Bundesliga
FCA über TV-Geld-Verteilung: «Erster vernünftiger Schritt»

Augsburg (dpa) - Als Befürworter des Impulspapiers hat der FC Augsburg die Neuverteilung der TV-Gelder ab 2021/22 begrüßt, aber weitere Schritte angemahnt.

Montag, 07.12.2020, 21:08 Uhr aktualisiert: 07.12.2020, 21:10 Uhr
Michael Ströll, Finanzchef des FC Augsburg. Foto: Stefan Puchner

«Es ist ein erster vernünftiger Schritt in die richtige Richtung, aber diesem Schritt müssen sicherlich weitere folgen. Es gibt gute Ansatzpunkte bei dem was heute vorgestellt wurde und im Ergebnis finden wir auch viele Punkte wieder, die wir mit angeregt haben», sagte der Augsburger Finanzchef Michael Ströll der Deutschen Presse-Agentur.

«Wir verstehen selbstverständlich auch, dass die aktuell unsichere Lage für alle Clubs innerhalb der ersten und zweiten Liga schwierig ist. Vor dem Hintergrund der im Frühjahr von vielen angeregten und notwendigen Veränderungen hätten wir uns jedoch gewünscht, dass diese stärker zum Ausdruck kommen, um den Wettbewerb zu stärken, denn das muss das Ziel sein», sagte Ströll weiter.

Der FC Augsburg hatte sich neben dem FSV Mainz 05, VfB Stuttgart und Arminia Bielefeld sowie zehn Zweitligisten in einem Impulspapier für einen neuen Verteilerschlüssel bei den TV-Geldern ausgesprochen. Dafür waren diese Vereine nach einem Gipfeltreffen unter der Führung des FC Bayern München gerügt worden.

Ströll sieht Nachbesserungsbedarf. «In Bezug auf die TV-Geld-Verteilung sollte zum einen die Gleichverteilung stärker gewichtet werden. Zum anderen ist die Spreizung im Bereich der internationalen TV-Gelder zu groß, vor allem wenn man bedenkt, dass zu diesen Geldern noch die Ausschüttungen der UEFA für die Champions League bzw. Europa League kommen», sagte er. «Neben der TV-Geld-Verteilung gibt es jedoch noch weitere Punkte an denen man ansetzen muss, um das überdrehte Rad zurückzudrehen. Hier müssen Lösungen gefunden werden, damit wir nur die Gelder ausgeben, die auch wirklich zur Verfügung stehen.»

Der FSV Mainz 05 ist mit der beschlossenen Verteilung nicht wirklich zufrieden. «Die Entscheidung des DFL-Präsidiums zur Verteilung der Medienerlöse muss differenziert betrachtet werden», sagte Jan Lehmann, kaufmännischer Vorstand des Fußball-Bundesligisten. Sie gehe grundsätzlich in die richtige Richtung und beinhalte gute Aspekte, wie die stärkere Berücksichtigung der Nachwuchsarbeit oder des Interesses an den Clubs sowie die stärkere Gewichtung der Gleichverteilung.

«Insbesondere wird so die Spreizung bei der Verteilung der Medienerlöse zwischen Top-Clubs und kleineren Clubs innerhalb der Bundesliga reduziert, was auch das zentrale Anliegen des gemeinsam von insgesamt 14 Klubs unterzeichneten Schreibens war», sagte er. «Anderseits hätten wir uns ein noch stärkeres Signal der Solidarität und zugunsten eines fairen sportlichen Wettbewerbs gewünscht.»

Die Bundesliga-Tabelle sei am Saisonende weitestgehend das Abbild der eingesetzten wirtschaftlichen Ressourcen der Vereine und nicht der wirklichen sportlichen Leistung. «Es bedarf daher weiterer, nachhaltigerer Veränderungen im System Profifußball», betonte Lehmann.

© dpa-infocom, dpa:201207-99-607468/4

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