EM-Qualifikation
U21 verliert gegen Belgien: Erste Quali-Heimpleite seit 2009

Deutschlands U21 missglückt der Jahresabschluss. Beim 2:3 gegen Belgien offenbart der EM-Zweite zu viele Lücken in der Defensive, die mangelnde Spielpraxis vieler Akteure ist zu spüren. In der Qualifikation liegt ein solches Frusterlebnis schon lange zurück.

Sonntag, 17.11.2019, 19:27 Uhr aktualisiert: 17.11.2019, 19:30 Uhr
Die Auswahl von Stefan Kuntz verlor 2:3 gegen Belgien. Foto: Patrick Seeger

Freiburg (dpa) - Auf dem Weg zum Mannschaftsbus konnte U21-Nationaltrainer Stefan Kuntz schon wieder lächeln. Zwar haderte der 57-Jährige mit dem 2:3 (1:2) gegen Belgien, der ersten deutschen Heimniederlage in der EM-Qualifikation seit zehn Jahren.

Doch der missglückte Jahresausklang soll der neuformierten Mannschaft auf dem Weg zur EM 2021 im Idealfall einen wichtigen Entwicklungsschub geben.

«Wir müssen daraus lernen, dann hat das für uns eine positive Konsequenz», sagte Kuntz am Sonntagabend in den Katakomben des Freiburger Stadions. «Wenn die erste Enttäuschung vorbei ist, sollte man auch ein kleines bisschen stolz sein. Das, was wir bis jetzt geleistet haben, war zum größten Teil sehr gut - vor allem, wenn man es in Relation setzt zu den Spielanteilen, die die Jungs haben.»

Mit reichlich Defensivpatzern hatte sich seine Mannschaft die Heimniederlage selbst eingebrockt. Zwar räumte Kuntz ein, dass die fehlende Spielpraxis seiner Profis in den Clubs ein Faktor gewesen sei. Aber nur daran lagen die drei Gegentreffer nicht. «Mich hat geärgert, dass wir die Gegentore so einfach hergegeben haben. Alle drei Gegentore wären mit einer optimalen Einstellung und mit sauberem Spiel zu verhindern gewesen», bemängelte Kuntz.

Vor der ungewöhnlich großen U21-Kulisse von 16 504 Zuschauern konnte sich der Freiburger Nico Schlotterbeck (38. Minute) im Heimstadion nicht richtig über seinen Treffer freuen. Ragnar Ache traf beim Debüt (81.) zum 2:3-Endstand. Doppel-Torschütze Lois Openda (43./70.) und Zinho Vanheusden (26.) sorgten für die Tore der Gäste. Kapitän Vanheusden verschoss zudem noch einen Strafstoß (32.).

In einem temporeichen Spiel agierte der EM-Zweite Deutschland vor der Pause nicht zielstrebig genug. Belgien trat geradliniger auf und verbuchte die besseren Chancen. «Ich habe keine Ahnung, woran es lag. Wir sind vielleicht zu viel in Konter gelaufen», sagte Schlotterbeck.

Durch den Sieg übernahm Belgien mit sieben Punkten die Tabellenführung im Kampf um die EM 2021 in Slowenien und Ungarn. Deutschland, das zuletzt im September 2009 gegen Tschechien ein Heimspiel in der Qualifikation verloren hatte, hat bei sechs Zählern ein Spiel weniger und weiter beste Karten. Die neun Gruppensieger und der beste Zweite qualifizieren sich direkt. «Wir haben heute einen Knick bekommen, werden aber viel daraus lernen», sagte Kuntz.

In der munteren Partie nutzte Belgien einen Fehlpass von Robin Hack zur Führung. Vanheusden war auf dem linken Flügel nicht zu halten, beim Schuss aus spitzem Winkel sah Schalke-Keeper Markus Schubert nicht gut aus. Die DFB-Auswahl zeigte vor den Augen von Verbandspräsident Fritz Keller wieder Comeback-Qualitäten. Nach einem Freistoß von Dennis Geiger kämpfte Schlotterbeck den Ball zum Ausgleich ins Tor. Danach nutzte Openda wieder einen Abwehr-Wackler.

Die Kuntz-Auswahl trat nach dem Seitenwechsel druckvoller auf. Es folgte aber auch ein weiterer Patzer: Vitaly Janelt verursachte das 1:3 durch den herausragenden Openda vom FC Brügge. Ache, der in den Niederlanden spielt, sorgte mit seinem Debüt-Tor für eine spannende Schlussphase. «Woran es jetzt lag, müssen wir in der Analyse gucken und daraus unsere Schlüsse ziehen», sagte Paderborns Luca Kilian.

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