Formel 1
Hamilton in Monza vorne - Vettel nach Dreher nur Zwölfter

Mercedes gibt auch in Monza den Ton an. Lewis Hamilton und Valtteri Bottas steuern beim Ferrari-Heimspiel dem nächsten Erfolg entgegen. Sebastian Vettel und Charles Leclerc sind wieder hinten.

Freitag, 04.09.2020, 16:51 Uhr aktualisiert: 04.09.2020, 16:54 Uhr
Sebastian Vettel fuhr im Training in Monza nur hinterher. Foto: Matteo Bazzi

Monza (dpa) - Lewis Hamilton rast auch beim Ferrari-Heimspiel in Monza der Konkurrenz davon.

Der Formel-1-Weltmeister schnappte sich am Freitag die Tagesbestzeit vor seinem Mercedes-Teamkollegen Valtteri Bottas. Dritter hinter den beiden Silberpfeil-Fahrern wurde nach der zweiten Einheit in Italien McLaren-Mann Lando Norris.

Sebastian Vettel kam bei seinem letzten Monza-Gastspiel als Ferrari-Fahrer nach einem späten Dreher nicht über Platz zwölf hinaus. In der Spätphase des Trainings schlug er sogar leicht mit dem Heck in eine Absperrung, konnte nach einer Inspektion an der Box aber mit seinem SF1000 wieder ausfahren. Sein Stallrivale Charles Leclerc wurde nur Neunter.

Vettel hatte schon die erste Einheit des Tages nur als Vorletzter abgeschlossen. Nur der kanadische Hinterherfahrer Nicholas Latifi von Williams war langsamer. Leclerc, im vergangenen Jahr bei seinem Monza-Triumph noch gefeiert, fuhr auf dem Hochgeschwindigkeitskurs in Italien zunächst nur die elftbeste Zeit. «Der Wagen ist so schwer zu fahren», klagte der Monegasse. «Eine Schraube zu drehen und alles ändert sich, ist Wunschdenken», hatte Vettel zuvor schon über ersehnte Fortschritte gesagt.

Für den viermaligen Weltmeister lief es in der zweiten Tageseinheit von der Platzierung her etwas besser. Aber zufrieden kann der 33-Jährige dennoch nicht sein. Immerhin war der Schaden an seinem Wagen nach dem Dreher nicht der Rede wert. Im Vergleich zum Desaster vor einer Woche in Belgien konnten die Scuderia-Fahrer sogar einen leichten Aufwärtstrend erkennen lassen.

Mercedes spulte sein Programm dagegen wieder souverän ab. «Wir waren schnell auf einer Runde, wobei der Longrun aber eigentlich noch besser war», konstatierte Teamchef Toto Wolff, nachdem sich Bottas vor Hamilton noch die erste Bestzeit geholt hatte.

Aber weder das Verbot verschiedener Motoreneinstellungen für Qualifikation und Rennen, um Extra-Leistung abzurufen, noch die höheren Temperaturen in der Lombardei, die die Silberpfeile schon mal bei Kühlung und Reifenmanagement beeinträchtigen, scheinen Mercedes etwas anzuhaben. «Mit der Wärme läuft unser Auto», befand Wolff.

Im 999. Grand Prix von Ferrari am Sonntag (15.10 Uhr/RTL und Sky) wird also wahrscheinlich erneut ein Mercedes-Fahrer ganz vorne stehen. Hamilton liegt der Traditionskurs im Königlichen Park von Monza ohnehin. Fünfmal gewann er hier - genau so oft wie Rekordsieger Michael Schumacher. Sechsmal holte er die Pole - keiner hat mehr.

Riesig ist auch das Selbstvertrauen des souveränen WM-Spitzenreiters, ob nun mit oder ohne den sogenannten Party-Modus. «Wir arbeiten weiter und verbessern die Situation, in der wir sind», meinte Hamilton ziemlich ungerührt und rechnete trotz des Verbots der verschiedenen Motoreneinstellungen mit einem «besseren Renntempo».

© dpa-infocom, dpa:200904-99-430536/3

Nachrichten-Ticker