Corona-Krise
Rummenigge befürchtet «großen Schaden» durch Zuschauerverbot

München (dpa) - Karl-Heinz Rummenigge sieht bei länger anhaltenden Geisterspielen in der Corona-Krise enorme Gefahren für den Fußball.

Sonntag, 11.10.2020, 07:52 Uhr aktualisiert: 11.10.2020, 07:54 Uhr
Karl-Heinz Rummenigge wünscht sich wieder bald mehr Fans in den Stadien. Foto: Roland Weihrauch

«Wenn wir nicht bald wieder Fans in den Stadien haben, dann befürchte ich, wird der Fußball großen Schaden erleiden», sagte der Vorstandschef des FC Bayern München der «Bild am Sonntag». Einerseits drohe der Verlust der Fußball-Kultur, zudem äußerte der 65-Jährige finanzielle Sorgen. «In der Summe sprechen wir tatsächlich über rund 100 Millionen Euro Mindereinnahmen. In ganz Europa verliert jeder Club zwischen 50 und in der Spitze 200 Millionen Euro in einer Saison, die er ohne Zuschauer spielen muss. Wie lange das ein Fußball-Club aushält, das kann man sich an fünf Fingern abzählen.»

Die Stadt München hatte zuletzt mitgeteilt, dass wegen gestiegener Corona-Zahlen Fußball-Spiele in der bayerischen Landeshauptstadt mindestens bis zum 25. Oktober ohne Fans stattfinden. Bundesweit ist in der Testphase bis Ende Oktober eine Auslastung von maximal 20 Prozent der jeweiligen Stadien-Kapazität erlaubt.

Es gebe «ein top Konzept» für die Fan-Rückkehr, das auch mit der Stadt München abgestimmt sei, sagte Rummenigge. «Aber wir sind absolut von politischen Entscheidungen abhängig, wie das ganze Land. Und wenn die politischen Entscheidungen so getroffen werden, dann ist man schon ein Stück ohnmächtig.» Es gebe eine gute Zusammenarbeit, sagte Rummenigge über Bayerns Ministerpräsidenten Markus Söder (CSU). Allerdings habe er das Gefühl, «dass der rote Faden zwischen Fußball und Politik etwas verloren gegangen ist.»

Bei einem Abbruch der Saison würde Rummenigge einen Kollaps der Liga befürchten. «Das würden mehrere Bundesligisten nicht überleben. Mehrere», sagte er. «Ich kann mir nicht vorstellen, dass die Bundesliga in der jetzigen Form dann noch in der Zukunft weiterbestehen könnte. Schon bei den jetzigen Voraussetzungen gibt es Gerüchte, dass einige Clubs insolvenzgefährdet sind.»

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