Corona-Krise
DFB-Mediziner: Ansteckung auf Fußballplatz unwahrscheinlich

Frankfurt/Main (dpa) - Der Vorsitzende der Medizinischen Kommission des Deutschen Fußball-Bundes (DFB), Tim Meyer, hält die Gefahr einer Corona-Ansteckung auf dem Fußballplatz für gering.

Freitag, 02.10.2020, 17:00 Uhr aktualisiert: 02.10.2020, 17:02 Uhr
Tim Meyer hält die Gefahr einer Corona-Ansteckung auf dem Fußballplatz für gering. Foto: Oliver Dietze

Die Dauer der engen Kontakte sei während eines Spiels kurz, außerdem werde an der frischen Luft gespielt, sagte der Medizinprofessor in einem auf der DFB-Homepage veröffentlichten Interview. Vorsicht sei vor allem im Umfeld eines Fußballspiels geboten.

Meyer sagte, es sei festzustellen, «dass Fußball entgegen anderslautender Annahmen eben kein Kontaktsport ist, sondern eine Sportart mit geringen Kontakten.» Bei Meldungen über Infektionen im Fußballumfeld hätten sich zwar tatsächlich Menschen infiziert, die Fußball spielen. Allerdings hätten die sich eindeutig außerhalb des eigentlichen Spiels angesteckt, zum Beispiel bei privaten Feiern.

«Die Beobachtung, dass man sich auf dem Spielfeld sehr wahrscheinlich nicht anstecken kann, bedeutet ausdrücklich nicht, dass dies auch außerhalb des Spielfelds gilt», sagte Meyer. Zum Beispiel in Besprechungs-, Umkleide oder Duschräumen sowie der Vereinsgastronomie müssten die Hygienestandards konsequent umgesetzt werden. «Hält man sich nicht daran und es treten Infektionsfälle auf, müssen die Gesundheitsämter Konsequenzen ziehen», sagte er.

Wissenschaftlich abgesichert sei die These der geringen Ansteckungsgefahr auf dem Platz nicht. Es werde aber an Untersuchungen gearbeitet. «Ich gehe davon aus, dass wir schon bald Ergebnisse präsentieren können» sagte Meyer.

© dpa-infocom, dpa:201002-99-802864/2

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