Differenzen in Wolfsburg
Glasner mit Transfers unzufrieden - Schmadtke reagiert

Beim VfL Wolfsburg rumort es. Trainer Oliver Glasner hat sich in der Öffentlichkeit kritisch über die Transfers des Fußball-Bundesligisten geäußert, Sportchef Jörg Schmadtke gefällt das nicht. Es gibt bereits erste Spekulationen über eine Trennung von dem Österreicher.

Freitag, 06.11.2020, 18:05 Uhr aktualisiert: 06.11.2020, 18:08 Uhr
Ist mit der Transferpolitik des VfL Wolfsburg nicht zufrieden: Trainer Oliver Glasner. Foto: Peter Steffen

Wolfsburg (dpa) - Beim VfL Wolfsburg gibt es offenbar deutliche Differenzen zwischen Trainer Oliver Glasner und der sportlichen Leitung. Auslöser ist die Unzufriedenheit des Österreichers mit der Transferpolitik dieses Sommers - und sein öffentlicher Umgang damit.

«Eines unserer Transferziele war es, einen Spieler mit Tempo und Tiefgang zu holen. Das haben wir halt nicht geschafft», sagte Glasner bereits am Vortag in einem Sky-Interview. Bei einer Telefonkonferenz zum Bundesliga-Heimspiel gegen 1899 Hoffenheim (Sonntag, 15.30 Uhr/Sky) unterstrich der Trainer diese Aussagen noch einmal und fügte hinzu: «Klar ist, dass wir und auch ich andere Ideen hatten, die wir nicht realisieren konnten. Wir haben unser Transferziel in der Offensive nicht erreicht. Das ist schade, denn darüber haben wir uns monatelang unterhalten. Und was wir über Monate besprochen haben, habe ich in dem Interview verlautbart.»

Sport-Geschäftsführer Jörg Schmadtke haben diese Aussagen nicht gefallen. «Ich finde es nicht gut. Ich finde den Zeitpunkt unglücklich», sagte er dem «Kicker». Im Gespräch mit dem «Sportbuzzer» präzisierte der 56-Jährige noch, dass mehrere Ideen des Trainers nicht finanzierbar gewesen seien. «Die Vorstellungen, die von ihm kamen, waren nicht realisierbar», sagte Schmadtke. «Das ist ja nicht Phantasialand hier. Man kann nicht Dinge haben wollen, die unrealistisch sind.»

Das Fachmagazin und auch Wolfsburger Medien halten nun sogar eine vorzeitige Trennung von Glasner für möglich, der erst im Sommer 2019 vom Linzer ASK zum VfL wechselte und dort einen Dreijahresvertrag unterschrieb. In seiner ersten Bundesliga-Saison bestätigte der 46-Jährige mit den Niedersachsen den Vorjahres-Erfolg seines Vorgängers Bruno Labbadia und erreichte zumindest die Qualifikationsspiele zur Europa League. Einen direkten Einzug in den internationalen Wettbewerb verpasste der VfL aber sowohl am letzten Spieltag der vergangenen Saison als auch drei Monate später im entscheidenden Playoff-Spiel bei AEK Athen (1:2).

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