Bundesliga
1. FC Union Berlin hätte «gerne Mehrfachbelastung»

Berlin (dpa) - Der 1. FC Union Berlin stellt seine Planungen für die kommende Saison nicht wegen einer möglichen Teilnahme am Europapokal um.

Montag, 05.04.2021, 13:08 Uhr aktualisiert: 05.04.2021, 13:10 Uhr
Union-Manager Oliver Ruhnert würde sich gegen eine Europapokalteilnahme nicht wehren. Foto: Soeren Stache

«Wir planen für die Bundesliga. Das ist für uns das Entscheidende», sagte Manager Oliver Ruhnert in einer digitalen Medienrunde. Eine mögliche zusätzliche Belastung durch internationale Partien spiele «gar keine» Rolle in den Überlegungen.

«Wir hätten ja gern eine Mehrfachbelastung», sagte der 49-Jährige. Die Unioner belegen nach dem 27. Spieltag in deutschen Fußball-Oberhaus den siebten Tabellenrang, der Rückstand auf Rang sechs beträgt vier Punkte.

Wenn es dazu käme, «dass man irgendwo ein Qualifikationsspiel hat oder sonst eine Geschichte», würden sie das auch in Kauf nehmen, betonte Ruhnert, «aber der Fokus ist eindeutig die Bundesliga, und der Fokus ist auch klar dahingehend bemessen, dass wir nur soviel Budget zur Verfügung haben, das wir ausgeben können». Die Frage stelle sich nicht anhand der Quantität des Kaders, betonte er.

Ruhnert verriet, dass der Club, der erst seine zweite Saison in der Bundesliga absolviert, bereits neue Spieler für die nächste Spielzeit verpflichtet hat. Diese seien aber noch nicht bekanntgegeben worden und sollten es zeitnah auch noch nicht, erklärte er. Zudem stehe auch schon fest, dass Spieler den Verein aus Köpenick nach dieser Saison sicher verlassen würden. Namen nannte er auch in diesen Fällen nicht.

Ruhnert bewertete die Pyro-Aktion der Fans des 1. FC Union Berlin nicht näher. Der 49 Jahre alte gebürtige Sauerländer betonte, dass er zu wenig davon mitbekommen habe. Er sagte in dem Zusammenhang aber auch: «Wir regen uns mit Recht darüber auf, wenn Pyros hochgehen oder andere Sachen sind. Am Ende ist es auch ein Ausdruck dafür, dass es schwierig wird, die Menschen noch für unseren Sport zu begeistern.»

Vor dem Berliner Derby gegen Hertha BSC hatten Fans der Eisernen am Ostersonntag jede Menge Raketen und weitere Pyrotechnik abgefeuert. Rund drei Minuten lang war ohrenbetäubender Lärm im Stadion An der Alten Försterei zu hören gewesen.

«Wir sind ja aufgestiegen für die Menschen und haben gesagt, das ist ja überragend für die Menschen hier in Köpenick und Umgebung - und jetzt sehen sie uns im Fernsehen», sagte Ruhnert, da weiterhin Zuschauer wegen der Corona-Pandemie nicht zugelassen sind. «Wir leben davon, dass die Menschen irgendwann zurückkehren und wieder da sind», sagte der Union-Manager und erinnerte an die Aussage der Politik, dass jeder bis zum September ein Impfangebot haben solle.

Nun gebe es ja Aussagen, dass es Privilegien geben solle für diejenigen, die geimpft seien. «Von daher gehe ich davon aus, dass bis zum Wiederbeginn der Bundesliga im August doch eine hohe Anzahl an Menschen geimpft sein dürfte. Und ich gehe dann auch davon aus, dass auch Fußball logischerweise zu den Möglichkeiten wie Kultur oder auch andere Einrichtungen gehört, wo Menschen wieder an sozialen Veranstaltungen teilnehmen können», sagte Ruhnert. In welchem Maße es eine Zuschauerrückkehr geben werde, wage er im Augenblick aber nicht vorherzusagen. «Das ist ja jeden Tag anders», sagte er.

© dpa-infocom, dpa:210405-99-89385/3

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