Fußball
Duisburg trennt sich von Trainer Lieberknecht

Eine Ära wie in Braunschweig hat Torsten Lieberknecht beim MSV Duisburg nicht prägen können. Bei seiner Freistellung am Dienstag waren aber nur vier Drittliga-Trainer länger im Amt. Unter dem Strich hat Lieberknecht aber alle Ziele verpasst.

Dienstag, 10.11.2020, 13:30 Uhr aktualisiert: 10.11.2020, 13:43 Uhr
Torsten Lieberknecht gestikuliert. Foto: Bernd Wüstneck

Duisburg (dpa/lnw) - Bis März waren Torsten Lieberknecht und der MSV Duisburg auf dem besten Weg zurück in die 2. Fußball-Bundesliga. Dann kam Corona und der große sportliche Absturz. Nach nur fünf Siegen aus 20 Spielen seit dem Restart und nun dem Absturz auf einen Abstiegsplatz der 3. Liga nach acht Spielen der neuen Saison hat der MSV am Dienstag seinen Trainer freigestellt.

Der 47-Jährige, der zuvor zehn Jahre lang Eintracht Braunschweig trainiert und zwischenzeitlich sogar in die Bundesliga geführt hatte, war beim MSV immerhin mehr als zwei Jahre im Amt. Er konnte jedoch in der ersten Saison den Abstieg aus der 2. Liga nicht verhindern, verpasste in der zweiten den direkten Wiederaufstieg und legte in der dritten nun einen Fehlstart hin.

«Die Ergebnisse stimmen nicht, und eine positive Entwicklung haben wir leider auch nicht erkennen können», sagte Sportdirektor Ivica Grlic. «Das macht diesen Schritt jetzt notwendig. Denn die Mannschaft hat Potenzial, und wir sind überzeugt davon, dass wir mit diesem Potenzial wieder in die Erfolgsspur kommen - auch wenn es das erste Ziel sein muss, wieder in ruhiges Fahrwasser zu kommen.»

Beim Spiel am Samstag bei Türkgücü München werden die Co-Trainer Marvin Compper, Branimir Bajic und Sven Beuckert das Team coachen. Der vierte Co-Trainer Philipp Klug fehlt nach Vereinsangaben aufgrund eines positiven Corona-Tests und befindet sich in häuslicher Quarantäne. Der neue Chefcoach soll am Sonntag vorgestellt werden.

Es klingt so, als stünde er bereits fest. Bis Sonntag aber habe er «seine Arbeit mit dem Team nicht aufnehmen können», teilte der Verein mit. Zunächst müsse er «zwei negative Corona-Tests absolvieren, um zur Mannschaft zu stoßen». Einen Namen nannte der MSV nicht. Nach Angaben des Magazins «Reviersport» soll der Favorit Michael Schiele heißen. Der 42-Jährige hatte die Würzburger Kickers in die 2. Liga geführt, musste dann aber schon nach zwei Spieltagen gehen.

Fakt ist: Der Neue übernimmt keine leichte Aufgabe. Der Aufstiegs-Druck in Duisburg ist groß, denn die finanzielle Situation ist mehr als angespannt. «Wir wollen, solange es geht, die Insolvenz vermeiden», hatte Präsident Ingo Wald vor dem Saisonstart gesagt. Er könne diese aber «nicht grundsätzlich ausschließen».

Der bei den Fans grundsätzlich beliebte Pfälzer Lieberknecht schien die Vorgabe im Vorjahr erfüllen zu können. Beim Saison-Abbruch im März stand sein Team nach 27 Spieltagen an der Tabellenspitze der 3. Liga. Nach dem Wiederbeginn fand der MSV aber nicht mehr in die Spur und wurde mit einem relativ kleinen Kader Fünfter. Lieberknecht durfte bleiben, doch in der neuen Saison lief nahezu alles schief. Schon drei MSV-Spieler wurden in dieser Spielzeit des Feldes verwiesen, es gab Verletzte, Kapitän Moritz Stoppelkamp fiel wegen eines Virus bis Anfang November aus.

Doch trotz aller Umstände waren die Ergebnisse und die Leistungen zuletzt enttäuschend. Das 1:3 gegen Viktoria Köln am Montag, die dritte Heimniederlage in Folge, war dann letztlich zu viel.

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