«Zum Weinen»
Spiel Bastia gegen Lyon nach Übergriffen abgebrochen

Schwierige Woche für Olympique Lyon. Am Donnerstag gab es in der Europa League schlimme Gewalt-Szenen, nun werden Lyon-Spieler bei einem Spiel in Bastia von korsischen Fans angegangen.

Montag, 17.04.2017, 11:22 Uhr
Veröffentlicht: Montag, 17.04.2017, 11:19 Uhr
Zuletzt bearbeitet: Montag, 17.04.2017, 11:22 Uhr
Erneut wurde ein Spiel von Olympique Lyon von Ausschreitungen überschattet. Foto: Laurent Cipriani

Bastia (dpa) – Nach Übergriffen auf Spieler des französischen Fußballclubs Olympiqe Lyon ist das Ligaspiel beim SC Bastia abgebrochen worden.

Mehrere Dutzend Anhänger der korsischen Gastgeber stürmten am Ostersonntag vor der Partie den Rasen im Armand-Cesari-Stadion und pöbelten Lyon-Spieler an, die sich aufwärmten. Nachdem es in der Halbzeitpause erneut zu Auseinandersetzungen kam, stoppt die Profiliga LFP die Begegnung. Sie verurteilte das «unerhörte Verhalten eines Teils der Fans» und kündigte eine Untersuchung an.

Die Vorfälle lösten in Frankreich Empörung aus. «Zum Weinen», titelte die Sportzeitung «L'Équipe» am Montag. «Das ist skandalös», kritisierte Sport-Staatssekretär Thierry Braillard im Sender RMC.

Der Präsident von Olympique Lyon (OL), Jean-Michel Aulnas, warf dem Verantwortlichen für die Sicherheit im Stadion von Bastia vor, in der Halbzeitpause selbst Lyon-Torwart Anthony Lopes geschlagen zu haben. Lyon habe beim Staatsanwalt Anzeige erstattet. «Ich muss anmerken, dass die Spieler von Bastia tadellos waren, weil sie selbst die Spieler von Lyon gegen ihre eigene Sicherheit und ihre eigenen Fans verteidigt haben», sagte Aulnas.

Videoaufnahmen der chaotischen Szene vor dem Spiel zeigten, wie Ordner die Spieler von Lyon zurück in die Kabinen eskortierten und die Fans zurückhielten. Aulnas, sprach von einem «dramatischen Abend». Es sei schwer gewesen, die Spieler zu überzeugen, nach den ersten Übergriffen überhaupt aufzulaufen. In einer Aufnahme des Senders beIN Sports war zu hören, wie Lyon-Trainer Bruno Genesio sagte: «Wir gehen nicht in den Krieg.» Erst mit 50 Minuten Verspätung wurde das Spiel angepfiffen - die Behörden hatten nach Angaben der Liga entschieden, es bei jedem weiteren Zwischenfall abzubrechen.

Die Abreise der Gäste habe sich später wegen einer Blockade verzögert, berichtete Aulnas. Erst nach Tränengaseinsatz der Polizei habe das Team abfahren können. Der SC Bastia verurteilte die Vorfälle. Der Club bereite sich darauf vor, «starke und angemessene Maßnahmen zu ergreifen», noch bevor die Disziplinarkommission der Fußballliga sich am Donnerstag mit dem Thema befasst, hieß es in einer Mitteilung. Die Profiliga LFP forderte Bastia auf, Stadionverbote gegen die Verantwortlichen zu verhängen. Zum Zeitpunkt des Spielabbruchs stand es zwischen dem Tabellenletzten und den viertplatzierten Gästen 0:0.

Erst in der Vorwoche war es vor dem Europa-League-Viertelfinale Olympique Lyon gegen Besiktas Istanbul zu heftigen Ausschreitungen gekommen. Türkische Fans hatten in Lyon rund eine Viertelstunde vor Spielbeginn Feuerwerkskörper in Richtung des Zuschauerbereichs der Gastgeber geworfen, woraufhin hunderte Fans auf den Rasen geflüchtet waren. Schon vor dem Stadion in Lyon hatte es Krawalle zwischen den beiden Fangruppen gegeben.

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