Bezirksliga: Jojo Dönnebrinks unglückliche Rückkehr nach Gescher
Wiedersehen macht keine Freude

Gescher. Die Rückkehr in sein „Wohnzimmer“ hatte er sich ganz anders vorgestellt. In eine dicke Jacke gehüllt stand er am Seitenrand, die Hände tief in den Taschen vergraben – Johannes „Jojo“ Dönnebrink war zur Untätigkeit verdammt. „Zerrung, keine Chance“, schüttelte der Spielertrainer des TuS Wüllen den Kopf. Zu gerne hätte der Gescheraner auf dem Feld dazu beigetragen, gegen seinen Heimatclub Punkte zu holen. So aber musste er von der Seitenlinie zusehen, wie seine Mannschaft trotz ordentlicher Leistung mit 1:3 verlor und leer ausging.

Dienstag, 20.10.2020, 10:10 Uhr
Zum Zuschauen verdammt: Wegen einer Zerrung erlebte Johannes Dönnebrink das „Heimspiel“ nur an der Seitenlinie. Foto: az

Wiedersehen macht eben doch nicht immer Freude. Dabei war es für gleich vier Akteure im TuS-Trikot die Rückkehr an ihre alte Wirkungsstätte. Anders als Jojo Dönnebrink standen Timon Vierhaus, André Dumpe und Robin Nolte in der Startformation, wobei auch für Vierhaus der Auftritt schon frühzeitig beendet war. Und das höchst unglücklich, denn Robin Nolte kam im Zweikampf mit Leon Bürger zu Fall – und krachte genau in das rechte Knie seines Teamkollegen. Vierhaus winkte sofort ab: Nichts geht mehr. Nach 20 Minuten kam Michael Theuring für den Unglücksraben, der Richtung Ersatzbank humpelte. „Schon wieder ein verletzungsbedingter Ausfall“, stöhnte Dönnebrink. Die Serie reißt nicht ab.

Vor einer Woche bei der 0:2-Heimniederlage gegen RC Borken-Hoxfeld hatte es ihn selbst erwischt. Im Sprint zog es in den Oberschenkel – „ich wusste sofort: Das war’s!“ Die Partie war gelaufen und der heiß ersehnte Auftritt am Sonntag in Gescher ebenfalls. „Ich hätte heulen können“, gab Dönnebrink zu. Damit gesellte er sich zum üppig besetzten Wüllener Lazarett. Sechs Spieler sind ihm und seinem Trainerkollegen Maik Hollweg in den vergangenen Wochen weggebrochen, jetzt auch noch Timon Vierhaus, den es hoffentlich nicht schlimmer erwischt hat.

Auch die Tabellensituation macht aktuell keine Freude. Durch die Niederlage beim SV sind die Wüllener auf Platz 14 abgerutscht und befinden sich nach sieben Spielen in der Abstiegszone. Dass aber allein der Klassenerhalt das Ziel in dieser Saison sein kann, war für Jojo Dönnebrink von vornherein klar. „Als ich im Februar beim TuS zugesagt habe, standen nur acht bis neun Spieler fest“, erklärte er. Jetzt seien regelmäßig 16 bis 19 Kicker im Training – damit sein ein wichtiger Schritt geschafft.

Jetzt werde es vor allem darum gehen, gut zu spielen und sich für die Leistung belohnen. In Gescher ist das noch nicht gelungen, wo der TuS in den ersten zehn Minuten große Probleme mit dem hoch pressenden Gegner hatte und aus einer solchen Situation prompt das frühe 0:1 kassierte. „Danach haben wir es besser gemacht und auch einige Chancen herausgespielt“, lobte der Trainer sein Personal, das vor allem in der Anfangsphase der zweiten Halbzeit vehement auf den Ausgleich drückte. Die beste Chance vergab Christopher Behrendt in der 69. Minute, als er aus sechs Metern am langen Bein von SV-Verteidiger Sebastian Sicking scheiterte. „Dann hätte sich wohl noch die zweite Luft breitgemacht“, bedauerte Maik Hollweg den verpassten Treffer zum 1:1. Das 2:0 durch Marius Upgang-Rotert in der 72. Minute war aber der entscheidende Nackenschlag. „Damit war der Drops gelutscht“, gab Dönnebrink zu.

Weiter, immer weiter. Die vier Ex-Gescheraner in Diensten des TuS Wüllen wollen alles dafür tun, den Club zurück in die Erfolgsspur zu führen. Nächste Woche steht das Heimspiel gegen den ebenfalls kriselnden SC Reken und Ex-SV-Trainer Frank Schulz an, dann folgen im November die beiden Partien bei Schlusslicht Adler Weseke und daheim gegen den VfL Billerbeck. „Wir wollen punkten und den Klassenerhalt schaffen“, blickte Jojo Dönnebrink voraus. Und sie wünschen sich, dass ihr nächstes Wiedersehen mit dem SV Gescher in der Rückrunde am 25. April erfolgreicher als bei diesem 1:3 verläuft.

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