Sieg gegen Bielefeld
Gladbachs Jahresstart auch ohne Sportchef geglückt

Gladbach-Trainer Rose muss im Januar ohne Sportchef Eberl als Borussen-Galionsfigur auskommen. Beim hoch verdienten Sieg in Bielefeld konnte er das noch leicht verschmerzen. Doch nun kommen richtungsweisende Wochen mit den Hits gegen die Bayern und den BVB.

Sonntag, 03.01.2021, 11:40 Uhr aktualisiert: 03.01.2021, 11:44 Uhr
Gladbachs Trainer Marco Rose (l) feiert den Treffer von Breel Embolo (2.v.r). Foto: Friso Gentsch

Bielefeld (dpa) - Auf Sportdirektor Max Eberl konnte Borussia Mönchengladbachs Trainer Marco Rose zumindest diesmal noch entspannt verzichten.

So sehr Eberl von seinem Chefcoach als Unterstützer, Ratgeber und Gesprächspartner fehlen wird - das Ende der Gladbacher Sieglos-Serie zum Beginn von Eberls ungewöhnlicher Auszeit im Januar überstrahlte dessen Fehlen locker.

«Wenn es so weitergeht, kann der Max sich auch noch ein paar Tage ausruhen», frotzelte Rose nach dem 1:0 (0:0) bei Arminia Bielefeld. Der Start ins neue Jahr ist geglückt für die Borussia, auch ohne Eberl. Der Sportdirektor hatte sich bei seiner Vertragsverlängerung bis 2026 eine vierwöchige Auszeit zusichern lassen.

«Max hat geschrieben», berichtete Gladbach-Coach Rose. «Er hat zu einem sehr guten Auswärtsspiel gratuliert. Wo er geschaut hat, weiß ich nicht.» Ob daheim am Niederrhein oder in der geliebten Bergwelt Bayerns - Eberl wird vor allem Rose natürlich in den kommenden Wochen fehlen. Nach dem geglückten Jahresstart warten richtungsweisende Wochen auf den Champions-League-Achtelfinalisten.

«Wir wollen uns mit den Besten messen. Und wir müssen uns auch da sicher nicht verstecken», sagte Nationalspieler Florian Neuhaus vor dem Hit gegen den FC Bayern am Freitag. Im Januar ohne Sportchef muss Rose Gladbach zudem bei den Überraschungsteams VfB Stuttgart und Union Berlin, sowie gegen Bremen wieder auf Champions-League-Kurs bekommen. Nach vier sieglosen Liga-Spielen Ende 2020 hinken die Borussen mit 21 Punkten aus 14 Spielen als Tabellensiebter den Ansprüchen hinterher. Zum selben Zeitpunkt der Vorsaison war das Rose-Team mit zehn Punkten mehr Spitzenreiter.

Alleine steht Rose zudem in knapp drei Wochen da, wenn es zum Prestigeduell mit Borussia Dortmund und all seinen Begleitumständen kommt. Der BVB soll an Rose für die neue Saison interessiert sein. Der aktuelle Gladbach-Trainer soll dem Vernehmen nach angesichts einer Ausstiegsklausel zaudern, was er machen soll. Das rund um das Spiel wieder neu aufkommende Thema wird er alleine kommentieren, moderieren und vor allem vor seinem Team verkaufen müssen. «Er fehlt», bekannte Rose bei Sky angesichts Eberls Auszeit. «Aber wir werden das trotzdem hinbekommen. Er hat sich das verdient.» Hinzubekommen hat Rose tatsächlich einiges, denn auch auf dem Platz wartet noch Arbeit.

So dominant und überzeugend Gladbachs Auftritt in Bielefeld war - der Sieg hätte deutlich höher ausfallen müssen. Alleine Breel Embolo hätte vor seinem Siegtor (58. Minute) das Spiel schon in der ersten Halbzeit entscheiden müssen. «Natürlich hätten wir drei, vier Tore erzielen können. Aber die machen wir zu Zeit nicht. Irgendwann werden Phasen kommen, wo die Bälle wieder leichter reinfallen. Im Moment ist es wichtig, dass wir uns das Spielglück erarbeiten», sagte Rose, dessen Team angesichts der Abschlussschwäche in Bielefeld beinahe zum achten Mal nach einer Führung in dieser Saison doch nicht als Sieger vom Platz gegangen wäre. «Aber wir haben gewonnen und wir haben sehr, sehr verdient gewonnen», sagte der Borussen-Coach fast trotzig.

Ein Thema im Team ist dies trotzdem. «Natürlich müssen wir daran arbeiten», mahnte Neuhaus und Jonas Hofmann sagte nach seinem starken Bundesliga-Comeback nach auskurierter Verletzung: «Dass wir zu wenig Tore gemacht haben, wissen wir.» Umso wichtiger war es für die Spieler, eine knappe Führung trotz des Chancenwuchers auch mal über die Zeit gebracht zu haben. «Das wollten wir im alten Jahr lassen. Wir wollten es jetzt endlich wieder zu Ende verteidigen. Das haben wir geschafft», sagte Neuhaus.

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