Gescher
Kein bisschen Druck auf den Gegner

Gescher. Wer die SV-Mannschaft noch am Donnerstagabend gegen Lippramsdorf gesehen hatte, wähnte sich gestern im falschen Film. Keine Lauf- und Zweikampfbereitschaft, keine Leidenschaft – „ich bin total sauer“, nahm Frank Schulz nach 90 deprimierenden Minuten kein Blatt vor den Mund. Das 1:5 gegen Vorwärts Epe hatte dem Trainer die Laune gehörig verhagelt, und das aus gutem Grund: „Man kann ja mal ein Spiel verlieren – aber doch nicht so!“

Montag, 09.04.2018, 08:32 Uhr

Eine der wenigen Offensivaktionen des SV an diesem verflixten Nachmittag: Marius Upgang-Rotert (Mitte) wird von Justin Bauer (links) und Ferdinand Lepping in die Zange genommen. Foto: Frank Wittenberg

Tatsächlich wirkten die Gescheraner bei ordentlicher Wärme auf dem Kunstrasen von der ersten Minute an so, als sei der Stecker erst gar nicht eingestöpselt worden. Zu wenig Aggressivität, beinahe lethargisch – wohl selten in dieser Saison dürfte sich Vorwärts Epe über so wenig Gegendruck gefreut haben. „Die wollten doch nur ein bisschen spielen“, staunte Schulz. „Aber wir haben das zugelassen.“ Und diese Freiräume nahmen die ballsicheren Gäste gerne an.

Schon in der Anfangsviertelstunde musste Alexander Trogemann gegen Julius Wieland und Jan Olde Groote Beverborg einen Rückstand verhindern, den dann Bernd Möllers nach einer Ecke per Kopf erzielte (30.). Auf der anderen Seite tat sich wenig bis gar nichts. „Wir haben vorne keinen einzigen Ball gehalten“, gab der Trainer zu. „Keine einzige Torchance haben wir uns erspielt!“ Dazu wollte er auch nicht den Ausgleich zählen, denn dazu musste ein Elfer her: Thomas Lanfer hatte abgezogen, Jan Olde Groote Beverborg die Hand in den Weg gehalten – den Strafstoß versenkte Lanfer sicher zum 1:1-Pausenstand (41.). „Sehr glücklich“, gab Frank Schulz zu.

Ein einziges Mal wurde es noch gefährlich für die Gäste, als Vorwärts-Keeper Jose Carlos da Silva Fernandes einen 40-Meter-Freistoß von Thomas Lanfer über die Latte wischen musste (50.). Nur fünf Minuten später markierte Patrick Leuders nach einer feinen Einzelaktion das 1:2 und leitete die Auflösungserscheinungen beim SV ein. Mario Coehlo Carneiro nach Leuders-Vorarbeit (58.) und erneut Bernd Möllers per Kopf nach einer Ecke erhöhten auf 1:4. „Wenn man den Gegner so lässt, darf man sich nicht wundern“, sprach Schulz von einem auch in dieser Höhe verdienten Zwischenstand, den Alexander Trogemann sogar noch mit einer starken Fußabwehr gegen Julius Wieland rettete (77.). Der starke Jan Olde Groote Beverborg vollendete einen Konter per Lupfer zum 1:5-Endstand (86.).

Das saß! So wird im Abstiegskampf nicht viel zu holen sein. „Das Tempo war so langsam“, schüttelte Frank Schulz den Kopf, „da hätte ich noch mit dem Rollator mitspielen können.“ Dabei können sie es auch anders – siehe Lippramsdorf. 7 SV Gescher – Vorwärts Epe 1:5; Tore: 0:1 Bernd Möllers (30.), 1:1 Thomas Lanfer (41., HE), 1:2 Patrick Leuders (55.), 1:3 Mario Coehlo Carneiro (58.), 1:4 Bernd Möllers (66.), 1:5 Jan Olde Groote Beverborg (86.).

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