Fußball: Oliver Wieck kehrt im Sommer als Trainer zu SW Holtwick zurück
Comeback nach neun Jahren

Holtwick. Ein paar bekannte Gesichter gibt es noch. Oliver Abel zum Beispiel, oder Timo Fedder, der damals gerade auf dem Sprung von der A-Jugend in die erste Mannschaft war. Und natürlich Thomas Uppenkamp, einst sein Spieler, jetzt Geschäftsführer bei SW Holtwick und derjenige, der den Kontakt hergestellt hat. „Das war eine tolle Zeit“, denkt Oliver Wieck zurück. „Deshalb packe ich das gerne wieder an.“ Ein Comeback nach neun Jahren – im nächsten Sommer übernimmt der 53-Jährige beim A-Ligisten die Nachfolge von Mario Beeke.

Montag, 23.11.2020, 07:05 Uhr aktualisiert: 23.11.2020, 07:10 Uhr
Chris Klöpper (rechts) und seine Teamkollegen von SW Holtwick bekommen in der Saison 2021/22 einen neuen Trainer: Oliver Wieck löst Mario Beeke ab. Foto: Frank Wittenberg

Wieck, der sich selbst als „fußballbekloppt“ bezeichnet und viel erlebt hat in seiner langen Trainerlaufbahn, wird zum Wiederholungstäter und kehrt zum Club zurück, für den er schon einmal gearbeitet hat. Von 2010 bis 2012 war das, und nicht nur er hat diesen beiden Jahre in guter Erinnerung behalten. „Damals ging es erst einmal darum, den Klassenerhalt zu schaffen“, erzählt er. Mit Platz neun gelang das souverän, und in der folgenden Spielzeit 2011/12 führte er die Holtwicker sogar auf Rang vier, ehe er die Verantwortung an Frank Stening übergab und weiterzog zum damaligen Landesligisten DJK Coesfeld, wo allerdings schon nach acht Spieltagen Schluss war. „Die Konstellation passte da nicht“, gibt er zu. „Auch diese Erfahrung muss man als Trainer mal machen.“

Erfahrung, das ist das Zauberwort. Denn nach genau so einem Kandidaten haben die SW-Verantwortlichen gesucht. „Einer, der diese Erfahrung mitbringt und Autorität“, erklärt Thomas Uppenkamp, der gemeinsam mit dem Vorsitzenden Christian Flenker und Sozialwart Daniel Gemen die Gespräche geführt hat. Nicht nur diese Eigenschaften passten auf Oliver Wieck: „Er hat ein großes taktisches Verständnis und kann gerade auch die jungen Spieler führen.“ Und dann ist da diese bedingungslose Begeisterung für den Fußball, die Uppenkamp damals wie heute an dem 53-Jährigen begeistert. Es mache einfach Spaß, mit ihm über Fußball zu sprechen.

Den Spaß will Wieck vermitteln, aber auch für Erfolg sorgen. „Aktuell dümpelt die Mannschaft etwas vor sich hin“, sagt er mit Blick auf den durchwachsenen Saisonstart der Schwarz-Weißen. „Dabei gehört der Verein ins obere Drittel.“ Aufbruchstimmung will der Dorstener erzeugen, der zuletzt die U 19 des Oberligisten SV Schermbeck trainiert hat, aktuell bei seinem Stammverein SV Dorsten-Hardt, konkret bei der JSG Dorsten/Hardt, als Jugendkoordinator verantwortlich ist, zudem dort die C-Jugend übernommen hat und als Trainer des DFB-Stützpunktes in Hochmoor tätig ist. Im Sommer geht es zurück in den Seniorenbereich, wieder in die Kreisliga A, wobei er die Ligazugehörigkeit gar nicht in den Mittelpunkt stellen will: „Entscheidend ist doch, dass da Jungs sind, mit denen ich etwas entwickeln kann.“

Den Aufwand trägt er gerne. Da seine Frau in der Altenpflege tätig sei, könne von ruhigen Wochenenden ohnehin nicht gesprochen werden. Und maximal 30 Minuten Fahrtzeit seien es von Dorsten, also vertretbar. Die wird Oliver Wieck schon im Frühjahr häufiger antreten, um sein künftiges Team unter die Lupe zu nehmen. „Auch die A-Jugend werde ich mir natürlich ansehen“, kündigt er an. Perfekt vorbereitet sein will er auf seine Aufgabe bei SW Holtwick, die er zum zweiten Mal angeht. Nicht üblich, aber manchmal eine gute Sache. „Ich habe meine erste Frau auch Jahre später zum zweiten Mal geheiratet“, sagt er mit einem Augenzwinkern. „Wenn es so passt, ist es doch gut.“

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