Fußball: Turo Darfeld eilt von Sieg zu Sieg und freut sich auf zwei Wochen Erholung
Unaufhaltsam auch auf Schmierseife

Darfeld. Der Derby-Doppelpack hatte mies begonnen, erfuhr dann aber ein Happy-End. Was seinen Schalkern am Samstag bei den gelb-schwarzen Rivalen in Dortmund überhaupt nicht gelungen war, das machten seine „Blauen“ einen Tag später deutlich besser: Derbysieg! „Und da war alles drin“, stellte Markus Lindner fest, der nach dem Abpfiff mit einem breiten Lächeln über den schmierigen Rasenplatz im Westfalia-Stadion spazierte. Der Turo-Trainer hatte so viel Spaß auf den Backen, dass er die königsblaue Schmach vom Vortag komplett von seiner Festplatte gelöscht hatte. „Wieso, was war da?“, zuckte er mit den Schultern. „Ich kann mich nicht erinnern.“

Dienstag, 27.10.2020, 10:30 Uhr
Der Weg zeigt nach oben: Doppel-Torschütze Florian Feitscher (links) bejubelt mit Julius Fliß den 2:1-Siegtreffer. Fotos: fw Foto: az

Viel lieber sprach Lindner über den Auftritt seiner Darfelder, die ihren Höhenflug ungebremst fortsetzten und auch das intensive Duell bei Westfalia Osterwick mit 2:1 für sich entschieden. Acht Spiele, acht Siege, das ist die makellose Bilanz vor dem spielfreien Allerheiligen-Wochenende. Oben mitspielen wollten sie, weil sie einfach die Qualität dafür haben – diese Ansage hatte der Trainer schon vor dem Saisonstart gemacht. „Dass es so gut laufen würde, hätte ich allerdings auch nicht gedacht“, gab er zu. „Heute kam aber das nötige Glück dazu.“

Denn Fakt ist: Die Osterwicker verlangten dem Tabellenführer alles ab. Und das auf einem Rasenplatz, der von außen betrachtet ganz ordentlich aussah, aus der Nähe aber wirkte, als hätte ein Lastwagen eine komplette Ladung Schmierseife verloren. „Umso mehr gebührt beiden Mannschaften der Respekt“, betonte Markus Lindner. „Auf diesem tiefen Rasen haben sie ein tolles Derby geliefert.“

Inklusive der jeweils langen Nachspielzeiten in beiden Halbzeiten durften die Darfelder – die zwischenzeitlich kurzen sieben Minuten in „Gleichstand“ rausgerechnet – 70 Minuten in Überzahl kicken, was sich auf dem Feld nicht nachhaltig bemerkbar machte. „Osterwick ist aber auch kämpferisch bärenstark aufgetreten“, lobte der Turo-Trainer den nie aufgebenden Gegner. Trotzdem sei wichtig gewesen, sich in Überzahl nicht einlullen zu lassen. Natürlich ärgerten sie sich über den Ausgleichstreffer durch Leon Eggemann in der 71. Minute, der durchaus den Eindruck weckte, das Ding könnte hier schiedlich-friedlich 1:1-Unentschieden ausgehen. „Aber wir haben sofort eine Reaktion gezeigt – und das zeichnet diese Mannschaft aus“, stellte Lindner mit Blick auf den zweiten Treffer von Florian Feitscher fest, der eine überragende Vorarbeit von Marius Röttgering konsequent verwertete und seine Mannschaft mit seinem siebten Saisontor in den siebten Derby-Himmel schoss.

Zittern mussten sie freilich noch um die drei Punkte, zumal Gabriel Helms nur zwei Minuten nach dem 2:1 die Riesenchance zur vorzeitigen Entscheidung ausließ. Nach einem Ballverlust von Tobias Schönnebeck in der eigenen Hälfte düste „Gabi“ alleine auf den Westfalia-Kasten zu, legte sich auf dem holprigen Rasen aber den Ball zu weit vor, sodass der aus seinem Kasten stürmende Dominik Chmieleck die brandgefährliche Situation noch bereinigen konnte. Helms ärgerte sich zurecht – zwar kam die Westfalia in der Schlussphase zu keiner echten Großchance, dennoch hing der Sieg am seidenen Faden.

Es läuft einfach. Und das sogar ohne so wichtige Stammspieler wie Carsten Daldrup und Kevin Botella Ferreira, die beide am Sonntag nicht mitmischen konnten. „Wir haben einfach eine super Qualität im Kader“, verwies Markus Lindner auf Typen wie Geburtstagskind Patrick Grotthoff, der viel regelmäßiger zur Verfügung stehe, auf Comebacker Sebastian Daldrup oder Neuzugang Malek Mallaamine. Gemeinsam sonnen sie sich im Herbst 2020 an der Tabellenspitze und dürfen jetzt erst einmal durchatmen, denn ihnen stehen nun zwei spielfreie Wochenenden bevor: Nach Allerheiligen legen die Darfelder auch am 8. November die Füße hoch, weil die Kreisliga A mit der ungeraden Zahl von 15 Teams unterwegs ist. „Das wird uns gut tun“, blickte der Trainer voraus. „Und wir werden uns mal ganz gelassen ansehen, was die Konkurrenz macht.“

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