WM-Playoffs
Corona-Probleme bei deutschen Handballerinnen: Septett fehlt

Nach dem Rücktritt von Kim Naidzinavicius und Julia Behnke müssen die deutschen Handballerinnen in der WM-Qualifikation den Ausfall von sieben weiteren Leistungsträgerinnen befürchten.

Montag, 12.04.2021, 14:40 Uhr aktualisiert: 12.04.2021, 14:42 Uhr
Startet mit einem ausgedünnten Aufgebot in die Vorbereitung auf die WM-Playoffs: DHB-Frauen-Coach Henk Groener. Foto: Thomas Kienzle

Frankfurt/Main (dpa) - Henk Groener gibt sich vor den WM-Playoffs der deutschen Handball-Frauen gegen Portugal betont gelassen - dabei hätte der Bundestrainer allen Grund zum Klagen.

Nach dem von Misstönen begleiteten Rücktritt von Kapitänin Kim Naidzinavicius und Kreisläuferin Julia Behnke muss der 60-Jährige in der Vorbereitung auf das Hinspiel am Samstag auch noch den Ausfall von gleich sieben Leistungsträgerinnen verkraften. «Selbstverständlich macht das die Sache nicht einfacher, aber wir können es nicht ändern. Wir werden schauen, dass wir trotzdem gut vorbereitet nach Portugal fliegen», sagte Groener.

Beim Lehrgang in Frankfurt muss er auf Isabell Roch, Johanna Stockschläder und Alina Grijseels vom Bundesliga-Spitzenreiter Borussia Dortmund sowie Amelie Berger, Antje Lauenroth, Nele Reimer und Julia Maidhof vom Tabellenzweiten SG BBM Bietigheim verzichten. «Alle Spielerinnen befinden sich weiter in Quarantäne», berichtete Groener am Montag.

Die Isolation war von den zuständigen Gesundheitsämtern angeordnet worden, nachdem es im Anschluss an das direkte Bundesligaduell der beiden deutschen Spitzenteams in der Vorwoche mehrere positive Corona-Fälle gegeben hatte. Ob das Septett der DHB-Auswahl im Hinspiel in Luso zur Verfügung stehen wird, ist derzeit offen. «Wir stehen mit allen Spielerinnen in Verbindung und werden sicher erst in letzter Minute entscheiden können, wer am Freitag mitfliegt und wer nicht», sagte Groener.

Die Corona-Probleme kommen zur Unzeit, beeinflussen sie die Vorbereitung auf den Kampf um das Ticket für die WM vom 1. bis 19. Dezember in Spanien doch erheblich. Ein Scheitern kann sich der Deutsche Handballbund nach der verpassten Olympia-Qualifikation und der enttäuschenden Europameisterschaft im Vorjahr kaum leisten.

Zudem erschweren die Ausfälle den Findungsprozess der Mannschaft nach dem Rücktritt von Naidzinavicius und Behnke. Zwar betonte Groener: «Wir haben danach mit allen Spielerinnen in kleinen Gruppen Gespräche geführt. Alle schauen nach vorne und nicht zurück.»

Doch wer künftig das Kapitänsamt übernimmt ist ebenso offen wie die Antwort auf die Frage, ob der Verlust der beiden Stützen sportlich sofort aufgefangen werden kann. «Es wird natürlich Veränderungen in der Spielanlage geben», sagte Groener. «Wenn sich die Mannschaft gefunden hat, werden wir aber weiter in der Lage sein, einige Schritte vorwärts zu machen.» Davon ist auch DHB-Sportvorstand Axel Kromer überzeugt: «Trotz des deutlich reduzierten Kaders sehe ich uns weiter in der Favoritenrolle, die wir auch annehmen.»

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