Handball: Kommentar
Gislason für Prokop – richtige Wahl nach Schlingerkurs

Das Jahr 2020 hält noch wichtige Aufgabe für die Handball-Nationalmannschaft bereit. Olympia in Tokio ist das Ziel, dort am besten eine Medaille. Insofern ist der Trainerwechsel von Christian Prokop zu Alfred Gislason vernünftig. Der Weg dahin aber war für unseren Redakteur Thomas Rellmann ein unnötiges Hin und Her.

Donnerstag, 06.02.2020, 17:50 Uhr aktualisiert: 06.02.2020, 18:01 Uhr
Alfred Gislason Foto: imago-images

Handball-Fachleute, die zwischen dem im Auftreten häufig unglücklichen und in drei Turnieren ohne Medaille gebliebenen Christian Prokop und dem überaus erfahrenen wie erfolgreichen Alfred Gislason wählen könnten, würden sich vermutlich immer für den Isländer entscheiden.

Grundsätzlich wäre also ein Glückwunsch an den DHB angebracht zur Verpflichtung dieses Bundestrainers. Doch so einfach sind die Dinge nicht. Der Schlingerkurs der Verbandsspitze in der Personalie Prokop schon während der EM im Januar bekommt jetzt noch mal eine andere Stoßrichtung. Der deutsche Vortrag war alles in allem nicht toll, auch wenn Rang fünf und die einzigen Niederlagen gegen die beiden Finalisten passabel klangen.

Fehlende Rückendeckung

Doch dem 41-Jährigen erst die Rückendeckung zu verweigern (wie der DHB-Vize und vormalige Prokop-Verfechter Bob Hanning), diese Deutung dann zu kritisieren, ihn auch weit nach dem Turnier wieder vollumfänglich zu stärken und letztlich doch zu entlassen, ergibt kein ruhmreiches Bild.

Der Schritt bleibt aber richtig, gerade angesichts der kurzfristigen Aufgaben. Gislason ist eine echte Institution. Und mit seinem Landsmann Dagur Sigurdsson hat das Nationalteam beim EM-Titel 2016 ja schon beste Erfahrungen gesammelt. Er muss jetzt nur schnell die Spieler, die Prokop zuletzt auf seiner Seite hatte, sofort hinter sich bringen.

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