Primera División
Presse zu Real-Blamage: Zidane spielt mit dem Feuer

Madrid (dpa) - Die spanische Sportpresse zeigt kaum Mitleid mit Fußball-Rekordmeister Real Madrid, nachdem er durch ein Eigentor und drei verwandelte Elfmeter mit 1:4 gegen den FC Valencia untergegangen war.

Montag, 09.11.2020, 13:32 Uhr aktualisiert: 09.11.2020, 13:36 Uhr
Die spanische Sportpresse zeigte kaum Mitleid mit Real Madrid nach der 1:4-Niederlage. Foto: Alberto Saiz

Real-Trainer Zinedine Zidane habe mit einer völlig unverständlichen Mannschaftsaufstellung und einer äußerst schwachen Verteidigung aufgewartet, schrieb die Sportzeitung «Marca».

Neben den ausgefallenen Eden Hazard und Casemiro fehlten auch Ferland Mendy sowie zunächst der erst in der 76. Minute eingewechselte Toni Kroos. «Es gibt keine Erklärung für das Spiel», hatte Zidane nach der verlorenen Partie gesagt. Das hätten alle anderen angesichts der Startaufstellung schon vor dem Spiel so gesehen, schrieb «Marca»: «Zidane spielte mit dem Feuer und hat sich verbrannt.»

Mit drei verwandelten Elfmetern (35./54./63. Minute) avancierte Carlos Soler zum Matchwinner. Die Gäste waren durch Karim Benzema in Führung (23.). Nach dem Eigentor von Real-Verteidiger Raphael Varane (43.) lag Valencia noch vor der Pause vorn.

Auch die Sportzeitung «AS» stellte der Verteidigung von Real ein schlechtes Zeugnis aus. Diese sei «aus Papier» gewesen. Dabei hätten die Königlichen bis zum 1:1 ganz passabel gespielt, erst ab da sei es katastrophal geworden. Außerdem habe Madrid die Stärke des Gegners völlig falsch eingeschätzt. Ein Abwehrspieler wie Alaba vom FC Bayern München, an dem Real angeblich Interesse haben soll, wäre da sicher hilfreich gewesen.

Zidane habe die Schuld für das Debakel auf sich genommen, schrieb «Sport». «Wie immer liegt der Fehler bei mir, weil ich der Trainer bin und Lösungen finden muss», zitierte ihn die Zeitung. Zidane habe auch die Schiedsrichter in Schutz genommen, die wegen der drei Elfmeter für Valencia in die Kritik geraten waren. Auf seine Spieler wollte Zidane nichts kommen lassen. «Wir setzen die Spieler ein, die es gibt, sie sind alle Real Madrid-Spieler und jeder kann spielen. Wenn sie verlieren, verlieren wir alle und wenn sie gewinnen, gewinnen wir alle. Es gibt da keine Schuldigen.»

© dpa-infocom, dpa:201109-99-269123/2

Nachrichten-Ticker