Der Titel ist nicht Ziel Nummer eins – aber gerne ein Platz in der Spitzengruppe
Vollgas statt gemütlicher Ausklang

Hochmoor. Die Fronten sind frühzeitig geklärt. Nach dieser Saison wird Schluss sein, für Sebastian Scheinig definitiv. Und Andreas Kersten, sein Partner im Trainer-Duo des SuS Hochmoor, möchte zumindest nicht mehr in der allerersten Reihe stehen. Als Alibi, diese Spielzeit als lockere Abschiedstournee anzusehen, soll diese Entscheidung aber nicht herhalten, im Gegenteil. „Die Mannschaft und wir werden es eher als Motivation sehen“, versichert Scheinig. „Das wird eine Vollgas-Veranstaltung!“ Die soll den B-Ligisten in die Region zwischen Platz zwei und vier führen.

Dienstag, 01.09.2020, 12:49 Uhr
Der Kapitän drückt aufs Gaspedal: Robin Schultewolter (links) macht Dampf im Mittelfeld und ist obendrein sehr torgefährlich. Fotos: Frank Wittenberg Foto: az

Platz zwei – nein, das Wort Meistertitel nehmen sie bewusst nicht in den Mund. Wenn sie nach 30 Spieltagen tatsächlich auf Platz eins thronen, dann wird sich gewiss auch niemand dagegen wehren. „Aber wir müssen ehrlich sein“, sagt Andreas Kersten. „Die Kreisliga A dürfte für uns eine Nummer zu groß sein, auch wenn die beiden Coesfelder Vereine nicht mehr dabei sind.“ In der Spitzengruppe der B-Liga seien sie deutlich besser aufgehoben – „das schätzt auch das Umfeld hier auch realistisch ein“, weiß Scheinig.

Viel hätte nicht gefehlt und sie wären schon jetzt wieder „erstklassig“. Denn am letzten Spieltag der Hinrunde holte der SuS beim Kellerkind Union Lüdinghausen II nur einen Zähler. Das war zu einer Zeit, als keiner Covid 19 kannte und folglich niemand ahnen konnte, dass die Saison Anfang März abgebrochen werden muss. Nach langem Tauziehen war klar: Der Herbstmeister darf aufsteigen – mit einem Sieg in Lüdinghausen wäre dieser inoffizielle Titel nach Hochmoor gegangen. Über „hätte, wenn und aber“ will das Trainer-Duo aber nicht nachdenken. „Der eine Punkt in Lüdinghausen war glücklich, weil wir den 2:2-Ausgleich erst in der 93. Minute geschossen haben“, betont Sebastian Scheinig. Deshalb muss sich keiner grämen.

Was ihnen schon schwerer im Magen liegt, ist die Abbruch-Platzierung Rang sieben nach 19 Spieltagen. „Das geht gar nicht“, nimmt Sebastian Scheinig kein Blatt vor den Mund. Dabei sollte aber nicht vergessen werden, dass von den noch elf ausstehenden Spielen sieben auf eigenem Platz stattgefunden hätten, wo der SuS deutlich stabiler unterwegs ist. Gegen drei Teams aus von den Top vier hatten sie zudem in der Rückrunde schon gespielt. „Platz drei am Ende hätte ich für realistisch gehalten“, sagt Andreas Kersten.

In der Region wollen sie sich auch diesmal tummeln. In einer Liga, die sie für sehr breit und ausgeglichen halten. „Stärker geworden ist sie auch“, ist sich Kersten sicher. DJK Rödder gehört nicht mehr zu den Kontrahenten, aber allein ein Staffeltausch sorgt schon für mehr Konkurrenz: SV Eggerode, Schlusslicht der vergangenen Saison, geht auf eigenen Wunsch in der anderen Gruppe ins Rennen, dafür kehrt die zweite Mannschaft von SW Holtwick zurück – und die war in der B 1-Staffel zuletzt immerhin Fünfter. Arminia Appelhülsen, am Sonntag gleich der erste Gegner des SuS, schätzen sie weit oben ein, wenn das Team vom Verletzungspech verschont bleibt. Und dann natürlich die starken zweiten Mannschaften von SG Coesfeld 06, SuS Olfen oder VfL Billerbeck. Diese Vereine verfügen über sehr gute Jugendabteilungen, verweist Kersten auf einen entscheidenden Vorteil: „Die Jugendlichen, die in die Senioren hochrücken, können bei Bedarf in der Kreisliga B den ersten Schritt machen. Das fehlt bei uns.“

Trotzdem, im Kampf um die Spitzenplätze wollen sie ein Wörtchen mitreden. Mit einer starken Saison will sich das Trainer-Duo verabschieden – zumindest Sebastian Scheinig, der sich auch mal eine Pause vorstellen kann. Andreas Kersten würde gerne weiter kicken beim SuS, wenn das linke Knie hält, aber nicht mehr die volle Verantwortung tragen. Denn davon hat er künftig noch mehr daheim, wenn sich im Februar zu Ehefrau Theresa und der vierjährigen Tochter Jule ein weiterer Mitbewohner gesellt. 7 nächste Folge am Mittwoch: über die Mannschaft, die ordentlich durchgemixt alles andere als magere Hausmannskost servieren will.

https://event.yoochoose.net/news/705/consume/10/2/7560051?categorypath=%2F2%2F798623%2F798631%2F947787%2F947829%2F
Nachrichten-Ticker