DFB-Nachwuchs
Kuntz' «Instrumenten-Kiste» füllt sich

Im ersten EM-Test des neuen Jahres glänzt die U21 gegen Frankreich eine Halbzeit lang mit Spielfreude und Tempo. Die Leistung nach der Pause ist weniger gut - aber Coach Stefan Kuntz sind die Erkenntnisse wichtiger. Bis zur EM im Juni will er weiter testen und tüfteln.

Freitag, 22.03.2019, 12:07 Uhr aktualisiert: 22.03.2019, 12:10 Uhr
Muss im Test gegen England weiter auf Janni Serra verzichten: U21-Coach Stefan Kuntz. Foto: Bernd Thissen

Essen (dpa) - Mit einem prall gefüllten Notizbuch trat Stefan Kuntz zufrieden die Abreise vom ersten Test der U21 im EM-Jahr an. Beim 2:2 gegen Frankreich hatte der Europameister in Essen zwar nicht 90 Minuten überzeugt, aber doch wichtige Erkenntnisse mit Blick auf das Turnier im Juni geliefert.

«Das stand im Vordergrund», sagte der Coach nach dem EM-Formcheck seiner jungen Fußballer. «Wenn wir dann eine relativ gut gefüllte Kiste haben, aus der wir bei der EM die Instrumente auspacken können, dann wäre das natürlich cool.»

Eine Dreierkette mit Mittelfeldspieler Arne Maier von Hertha BSC im Zentrum, acht Einwechslungen und ein ungewohntes Angriffspressing - Kuntz nutzte die Partie gegen EM-Mitfavorit Frankreich für das ein oder andere taktische Experiment. «Wir versuchen, kreativ zu sein und einfallsreich», sagte Kuntz. «Wir haben viele Erkenntnisse gesammelt, haben vieles ausprobiert.» Kapitän Timo Baumgartl erklärte: «Wir arbeiten an verschiedenen Systemen, um unberechenbar zu bleiben.»

Eine Halbzeit lang präsentierte sich die taktisch neu formierte U21-Auswahl gegen den Nachwuchs des A-Weltmeisters titelreif: Enorm spielfreudig, mit Tempo und Mut im Spiel nach vorne. «Ich glaube, man hat auf jeden Fall gesehen, dass wir gut Fußball spielen können», sagte der Mainzer Levin Öztunali, der früh zum 1:0 traf (3. Minute). Maximilian Mittelstädt von Hertha BSC legte den zweiten Treffer nach (31.). «Frankreich ist eine der Top-Nationen, es war ein super Härtetest», sagte er. «Wir können auf jeden Fall mithalten, wir müssen jetzt noch an ein paar Schwachstellen arbeiten.»

Den starken Auftritt werteten Kuntz und sein Team auch als Ansage an die Konkurrenz um den EM-Titel. «Es war einfach wichtig, ein gutes Spiel zu machen und zu zeigen, dass wir als Deutschland auch auf der Liste der Favoriten stehen», sagte Baumgartl. «Das ist als große Fußball-Nation unser Anspruch, da war es einfach wichtig, das zu untermauern.» Die DFB-Auswahl reist als Titelverteidiger zu dem Turnier, das ab dem 16. Juni in Italien und San Marino stattfindet.

Gegen Frankreich gab die junge Mannschaft den 2:0-Vorsprung nach der Pause allerdings zu leichtfertig aus der Hand und kassierte zwei unnötige Gegentore. «Natürlich kotzt uns das an», sagte der Stuttgarter Baumgartl, der aber vor allem das Positive an dem Test gegen einen starken Gegner sah: «Es ist gut, dass nicht alles perfekt gelaufen ist, so haben wir bis zur EM noch was zu verbessern.»

Schon das nächste Spiel gegen die ebenfalls stark eingeschätzten Engländer am Dienstag in Bournemouth will Kuntz dafür nutzen. «Es macht aus meiner Sicht nur Sinn, so Sachen auszuprobieren gegen die Stärksten, weil die dann auch die Fehler aufdecken», sagte der 56-Jährige. Drei Monate hat der Trainer danach noch Zeit, um an seinem EM-Kader sowie den taktischen Varianten und Überraschungen für das Turnier zu basteln. «Wir haben vielleicht auch noch die eine oder andere Idee, wo keiner mit rechnet», versprach der U21-Coach.

Fällt am Donnerstag sogar die 40-Grad-Marke?
Rekordverdächtig heiß könnte es am Donnerstag werden.
Nachrichten-Ticker