DFB-Junioren
U21-Coach Kuntz fehlt Diskussion mit Löw

Es gab leichtere Zeiten für U21-Nationaltrainer Stefan Kuntz. Das 2:3 zum Jahresabschluss gegen Belgien offenbart Defizite der neuen Generation. Vor einem Grund dafür warnt Kuntz schon länger. Die Entwicklung betrifft auch Bundestrainer Löw.

Montag, 18.11.2019, 13:00 Uhr aktualisiert: 18.11.2019, 13:04 Uhr
Momentan gibt es für U21-Coach Stefan Kuntz wenig zu besprechen mit Bundestrainer Joachim Löw. Foto: Patrick Seeger

Freiburg (dpa) - Dieser Engpass im deutschen Fußball-Nachwuchs bringt U21-Nationaltrainer Stefan Kuntz um angeregte Gespräche mit dem Bundestrainer.

«Es ist eine andere Situation als vor zwei Jahren. Leider fallen meine Diskussionsrunden mit Jogi Löw vor den Nominierungen komplett weg», sagte Kuntz nach dem missglückten Jahresabschluss der deutschen U21-Nationalmannschaft. «Ich will nicht sagen, da war es manchmal wie auf dem Handel: Du nimmst den und ich den. Aber wir hatten was zu besprechen.»

Im Qualifikationszeitraum für die EM 2019, die die Kuntz-Auswahl als Zweiter abschloss, gab es reihenweise Spieler, die für beide Teams in Frage kamen. «Jetzt ist der einzige Spieler Kai Havertz und da kann man relativ objektiv sein, ohne dass hier einer rumheult», sagte Kuntz. «Auch daran kann man erkennen, dass es jetzt ein bisschen enger wird.» Aber nicht nur die A-Team-Chancen der Kuntz-Kicker sind geringer, viele haben in den Clubs einfach nicht genug Einsatzzeit.

Das 2:3 in Freiburg gegen Belgien, die erste Heimniederlage in der Qualifikation seit 2009, legte daraus resultierende Defizite bei der neuen U21 offen. «Es sind zwei Sachen, die man durch Spielniveau unersetzbar bekommt. Das ist Passspiel unter hohem Druck und Zweikämpfe auf ganz hohem Niveau zu führen. Da brauchen die Jungs 15, 20 oder 30 Spiele auf ganz hohem Niveau», erklärte Kuntz. «Das sind nur Erklärungen, ohne Anklagen. Sowohl die DFL als auch der DFB haben alle erkannt, dass wir schauen müssen, dass unser Nachwuchs ein bisschen schneller und ein bisschen besser in die Spielpraxis kommt.»

Nicht nur die Quantität der Einsätze ist oftmals nicht ausreichend. Es hapert auch an Qualität, denn nur acht Akteure der U21 zählen zu Bundesliga-Kadern. In der U19 sind 20 Akteure bei Bundesligisten unter Vertrag, in der U17 sind es 17 Spieler. Zwar müssen diese den Schritt in die Bundesliga erst noch meistern, aber Wege sind geebnet.

«Ich wünsche mir eigentlich nichts vom Christkind und nichts fürs neue Jahr, sondern möglichst viele Spiele für die Spieler, die uns zur Verfügung stehen», erklärte Kuntz. Bezeichnenderweise konnten die im Ausland regelmäßig eingesetzten Orestis Kiomourtzoglou (Heracles Almelo) und Mergim Berisha (SC Altach) nach der Pause Impulse für die Leistungssteigerung setzen. Ragnar Ache, Stammspieler bei Sparta Rotterdam, erzielte im ersten U21-Einsatz gleich sein erstes Tor.

Zwei Niederlagen, im EM-Finale gegen Spanien und am Sonntag vor der ungewöhnlich großen U21-Kulisse von 16 504 Zuschauern gegen Belgien, stehen in der deutschen Jahresbilanz. Weiter geht es für das neuformierte Auswahl im Test gegen Österreich (26.3.) und auf dem Weg zur EM 2021 in Slowenien und Ungarn fünf Tage später gegen Wales.

«Das Fazit ist insgesamt positiv. Wir haben uns als Mannschaft besser gefunden in den drei Lehrgängen», sagte Kapitän Johannes Eggestein. Der Bremer hat neben der Qualifikation, in der Deutschland (6 Punkte/3 Spiele) hinter Belgien (7/4) Zweiter ist, ein Highlight im Hinterkopf: Die Olympischen Spiele. Gut für Kuntz: Dort ist eine U23 am Start, die Auswahl wird mehr Spielpraxis mitbringen.

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