Gescher
Schlechtes Zeugnis: Setzen, sechs!

Gescher. Der Meisterschaftsauftakt ist gründlich in die Hose gegangen. Mannomann, dachten sich die Anhänger des SV Gescher, das musste doch nicht sein. Frank Schulz, eine ehrliche Haut, bemühte sich erst gar nicht, das Fehler-Festival seines Personals schönzureden. „Wir haben das Spiel abgeschenkt“, fand der Trainer harte Worte für die Unzulänglichkeiten bei der 2:3-Niederlage gegen einen Bezirksliga-Aufsteiger, der auch keine Glanz-Leistung geboten hatte, „ohne den Olfener Sieg schmälern zu wollen, eine Übermannschaft ist das bestimmt nicht.“

Dienstag, 13.08.2019, 10:26 Uhr
Herr der Lüfte: André Milewzyk, die Nr. 1 vom Bezirksliga-Aufsteiger SuS Olfen, pflückte den Ball aus der Luft wie einen reifen Apfel vom Baum. Nils Epping (rechts) blieb ohne Chance. Foto: az

Woran hat’s gelegen, dass die Gescheraner vor eigener Kulisse abgewatscht wurden und alle drei Punkte abgegeben haben? „Die Abwehr war viel zu offen, die Spritzigkeit fehlte vorne wie hinten“, stellte Schulz seinen Leuten ein schlechtes Zeugnis aus: Setzen, sechs!

An guten Tormöglichkeiten herrschte gewiss kein Mangel. Allerdings mangelte es den Offensivkräften an der nötigen Präzision im Abschluss. Oder aber sie scheiterten an André Milewzyk, 29 Jahre alt und ein Keeper der Kategorie 1 A mit Sternchen. Was der Bursche an Bällen aus der Luft und dem Strafraum gefischt hat, war aller Ehren wert. An seinen Fangkünsten verzweifelten die Gescheraner, die immerhin zweimal trafen durch André Wellermann (39. Minute) und Eric Büger (71.), andererseits auch drei äußerst dumme und selbst verschuldete Gegentreffer schlucken mussten.

Frank Schulz war geladen und musste aufpassen, dass der Vulkan in ihm nicht ausbrach. „Wenn man den Gegner zum Toreschießen einlädt, braucht sich keiner beschweren, wenn man dann als Verlierer vom Platz geht.“ Recht hatte er ja, denn nach einer ordentlichen Vorbereitungsphase waren die Zuschauer erwartungsfroh zum Sportpark am Ahauser Damm gepilgert und wurden bitter enttäuscht. „Wir sind überhaupt nicht in die Zweikämpfe gekommen“, analysierte Schulz messerscharf, „so kannst du kein Spiel gewinnen, so nicht!“

Daniel Stockhoff, der erfahrene Schlussmann, der den urlaubenden Stammkeeper Alex Trogemann vertrat, war an den Einschlägen schuldlos. Ihm hatten es seine Mitspieler, die neben den Schuhen standen, klar zu verdanken, dass sie nicht höher ihren Saisonstart verdaddelt haben. Zweimal in rascher Folge, in der 78. und 81. Minute, verhinderte er einen vierten Treffer.

Die beiden Torwächter, André Milewzyk auf der einen, Daniel Stockhoff auf der anderen Seite, waren die Hauptdarsteller ihrer Teams. Sie erhielten die Bestnoten.

https://event.yoochoose.net/news/705/consume/10/2/6846332?categorypath=%2F2%2F798623%2F798631%2F947787%2F947829%2F
Laumann klagt „katastrophale Arbeitsbedingungen“ in Schlachthöfen an
Kontrollen decken Missstände auf: Laumann klagt „katastrophale Arbeitsbedingungen“ in Schlachthöfen an
Nachrichten-Ticker