Bezirksliga: 2:0-Auftaktsieg gegen den VfL Billerbeck
SV behält die Hosen an

Gescher. So souverän der Auftritt auch über weite Strecken war, so sehr gerieten sie plötzlich ins Wanken. „Gescher, wieder mehr Spannung!“, forderte Hubi Roling seine Mitspieler lautstark auf, das Ding nicht noch aus der Hand zu geben. Und einer hatte besonders gut hingehört: Jonah Ploß, der Joker, der gerade erst für Jonas Kemna aufs Feld gekommen war. Zweimal nahm er in dieser 73. Minute das Tor des VfL Billerbeck energisch in den Fokus, und beim zweiten Versuch gelang es Niklas Kuhlage nur noch, den Ball ins eigene Netz abzufälschen – das war das 2:0 für den SV, der im ersten Saisonspiel auf eigenen Platz zeigte, wer die Hosen anhat.

Montag, 07.09.2020, 07:25 Uhr aktualisiert: 07.09.2020, 07:30 Uhr
Glück für den VfL: Marius Upgang-Rotert (vorne) fällt im Duell mit Leo Mertens, einen Elfmeter gab der Schiedsrichter aber nicht. Foto: az

Unter dem Strich verdient, darin waren sich beide Trainer einig. Dennoch wurmte Yannick Gieseler, dass seine Mannschaft ein einziges Mal die Ordnung verloren hatte. „Wir wollten den Gegner vorne nicht anlaufen“, dachte der VfL-Coach an diese 21. Minute, als sein Personal plötzlich von der Vorgabe abwich. „Und das auch noch unkoordiniert“, sah er das Unheil kommen. Plötzlich hatten die Gastgeber den Platz, den sie eiskalt nutzten: Marco Ostendarp passte aus der Zentrale auf halbrechts zu Arne Reddemann, der ungeahnte Freiheiten genoss und nahezu unbedrängt zum 1:0 ins lange Ecke zielen durfte.

Eine verdiente Führung, daran ließ Hendrik Maduschka keinen Zweifel. „Wir haben sehr kompakt agiert, das war richtig gut“, lobte er sein Team, das einzig und allein versäumt habe, das zweite oder gar dritte Tor nachzulegen. Chancen gab es, zum Beispiel für Jonas Kemna, der nach Vorarbeit von Hubi Roling zu hoch zielte (12.), oder Leon Bürger, der nach Freistoß von Marco Ostendarp und feinem Hacken-Pass von Marcel Probst in letzter Sekunde von Julien Balzer gestört wurde (37.). Einen Elfer hätte der SV nach einem Zweikampf zwischen Leo Mertens und Marius Upgang-Rotert ebenfalls bekommen können. „Ich hätte mich jedenfalls nicht darüber beschwert“, gab Gieseler ehrlich zu, der in der 41. Minute die erste Großchance seines Teams notieren durfte: Calvin Majewski zog aus 20 Metern ab, scheiterte aber ein einer starken Faustabwehr von Alexander Trogemann.

Immerhin: Die personell mächtig gebeutelten Billerbecker kamen in der zweiten Halbzeit deutlich besser ins Spiel. „Da waren wir selbst im Spielaufbau zu wild und sind wir nicht mehr so gut in die Zweikämpfe gekommen“, stellte Hendrik Maduschka fest. „Wo wir vorher meist einen halben Schritt schneller waren, kamen wir dann oft einen halben Schritt zu spät.“ Die Riesenchancen für die Gäste blieben allerdings aus, auch wenn Marcel Probst nach einer Hereingabe von Felix Leimkühler in höchster Not zur Ecke klären musste (70.). Drei Minuten später leitete Jonah Ploß das 2:0 ein, das den tapferen Gästen endgültig den Zahn zog. 7 SV Gescher – VfL Billerbeck 2:0; Tore: 1:0 Arne Reddemann (21.), 2:0 Niklas Kuhlage (73., ET).

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