Fußball: B-Ligist SuS Hochmoor formuliert das Ziel neu
Volle Attacke auf den Thron

Hochmoor. Der Strohhalm wird dünner, aber selbstverständlich klammern sie sich noch fest daran. „Vor zwei Wochen war ich mir sicher, dass die Saison fortgesetzt wird“, sagt Sebastian Scheinig. „Jetzt steht das leider sehr auf der Kippe.“ Dabei würden sie zu gerne auf den Platz zurückkehren. Nicht nur, weil es die letzten Trainerwochen für Scheinig und seinen Kollegen Andreas Kersten sind – sie haben beim SuS Hochmoor auch noch ein großes Ziel vor Augen: „Wenn es weitergeht, gilt volle Attacke“, kündigt Kersten an. Platz eins und Aufstieg in die Kreisliga A, das ist das klar formulierte neue Ziel.

Montag, 22.03.2021, 07:23 Uhr aktualisiert: 22.03.2021, 07:30 Uhr
Der Kapitän musste mehrfach ersetzt werden – wenn die Saison fortgesetzt wird, hat Robin Schultewolter (Mitte) seine Verletzung auskuriert. Fotos: fw Foto: az

Falsche Bescheidenheit ist nicht mehr angesagt beim SuS. „Wir sind voll im Geschäft“, stellt Sebastian Scheinig mit Blick auf die Tabelle der Kreisliga B fest, die sein Team mit nur einem Zähler Rückstand auf das Spitzenduo Arminia Appelhülsen und SG Coesfeld 06 als Drittplatzierten ausweist. „Also gehen wir jetzt auch in die Vollen.“ Wenn die Hinrunde tatsächlich fortgesetzt und beendet wird, stehen noch sieben Spiele auf dem Programm – sieben Spiele, in denen sie die maximale Ausbeute einsammeln und am Ende zu gerne den Meistertitel bejubeln würden. „Das wäre der perfekte Abschluss“, lächelt Kersten. Für ihn, der ab dem Sommer in die zweite Reihe zurücktritt, seinem Heimatclub aber als Spieler und Torwarttrainer erhalten bleibt. Und noch mehr für seinen Trainerkollegen Sebastian Scheinig und Betreuer Björn Papendorf, die ganz aufhören.

Platz zwei bis vier, das war vor der Saison die Ansage. Nach Rang sieben in der Abbruch-Spielzeit 2019/20 sollte es wieder in die Spitzengruppe gehen – möglichst weit oben hinter dem Topfavoriten Arminia Appelhülsen, bei dem sie auch gleich das erste Spiel verloren haben. „Die waren an diesem Tag besser“, gibt Andreas Kersten ehrlich zu. „Und dann haben wir uns leider noch den Aussetzer in Billerbeck erlaubt“, denkt er ungern an die glatte 0:3-Niederlage bei der VfL-Reserve zurück. Ansonsten aber gab es nur Siege, was in der Zwischenbilanz dazu führt, dass sie hautengen Kontakt zur Spitze haben.

Eine Steilvorlage, die sie nutzen wollen. „Zumal wir alle Gegner von ganz oben und unten schon abgehakt haben“, verweist Scheinig auf das Restprogramm durchweg gegen Mannschaften, die zwischen Bier und Schaum kicken – während die beiden Konkurrenten SG 06 II und Appelhülsen noch im direkten Duell aufeinandertreffen. „Und wir haben noch vier Heimspiele“, fügt Kersten an. Auf dem eigenen Gelände an der Landsbergstraße sind sie eine Macht.

Was Trainerteam und Spieler beim SuS doppelt motiviert, ist die neue Perspektive. „Die Kreisliga A dürfte für uns eine Nummer zu groß sein“, hatte Andreas Kersten es im vergangenen Sommer noch ehrlich formuliert. Jetzt aber hat sich während des sportlichen Lockdowns eine Menge getan: Jochen Kloster kommt zur neuen Saison als Trainer vom Bezirksligisten ASV Ellewick, dazu Spieler wie Torwart Mike-Fabio Schöning vom SV Gescher II, Dennis Krampe von Vorwärts Lette oder der Rückkehrer Malte Elkemann vom Bezirksligisten DJK Coesfeld. „Ferdi Greving hat wertvolle Unterstützung von Denis Koopmann erhalten, der sein Netzwerk genutzt hat“, lobt Sebastian Scheinig die hervorragende Arbeit hinter den Kulissen. Deshalb könnte der Sprung in die „Erstklassigkeit“ nun mit gutem Gewissen ins Visier genommen werden.

Umso mehr hoffen sie trotz der erneut komplizierten Corona-Situation, dass die Saison 2020/21 noch weitergespielt und gewertet werden kann. Wichtig sei es, das gute Level in der Grundfitness zu bewahren, sind sich die beiden Trainer einig. Bis Anfang März haben sich die Kicker individuell fit gehalten, seitdem gibt es wieder klare Vorgaben. „Denn wenn wir wieder trainieren dürfen“, blickt Kersten voraus, „wollen wir direkt in die Ballarbeit einsteigen.“ Gerade das sei nach der langen Zwangspause dringend nötig.

Und dann gilt: voller Angriff auf die Spitze! „Das wäre schön, wenn wir die Saison noch vernünftig beenden könnten“, setzt Sebastian Scheinig auf eine Fortsetzung. „Nach 20 Jahren Seniorenfußball hoffe ich zum Ausklang stark darauf.“ Wobei er sich selbst gar nicht in den Fokus rücken möchte. „Für die gesamte Mannschaft wäre ein ordentlicher Abschluss klasse.“ Im Optimalfall sogar mit einer Meisterfeier.

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