf Krüger. «Da hat mich Herr Hoeneß eines Tages einfach angesprochen, ob ich mir die Stelle bei Christian vorstellen könnte. Ich habe dann einen dreimonatigen Bewerbungsprozess durchlaufen und den Job bekommen», erzählte Krüger über den «Sechser im Lotto».

Nachdem Nerlinger die Münchner im Sommer 2012 verlassen hatte, wurde sie schließlich zur Teammanagerin befördert. Krüger ist seitdem eine zentrale Figur beim FC Bayern in Sachen Organisation. Für Spieler, Trainer und Betreuer muss sie verfügbar sein. «Sie ist die, die die Mannschaft zusammenhält. Egal mit welchen Problemen können wir zu ihr kommen», sagte Thomas Müller der «Sport Bild».

Krügers Tage, Wochen und Monate können sehr lang werden. Sie muss schließlich für die Profitruppe erreichbar sein, wenn nötig rund um die Uhr. «Aber das ist eben der Deal, den ich eingegangen bin», sagte sie. «Ich würde mich nie beschweren.»

Der Lohn ist ein Job bei einem der einflussreichsten Fußballvereine der Welt. Und auch Anerkennung. Der frühere Bayern-Coach Pep Guardiola soll von ihren Fähigkeiten so überzeugt gewesen sein, dass er sie zu Manchester City in die Premier League holen wollte. Krüger blieb. In ihrem Büro an der Säbener Straße hat sie aber noch eine Erinnerung an die Zeit mit dem Spanier. Dem Münchner Vereinsmagazin zufolge hinterließ Guardiolas Assistent Domenec Torrent zum Abschied eine handschriftliche Nachricht auf einer Magnetwand neben Krügers Schreibtisch: «Du wirst immer in meinem Herzen sein.»

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