Champions League
Bayern-Losglück - Schwere Aufgaben für Leipzig und Gladbach

Der Weg ins Achtelfinale der Champions League sollte für Titelverteidiger FC Bayern machbar sein. Atlético Madrid ist noch die größte Herausforderung der Münchner. Gladbach hat zwei große Kracher gezogen und erinnert sich an große Fußball-Nächte.

Donnerstag, 01.10.2020, 19:50 Uhr aktualisiert: 01.10.2020, 19:52 Uhr
Titelverteidiger FC Bayern München trifft in der Gruppenphase der Champions League unter anderem auf Atlético Madrid. Foto: Martial Trezzini

Genf (dpa) - Die nächsten Gegner bei der Mission Titelverteidigung jagten Robert Lewandowski und Co. keinen Schrecken ein, Titelverteidiger FC Bayern München erwarten in der Gruppenphase der Champions League keine allzu großen Hürden.

Dagegen gestaltet sich für Borussia Mönchengladbach die Rückkehr in die Königsklasse nach vier Jahren als Reise in die glorreiche Vergangenheit. Rekordgewinner Real Madrid und Inter Mailand wecken Erinnerungen an große Europapokal-Nächte der Fohlen-Elf.

Auch RB Leipzig hat eine schwierige Gruppe erwischt. Die Mannschaft von Trainer Julian Nagelsmann bekommt es wie schon beim Halbfinal-K.o. im August mit Paris Saint-Germain und Thomas Tuchel zu tun, dazu warten Englands Rekordchampion Manchester United und Istanbul Basaksehir.

«Das ist eine anspruchsvolle Gruppe. Paris kennen wir aus dem Halbfinale, mit ihnen haben wir noch eine Rechnung offen», sagte RB-Sportdirektor Markus Krösche. «Unser Ziel ist trotzdem das Achtelfinale. Wir haben letzte Saison gezeigt, zu was wir in der Lage sind.»

Dagegen hatten die Bayern 39 Tage nach dem Triumph gegen PSG eher Losglück. Die größte Herausforderung dürfte für die Mannschaft von Hansi Flick noch Atlético sein. Die Spanier, die sich mit Stürmerstar Luis Suarez verstärkt haben, schalteten den deutschen Rekordmeister 2016 noch im Halbfinale aus. Letztmals trafen die beiden Clubs in der Saison 2016/17 aufeinander. Auch damals konnten die Spanier den Bundesligisten besiegen. RB Salzburg und Lokomotive Moskau sind dagegen in Gruppe A die klaren Außenseiter. «Eine sehr interessante Gruppe», nannte Thomas Müller die Konstellation. «Als aktueller Champions-League-Sieger bist du aber gleich in der Gruppenphase schon wieder unter Zugzwang.»

Auch Vizemeister Borussia Dortmund, der in der vergangenen Saison im Achtelfinale am späteren Finalisten PSG gescheitert war, erwischte eine machbare Gruppe. Der russische Meister Zenit St. Petersburg, Lazio Rom und der FC Brügge heißen die Gegner der Westfalen. Im Duell mit Lazio als wohl schwersten Gegner kommt es zum Wiedersehen mit Ex-BVB-Stürmer Ciro Immobile, der in der abgelaufenen Saison immerhin vor Cristiano Ronaldo italienischer Torschützenkönig wurde.

Weitaus namhafter sind da schon die Gladbacher Gegner. «Das ist ein geiles Los. Wir haben die Creme de la Creme Europas bekommen. Wir freuen uns darauf. Das ist sehr viel Geschichte, die auf uns trifft», sagte Gladbachs Sportchef Max Eberl beim TV-Sender Sky und erinnerte an das legendäre 7:1 gegen Inter 1971 mit dem Büchsenwurf vom Bökelberg und das rauschenden Fußball-Fest gegen Real beim 5:1 im Jahre 1985. Dazu muss sich die Borussia mit Schachtjor Donezk auseinandersetzen.

Trainer Jürgen Klopp spielt unterdessen mit dem FC Liverpool in der Gruppenphase gegen Ajax Amsterdam, Atalanta Bergamo und den FC Midtjylland aus Dänemark. Einen Klassiker gibt es in Gruppe G mit Juventus Turin und dem FC Barcelona, wenn die Superstars Cristiano Ronaldo und Lionel Messi aufeinandertreffen.

Das Ziel aller Clubs heißt Istanbul, wo am 29. Mai 2021 das Finale stattfinden soll. In der Gruppenphase steht bis Weihnachten eine wahre Terminhatz an. Gespielt wird am 20./21. und 27./28. Oktober, am 3./4. und 24./25. November sowie am 1./2. und 8./9. Dezember. Aufgrund der Coronavirus-Pandemie könnte es vermehrt zu Spielabsagen kommen - dann muss irgendwie ein neuer Ersatztermin gefunden werden. Die UEFA behält sich vor, die Gruppenphase bis zum 28. Januar zu verlängern.

In Deutschland scheint noch offen, wie mit möglichen Quarantänebestimmungen verfahren wird. «Wenn wir am Mittwoch in der Champions League in einem Risikogebiet antreten (...), dann sollten die Grundlagen dafür geschaffen sein, dass wir anschließend samstags in der Bundesliga wieder spielen dürfen», hatte zuletzt BVB-Sportdirektor Michael Zorc in der «FAZ» gesagt. Zuständig sind die lokalen Behörden, die Clubs dürften um Ausnahmegenehmigungen bemüht sein.

Kann aus «irgendwelchen Gründen» die Gruppenphase nicht abgeschlossen werden, entscheidet das UEFA-Exekutivkomitee über die Besetzung der K.o.-Runde, hatte der Dachverband mitgeteilt. Für die Europa League, deren Gruppenphase an diesem Freitag ausgelost wird, gelten die gleichen Regeln.

DIE AUSLOSUNG DER GRUPPENPHASE DER CHAMPIONS LEAGUE:

Gruppe A

Bayern München

Atlético Madrid

Red Bull Salzburg

Lokomotive Moskau

Gruppe B

Real Madrid

Schachtjor Donezk

Inter Mailand

Borussia Mönchengladbach

Gruppe C

FC Porto

Manchester City

Olympiakos Piräus

Olympique Marseille

Gruppe D

FC Liverpool

Ajax Amsterdam

Atalanta Bergamo

FC Midtjylland

Gruppe E

FC Sevilla

FC Chelsea

FK Krasnodar

Stade Rennes

Gruppe F

FC Zenit St. Petersburg

Borussia Dortmund

Lazio Rom

FC Brügge KV

Gruppe G

Juventus Turin

FC Barcelona

Dynamo Kiew

Ferencváros Budapest

Gruppe H

Paris St. Germain

Manchester United

RB Leipzig

Istanbul Basaksehir

© dpa-infocom, dpa:201001-99-789618/10

Nachrichten-Ticker