Gescher
Kampf, Leidenschaft und drei Punkte

Gescher. Als Sinnbild für diesen Nachmittag taugte der Einsatz von Dennis Schültingkemper. Kaum mehr auf den Beinen halten konnte er sich, lehnte aber eine Behandlung mit einer Armbewegung ab und humpelte zurück aufs Feld, um sich wieder ins Getümmel zu werfen. „Die Jungs haben einfach super gekämpft“, war Frank Schulz mächtig stolz auf seinen SV Gescher, der sich mit aller Macht wehrte und trotz der fast 30 Minuten in Unterzahl den knappen Vorsprung verteidigte – mit Erfolg: Der 3:2-Sieg gegen TSG Dülmen bringt einen großen Schub im Kampf um den Bezirksliga-Klassenerhalt.

Montag, 14.10.2019, 10:55 Uhr aktualisiert: 14.10.2019, 11:00 Uhr
Schreckmoment in letzter Sekunde: Matthias Efsing (links) und Stefan Ostendarp kommen gegen den Schuss von Patrick Besler zu spät, aber der Ball kracht an die Latte – dann ist Schluss. Fotos: fw Foto: az

Dabei hing der Sieg in der Nachspielzeit am seidenen Faden. Lange Zeit hatten die Gastgeber gut verschoben und den anstürmenden Gästen keine klaren Torchancen gelassen. „Die Gescheraner haben das mit ihrer Laufstärke sehr gut gemacht“, zollte TSG-Trainer Philipp Schulte Respekt. „Bei uns war zu spüren,. dass uns nach den schwierigen Wochen das Selbstvertrauen fehlt.“ Trotzdem hatten die Dülmener plötzlich zwei dicke Möglichkeiten zum Ausgleich: Erst rettete Nils Epping nach einem Schuss von Patrick Besler vor Philip Benterbusch auf der Linie (90.+3), dann krachte ein Besler-Schuss aus der Drehung an die Latte (90.+5) – „da haben wir das nötige Glück gehabt“, atmete Frank Schulz durch.

Mit einem Start nach Maß versetzte der SV dem Gegner einen ersten Tiefschlaf: Marco Ostendarp passte in den Fünfmeterraum, wo Leon Bürger schon in der zweiten Minute zum 1:0 vollendete. „Danach haben wir wenig zugelassen“, urteilte der Trainer. „Aber leider stand es zur Pause nur 1:0.“ Da war mehr drin, denn Thomas Lanfer zielte nach Vorarbeit von Raphael Busert und Leon Bürger aus elf Metern über das Tor (23.), Marco Ostendarp scheiterte nach Vorarbeit von Arne Reddemann an einer Fußabwehr von TSG-Keeper Aziz Retzep (31.), und Marcel Probst köpfte nach einer Ecke von Thomas Lanfer haarscharf vorbei (33.).

Das rächte sich in der 48. Minute, als Keeper Alexander Trogemann ein langer Pass misslang: Der Ball landete beim Dülmener Tobias Korte, der die Situation blitzschnell erkannte und aus 40 Metern ins leere Tor traf. Die Reaktion der Gescheraner fiel eiskalt aus: Fast im Gegenzug besorgte Marcel Probst nach einem Lanfer-Freistoß das 2:1 (50.), und nur fünf Minuten später vollendete Leon Bürger einen Konter über Arne Reddemann mit dem 3:1.

Die Vorentscheidung? Von wegen! Mit einem Freistoß aus 18 Metern, bei dem die SV-Mauer keine gute Figur machte, verkürzte Alexander Kock auf 3:2 (65.). Nur eine Minute später gab es die gelb-rote Karte für Thomas Lanfer. „Der Thommy hatte in der ersten Halbzeit gar nicht mitbekommen, dass er Gelb bekommen hat“, kommentierte Schulz das erstaunte Gesicht seines Mittelfeld-Strategen. In Unterzahl wehrte sich der SV aber leidenschaftlich. Und genau das, lächelte Kapitän Matthias Efsing, machte diesen Erfolg so besonders: „Sieg ist nicht gleich Sieg – auf diese Art tut es uns total gut!“ 7 SV Gescher – TSG Dülmen 3:2; Tore: 1:0 Leon Bürger (2.), 1:1 Tobias Korte (48.), 2:1 Marcel Probst (50.), 3:1 Leon Bürger (55.), 3:2 Alexander Kock (65.).

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