Gescher
K. o. in der Verlängerung

Gescher. Als die geschlagenen Spielerinnen in den roten Trikots vom Feld schlichen, applaudierte das faire Wanner Publikum lautstark. Eine Anerkennung für die Fußballerinnen des SV Gescher, die 120 Minuten alles probiert hatten, aber kein Happy End erlebten. „In der Verlängerung war abzusehen, dass die Mannschaft gewinnt, die das erste Tor schießt“, bilanzierte Maik Höing. Das gelang dem SV Wanne 1911, der einige Minuten später den Bezirksliga-Aufstieg bejubeln durfte, während die Gescheranerinnen ein weiteres Jahr in der Kreisliga A bleiben.

Montag, 17.06.2019, 10:20 Uhr aktualisiert: 17.06.2019, 10:40 Uhr
Mit vereinten Kräften bremsen die Wanner Torfrau Jennifer Lange (rechts) und Abräumerin Freya Lange (links) die Gescheranerin Nina Hayck aus – dem SV wollte einfach kein Tor gelingen. Fotos: fw Foto: az

Wie zwei angeschlagene Boxer standen sich die beiden Kontrahenten in der Extrazeit gegenüber. Sichtlich platt, nur noch selten mit klaren Aktionen, beide auf den Lucky punch hoffend – der den Gastgeberinnen in der 113. Minute tatsächlich gelang: Diana Nispel spielte den öffnenden Pass auf Alyssa Kolender, die legte quer auf Janine Reichelt, die aus wohl abseitsverdächtiger Position zum 1:0 für Wanne traf. „Von so einem Nackenschlag erholst du dich zu dem Zeitpunkt nicht mehr“, hatte der Trainer Verständnis dafür, dass sein Personal auf dem aufgeheizten Kunstrasen nicht mehr zurückschlagen konnte.

Schade, denn in der zweiten Halbzeit hatten die SV-Frauen alle Chancen, das Ding in der regulären Spielzeit für sich zu entscheiden. Denn ihnen gelang eine satte Steigerung zum Auftritt im ersten Durchgang, in dem kaum etwas gelingen wollte. „Da war die Mannschaft sehr nervös, vielleicht auch wegen der Kulisse“, spielte Höing auf die rund 300 Zuschauer an, darunter trotz des Harwicker Schützenfestes viele aus Gescher. „Daran sind sie nicht gewöhnt.“ So blieb vieles Stückwerk. Erst spät kamen sie zu Chancen durch Maike Tenbusch nach einer Ecke von Alina Bengfort (39.) und einem Freistoß von Nadine Hörnemann vom Strafraum-Eck, der die Latte streifte (42.).

Spätestens ab der 60. Minute übernahm das Team von Maik Höing gegen einen stark abbauenden Gegner endgültig das Kommando. Zwei Mal hatte Philine Barden die Führung auf dem Fuß: In der 64. Minute zielte sie nach einem langen Pass frei über den Kasten, vier Minuten später wurde sie nach feiner Einzelaktion in letzter Sekunde von Aileen Schneider gestört. „Wir brauchen zu viele Chancen“, schüttelte der Trainer den Kopf. „Das war in der Meisterschaft auch schon so.“

Also ging das Entscheidungsspiel in die Verlängerung, in der die starke SV-Torfrau Janna Lüdiger zunächst gegen Alina Rennkamp gut den Winkel verkürzte (92.) und dann gegen die vor ihr auftauchende Raphaela Kuhna stark parierte (105.). In der 113. Minute war sie dann machtlos – und die Parte entschieden. „Es bleibt dabei, wir haben eine gute Saison gespielt“, zeigte sich Maik Höing nicht lange enttäuscht. Einen neuen Anlauf wollen sie in der nächsten Saison nehmen: „Am wichtigsten ist aber, dass sich die Mannschaft weiterentwickelt.“ 7 SV Wanne 1911 – SV Gescher 1:0 n. V.; Tor: 1:0 Janine Reichelt (113.).

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